Die E-Commerce-Plattform Windeln.de hat seine Börsenpläne konkretisiert. Das Emissionsvolumen könnte bis zu 200 Millionen Euro hoch sein.

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10.04.15
Finanzierungen

Windeln.de nennt Details zum Börsengang

Die E-Commerce-Plattform Windeln.de hat ihre IPO-Pläne für das laufende Jahr bestätigt. Der Börsengang könnte ein Volumen von bis zu 200 Millionen Euro erreichen. Neu-CFO Nikolaus Weinberger steht vor seiner ersten Bewährungsprobe.

Die Gerüchteküche brodelte schon seit mehreren Wochen, nun ist es offiziell: Windeln.de, ein Onlinehändler für Baby- und Kleinkindprodukte, strebt noch in diesem Jahr an die Frankfurter Börse. Wie das E-Commerce-Unternehmen mitteilte, bereiten die Münchener den IPO in Deutschland und Luxemburg vor. Das Unternehmen plant eine Zulassung seiner Aktien im regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse noch im Jahr 2015. Wann genau die Erstnotierung geschehen soll, wollte das Unternehmen auf FINANCE-Anfrage nicht näher spezifizieren.

Das Gesamtemissionsvolumen soll sich dabei auf bis zu 200 Millionen Euro belaufen. Etwa 100 Millionen Euro sollen dabei aus neuen Aktien zusammenkommen, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgegeben werden. Dazu könnten noch Erlöse aus einer Greenshoe-Option von bis zu 15 Prozent des Basiserlöses kommen, die aus einer weiteren Kapitalerhöhung stammen würden. Zudem veräußern derzeitige Gesellschafter des Unternehmens Anteile im Wert von rund 80 Millionen Euro, teilte Windeln.de heute mit.

Windeln.de geht noch 2015 an die Börse

Der E-Commerce-Plattform zufolge bleiben jedoch alle wesentlichen Gesellschafter beim Onlinehändler investiert. Zu diesen gehören unter anderem Goldman Sachs, Deutsche Bank, DN Capital, MCI Management und 360 Capital Partners, die dem Unternehmen erst im Januar dabei geholfen haben, über eine Finanzierungsrunde 45 Millionen Euro einzusammeln.  Die größte Beteiligung hält Acton Capital mit derzeit 24,3 Prozent.

Bank of America Merrill Lynch, Deutsche Bank und Goldman Sachs International agieren als Joint Global Coordinators und Joint Book Runners bei dem geplanten Börsengang. Berenberg und Commerzbank wurden als zusätzliche Joint Book Runners mandatiert.

Mit M&A-Deals europaweites Wachstum finanzieren

Mit dem Erlös aus dem Börsengang will Windeln.de das künftige Wachstum des Unternehmens finanzieren. Bislang ist der Onlinehändler hauptsächlich in der DACH-Region und in China aktiv. Nun will Windeln.de auch andere europäische Länder ins Visier nehmen.

Das Unternehmen plant nach eigener Aussage, seine Investitionstätigkeit durch gezielte M&A-Deals „etablierter lokaler Unternehmen“ zu steigern. So will der Onlinehändler die europaweite Konsolidierung des Marktes vorantreiben, heißt es in einer Mitteilung.

Bewährungschance für neuen CFO Nikolaus Weinberger

Erst in der vergangenen Woche hatte Windeln.de erstmals in der Unternehmensgeschichte einen CFO berufen. Nikolaus Weinberger verantwortet den Finanzbereich seit Anfang April und darf die E-Commerce-Plattform nun direkt auf den IPO vorbereiten. Es wird die erste große Bewährungsprobe für den neuen Finanzchef.

Die Zahlen haben dem Unternehmen zuletzt Aufwind verliehen: Windeln.de hat im ersten Quartal 2015 zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte einen operativen Gewinn erwirtschaftet. Das bereinigte Ebit lag bei knapp 2 Millionen Euro. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum lag das Ebit noch mit 4,3 Millionen Euro im Minus.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

Bei Windeln.de hat es sich jetzt bestätigt. Es gibt noch weitere Kandidaten, die für einen Börsengang in diesem Jahr in Frage kommen. Mehr zu den IPO-Gerüchten lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von FINANCE.