KKR verkauft sein Immobiliengeschäft GEG an den Konkurrenten DIC Asset. Mit dem Erwerb will DIC das Fondsgeschäft ausbauen.

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05.06.19
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KKR verkauft Immobilienfirma GEG an DIC Asset

Der Private-Equity-Investor KKR verkauft die Immobilienfirma GEG an den strategischen Käufer DIC Asset. Die Verbindungen beider Unternehmen sind struktureller und personeller Natur.

Der Private-Equity-Investor KKR und die TTL Real Estate verkaufen ihre deutsche Immobilieninvestment- und Asset-Manager-Plattform GEG German Estate Group an das börsennotierte Immobilienunternehmen DIC Asset. Begleitet wurde die Trankaktion auf Seiten des Käufers von dessen Hausbank, dem Bankhaus Lampe, sowie White & Case, Rödl & Partner und PwC.

DIC legt für den Deal 225 Millionen Euro auf den Tisch. Eine größere Finanzierung scheint dafür nicht notwendig zu werden – das SDax-Unternehmen erklärt, den Kaufpreis aus bestehenden Barmitteln begleichen zu wollen. DIC ist einer der größten und regelmäßigsten Emittenten von Mittelstandsanleihen.

GEG wurde von Ex-DIC-Chef Höller gegründet

Dafür, dass KKR den Branchennachbarn DIC als Exit-Kanal gewählt hat, gibt es triftige Gründe. DIC führt bereits jetzt für einen Großteil der GEG-Objekte das Property Management durch. Außerdem gibt es eine enge persönliche Verbindung zwischen DIC und GEG: Der treibende Kopf hinter GEG ist Ulrich Höller, der dort den Aufsichtsrat anführt.

Bevor er 2015 damit begann, gemeinsam mit KKR die GEG aufzubauen, war Höller 15 Jahre lang Chef von DIC und brachte das Unternehmen dabei unter anderem auch an die Börse. Unter Höllers Regie entwickelte DIC bekannte Büroprojekte wie die Hauptpost in Erfurt, das MainTor Quartier in Frankfurt und das Junge Quartier Obersendling in München. Weil Höller beide Seiten – seinen alten Arbeitgeber und das Target – bestens kennt, wird er in den kommenden Monaten die Integration begleiten.

DIC macht großen Wachstumssprung

GEG entwickelt und verwaltet Gewerbeimmobilien in Toplagen deutscher Großstädte. Zum Portfolio des Unternehmens gehören unter anderem der Sapporobogen in München und der Garden Tower im Frankfurter Bankenviertel, wo GEG außerdem gerade ein altes Bürohaus grundlegend modernisiert und zum „Global Tower“ umbaut. Auch das Frankfurter Nobelhotel Villa Kennedy liegt in den Händen von GEG.

Das Kapital für diese Investments stammt von institutionellen Investoren, denen GEG unterschiedlich strukturierte Investmentprodukte anbietet. Vor allem auf dieses Geschäft und auf die Immobilienentwicklungskompetenz der GEG setzt DIC große Hoffnungen.

Der Zukauf bringt DIC neue Assets under Management mit einem Wert von 3,6 Milliarden Euro, die sowohl den Eigenbestand als auch den verwalteten Immobilienbestand ansteigen lassen. Die eigenen Assets under Management von DIC klettern auf 7 Milliarden Euro, das Fondsgeschäft legt auf 5 Milliarden Euro zu. Über beide Geschäftsbereiche will DIC künftig getrennt voneinander berichten. Unterlegt werden sie aber durch eine gemeinsam genutzte Service-Einheit, die Immobilien entwickelt und das Property Management übernimmt.

 „Die GEG ergänzt unser Geschäftsmodell in hervorragender Weise und beschleunigt das geplante Wachstum im institutionellen Fondsgeschäft deutlich. Wir stärken unsere Investorenbasis erheblich und erweitern das Spektrum von Investmentprodukten für unsere Kunden", begründet DIC-Chefin Sonja Wärntges den Kauf.

sarah.backhaus[at]finance-magazin.de