Der Autovermieter Sixt bringt seine Leasing-Tochter noch in diesem Jahr an die Börse.

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14.04.15
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Neu-CFO Waldow führt Sixt Leasing an die Börse

Der Autovermieter Sixt bringt seine Leasing-Tochter noch in diesem Jahr an die Börse. Das Eigenkapital der Sixt Leasing soll um insgesamt rund 130 Millionen Euro gestärkt werden. Es wird die erste große Transaktion für Björn Waldow, der erst vor wenigen Tagen den CFO-Posten übernommen hat.

Deutschlands größter Autovermieter Sixt bringt seine Leasingsparte noch in diesem Jahr an die Börse. Die Transaktion war in den vergangenen Wochen intensiv geprüft worden. Insgesamt soll der Sixt Leasing im Rahmen der Transaktion Eigenkapital von rund 130 Millionen Euro zugeführt werden. Die Ausgabe neuer Aktien der Sixt Leasing aus einer Barkapitalerhöhung soll rund 100 Millionen Euro neues Kapital einbringen. Zudem will die Mutter Sixt vor dem IPO rund 30 Millionen Euro Kapital zuführen.

Damit wird Erich Sixt, Haupteigentümer und Vorstandschef der Mutter, die Kontrolle bei dem Leasing-Unternehmen zumindest ein Stück weit aufgeben: Die Beteiligung solle im Rahmen des Börsengangs auf weniger als 50 Prozent sinken. Ganz mag sich Sixt allerdings nicht von der Leasingsparte trennen: Auch nach dem Börsengang will das Unternehmen mit mindestens 40 Prozent beteiligt bleiben, teilte Sixt heute mit.

Björn Waldow ist neuer CFO von Sixt Leasing

Erst Anfang April hatte Sixt Leasing mit Björn Waldow einen CFO bekommen, um Vorstandschef Rudolf Rizzolli in Finanzfragen zur Seite zu stehen. Waldow hatte seit 2010 als Managing Director bei Sixt unter anderem die Abteilungen M&A, Sales-Controlling und das Konzern-Risikomanagement verantwortet.

Durch den Börsengang will Sixt Leasing die eigene Kapitalbasis stärken und damit die Voraussetzung für weiteres Umsatz- und Gewinnwachstum schaffen. Dabei liegt der Schwerpunkt offenbar weiterhin zunächst auf dem deutschen Markt. Erst in einem zweiten Schritt wolle Sixt Leasing ins Ausland expandieren, so Chef Rizzolli.

Sixt mandatiert Berenberg, Commerzbank und Baader Bank

Die Sixt-Tochter machte 2014 einen operativen Umsatz  von 427,9 Millionen Euro. Operativer Umsatz bedeutet in diesem Fall, dass die Erlöse durch den Verkauf gebrauchter Fahrzeuge nicht in die Rechnung einbezogen sind. Das Vorsteuerergebnis des Leasing-Bereichs lag bei 25,6 Millionen Euro – knapp 5 Millionen mehr als im Vorjahr. Die Geschäftszahlen des Konzerns kommen am nächsten Dienstag. Doch klar ist, dass Sixt Leasing zuletzt mehr als ein Viertel des operativen Umsatzes einspielte.

Berenberg und Commerzbank sind die Joint Global Coordinators des Börsengangs, als Joint Bookrunner ist zusätzlich die Baader Bank mandatiert. Den Sixt-Investoren gefällt die Nachricht von der Abspaltung: Das Papier notiert am Dienstagvormittag knapp 2 Prozent höher.

Mit Sixt Leasing hat der deutsche IPO-Markt einen weiteren aussichtsreichen Kandidaten für 2015 erhalten. Erst vor wenigen Tagen hatte das Online-Portal Windeln.de seinen Börsengang angekündigt.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de