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01.08.13
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Chinesische Listings in Frankfurt in Not: Kinghero weiter ohne Jahresabschluss

Aufruhr an der Börse: Mit Kinghero verzögert ein weiteres chinesisches Unternehmen im Entry Standard die Veröffentlichung des Jahresabschlusses. Erst kürzlich wurde dem chinesischen Lederwarenhersteller Powerland ebenfalls das Testat verweigert.


Die Kinghero AG scheitert weiterhin bei der Vorlage des Jahresabschluss. Wie die deutsche Holding eines chinesischen Kleiderherstellers heute bekanntgab, haben die Tochtergesellschaften noch immer nicht die dafür nötigen Dokumente zur Verfügung gestellt. Die Wirtschaftsprüfer von Warth & Klein Grant Thornton verweigerten deswegen das Testat.

Kinghero reiht sich damit in eine Abfolge von an der Frankfurter Börse gelisteten Unternehmen ein, die erst zu spät zu registrieren scheinen, dass sie nicht mit den hohen deutschen Transparenz- und Bilanzierungsanforderungen zurecht kommen können. Kürzlich war es der chinesische Lederwarenhersteller Powerland, den ein ähnliches Schicksal ereilte.

Einen neuen Zeitpunkt für die Veröffentlichung des Jahresabschlusses gab Kinghero nicht bekannt. Als Grund für die Verzögerung nannte die Firma in der Adhoc-Mitteilung "personelle Veränderungen und Engpässe in der Finanzbuchhaltung der Tochtergesellschaften". Sie beabsichtige "die personellen Engpässe in der Finanzbuchhaltung schnellstmöglich zu beheben."

Die im Prime Standard notierte Powerland hat reagiert und will sich mit einem neuen CFO und einer weiteren Abschlussprüfung den Kritikpunkten stellen. Kinghero muss jetzt nachziehen. Im Entry Standard gelistete Unternehmen müssen ihren Jahresabschluss spätestens 6 Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres vorlegen. Andernfalls kann die Börse das Listing aufheben und eine Strafe von bis zu 10.000 Euro verhängen.

steven.arons[at]finance-magazin.de

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