Nach ergebnislosen Verhandlungen bricht die Norddeutsche Landesbank die Gespräche mit KKR über den geplanten Schiffsportfolio-Verkauf im Wert von 1,3 Milliarden Euro ab.

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04.07.17
Deals

NordLB lässt Milliarden-Deal mit KKR platzen

Die NordLB setzt beim Abbau ihres Schiffsportfolio lieber auf Einzelverkäufe als auf den geplanten 1,3 Milliarden Euro schweren Portfolio-Deal mit KKR. Der Finanzinvestor orientiert sich jetzt nach Italien und Griechenland.

Der Private-Equity-Investor KKR wird nicht wie geplant ein 1,3 Milliarden Euro schweres Schiffsportfolio der NordLB übernehmen. Wie beide Parteien auf Nachfrage bestätigten, ist der Deal geplatzt. Die NordLB könne bei der aktuellen Marktlage Schiffskredite besser einzeln als im Paket verkaufen, so ein Sprecher der Landesbank.

Das „Handelsblatt“ hatte zuerst darüber berichtet und benannte von KKR angeblich geforderte hohe Abschlagsforderungen auf den Nennwert der Schiffskredite als einen wichtigen Dealbreaker, ohne dafür allerdings Quellen zu nennen zu. Weder KKR noch die NordLB wollten diese Einschätzung kommentieren. Banken werden ihre notleidenden Schiffskredite nur dann an externe Investoren los, wenn sie beim Kaufpreis Abstriche machen und den Kredit deutlich unter dem Nominalwert verkaufen.

Verkauft die NordLB jetzt Einzelkredite an KKR?

Dass die Milliardentransaktion nicht zustande kommt, bedeutet jedoch nicht, dass die Geschäftsbeziehung zwischen der NordLB und KKR abgebrochen ist. Man werde auch nach dem Scheitern mit KKR im Gespräch bleiben und Möglichkeiten für Kooperationen ausloten, so ein Banksprecher. Denkbar seien beispielsweise einzelne Kreditverkäufe.

Trotzdem dürfte das Scheitern des Portfoliodeals eine mögliche künftige Zusammenarbeit belasten, schließlich hatten sich die Verhandlungen fast ein ganzes Jahr lange hingezogen, ohne zum Closing gekommen zu sein. Man habe sich das „alles einfacher vorgestellt“, hatte Vorstandsmitglied Hinrich Holm schon im April gesagt, damals aber dennoch mit einem Abschluss der Transaktion bis Juni gerechnet.

KKR wollte zusammen mit einem nicht namentlich genannten Staatsfonds Schiffskredite im Nominalwert von 1,3 Milliarden Euro übernehmen und der NordLB beim Abbau des ursprünglich 18 Milliarden Euro schweren Schiffsportfolios unter die Arme greifen. Doch die NordLB kommt bei dem Abbau offenbar auch aus eigener Kraft voran. Eigentlich sollte der Bestand an Schiffskrediten, der der Bank 2016 einen Milliardenverlust beschert hatte, bis Ende 2018 auf 12 bis 14 Milliarden Euro schrumpfen. Die NordLB rechnet nun aber damit, dieses Ziel bereits bis Ende diesen Jahres zu erreichen. Das verbessert die Verhandlungsposition der Bank gegenüber KKR – und anderen potentiellen Interessenten an einem Paketkauf.

KKR setzt bei Schiffsfinanzierungen auf Italien und Griechenland

Für KKR ist das Scheitern des Projekts vermutlich ein größerer Rückschlag als für die NordLB. Der Deal mit der NordLB sollte kein Einzelfall bleiben, sondern der Startschuss für weitere Schiffs-Deals werden. Über die Managementgesellschaft Pillarstone kauft KKR derlei Kredite auf, vor allem in Italien und Griechenland.

Vor rund einem Jahr übernahm KKR Schiffskredite von den italienischen Banken Banca Carige, Unicredit und Intesa Sanpaolo im Wert von rund 280 Millionen Dollar. Seit März diesen Jahres darf KKR über Pillarstone auch notleidende Kredite in Griechenland aufkaufen und verwalten. Aber es sind die deutschen Banken, die mit die höchsten faulen Schiffskredite weltweit auf ihren Bilanzen haben – ein riesiger Markt für eine effizient agierende Ankaufs- und Abwicklungsplattform.

In den europäischen Krisenländern ist die Verhandlungsposition von KKR allerdings deutlich besser, da die Banken dort unter einem enormen Berg an notleidenden Krediten ächzen. Nach FINANCE-Informationen sieht KKR bei der Schiffsfinanzierung deshalb nun vor allem in Italien und Griechenland Wachstumspotential.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de