Equistone

26.03.19
Deals

Finanzinvestor Equistone setzt auf Frauen

Equistone wirbt Julia Brunswicker vom Rivalen DBAG ab. Insgesamt holt das Private-Equity-Haus vier neue Manager für sein europäisches Investmentteam. Drei davon sind Frauen.

Viele Private-Equity-Häuser suchen händeringend weibliche Verstärkung. Dem Finanzinvestor Equistone ist es nun gelungen, drei Frauen als Investmentmanagerinnen zu gewinnen: Für das Münchener Büro warb das auf Mittelstands-Private-Equity fokussierte Haus Julia Brunswicker vom Wettbewerber Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) ab. Davor arbeitete die Diplom-Mathematikerin bei BayernLB Capital Partners, Star Capital und in der M&A-Beratung von Deloitte.

Zugleich wechselt Isabella Boman-Flavell von der Royal Bank of Scotland ins Londoner Büro von Equistone. Caroline Pinton wird Investmentmanagerin in der Pariser Einheit des Finanzinvestors. Sie war zuvor bei der Investmentbank Messier Maris & Associés tätig.

Equistone erfüllt Level20-Ziele in Deutschland

Mit den Neuverpflichtungen wächst das europäische Dealteam von Equistone auf 40 Mitarbeiter. In der DACH-Region beschäftigt der Finanzinvestor nun 15 Investmentmanager, darunter drei Frauen, wie Equistone auf FINANCE-Nachfrage erklärte.

Damit erfüllt der Finanzinvestor zumindest hierzulande das Ziel der weltweiten Initiative „Level20“, der sich inzwischen 40 Private-Equity-Häuser angeschlossen haben. Die Initiative will den Frauenanteil in Führungspositionen bei Finanzinvestoren bis 2020 auf 20 Prozent auszubauen. Diese Absicht ist ehrgeizig: Angaben des Datenanbieters Prequin aus dem Oktober 2017 zufolge soll der Frauenanteil an Senior-Positionen in der Private-Equity-Branche bei mageren 9 Prozent gelegen haben. Zugleich fehlt der Branche der weibliche Nachwuchs. 

Equistone baut Münchener Büro aus

Doch Equistone hat in der aktuellen Einstellungsrunde nicht nur Frauen geholt: Im Münchener Büro beginnt neben Julia Brunswicker auch Hubert van Wolfswinkel als Director.

Allerdings soll sich der gebürtige Niederländer van Wolfswinkel vor allem auf Investments in den Benelux-Staaten fokussieren. Dort sieht der PE-Investor nach eigener Aussage „weitere attraktive Targets“. Van Wolfswinkel war zuvor bei Montagu Private Equity, Bain Capital Private Equity und McKinsey tätig.

In den vergangenen 15 Jahren tätigte Equistone nach FINANCE-Recherchen in Deutschland 24 Buy-outs in einer Größenordnung von 50 bis 250 Millionen Euro. Nur die DBAG erreicht mit 27 mehr Deals und ist damit Marktführer im deutschen Private-Equity-Midmarket.

Zuletzt hatte sich Equistone am deutschen Markt wegen der hohen Kaufpreise allerdings zurückgehalten. Man habe stattdessen bewusst auf kleinere Add-on-Akquisitionen gesetzt, wie Deutschlandchef Dirk Schekerka gegenüber dem FINANCE-Magazin sagte. Vor wenigen Wochen kam es dann mit der Übernahme des Maschinenbauers Rena vom Finanzinvestor Capvis nach langem Warten doch wieder zu einem neuen Buy-out in Deutschland.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de