Der Exit ist vollzogen: PE-Investor Triton hat die letzten Anteile am Autozulieferer Stabilus verkauft.

Stabilus

17.03.15
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PE-Investor Triton steigt bei Stabilus aus

Triton hat seine restlichen 20 Prozent am Autozulieferer Stabilus verkauft. Damit steigt der PE-Investor nach fünf Jahren komplett aus. Mit jedem einzelnen Exit-Schritt hat Triton seine Rendite weiter in die Höhe getrieben.

Triton trennt sich endgültig von Stabilus und hat seinen verbliebenen 20-Prozent-Anteil über die Börse verkauft. Der PE-Investor platzierte etwa 4,2 Millionen Aktien zu einem Preis von 28,635 Euro je Aktie.Triton fließen damit rund 120 Millionen Euro zu. Der Streubesitz des Koblenzer Unternehmens steigt damit auf 99 Prozent. Die Papiere wurden von institutionellen Investoren in einer Privatplatzierung im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens gezeichnet. Die Commerzbank hat den Verkauf begleitet.

Für den Investor ist dies der letzte Schritt des Exits, der bereits im Mai vergangenen Jahres mit dem IPO des Automobilzulieferers begonnen hatte. Der Börsengang von Stabilus brachte Triton bereits rund 196,4 Millionen Euro ein und half dem Finanzinvestor,  seine Beteiligung auf 41,3 Prozent zu senken. Seitdem hatte Triton noch weitere Aktien verkauft: Im Dezember platzierte der Investor 4,35 Millionen Stabilus-Aktien zu einem Ausgabepreis von 21,50 Euro.

PE-Investor Triton hielt Stabilus fünf Jahre lang

Für Triton war das Stabilus-Investment sehr erfolgreich. Der Fonds hatte das Unternehmen über einen Debt-to-Equity-Swap im Frühjahr 2010 beinahe auf dem Tiefpunkt der Automobilkonjunktur erworben, nachdem die vorherigen Eigentümer die Kontrolle über den damals hoch verschuldeten Zulieferer verloren hatten. Für den Hersteller von Gasfedern und hydraulischen Schwingungsdämpfern markierte der Einstieg von Triton das Ende von zähen Restrukturierungsverhandlungen. Mit dem Einstieg von Triton verlor der vorherige US-Investor Paine & Partners seine Beteiligung. Auch Mezzanine-Gläubiger des Zulieferers hatten das Nachsehen und mussten Verluste einstecken.

Stabilus ist heute in deutlich besserer Verfassung als vor dem Einstieg des Investors. Der Konzern hat sich gut von seiner Krise erholt und konnte im vergangenen Jahr seinen Umsatz von 460,1 Millionen Euro auf 507,3 Millionen Euro steigern. Das bereinigte Ebitda wuchs ebenfalls und lag 2014 bei 92,5 Millionen Euro, was einer für die Automotive-Branche sehr hohen Marge von rund 18 Prozent entspricht. Im ersten Quartal dieses Jahres ist der Umsatz um weitere 16 Prozent, das bereinigte Ebitda sogar um 22 Prozent angestiegen. Die Nettofinanzverschuldung sank durch den IPO zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres (30. September 2014) von 300,9 Millionen Euro auf 229 Millionen Euro. Daraus ergibt sich ein Debt-Multiple in Bezug auf das bereinigte Ebitda von nur 2,4x.

Auch der Börsenkurs zeigt die positive Bilanz. Der Emissionspreis je Aktie war auf 21,50 Euro festgesetzt worden. Nach einem kurzen Einbruch im Oktober notiert das Papier inzwischen bei über 30 Euro. Den Ausstieg von Triton quittierte die Börse mit einem Kurssprung von 5 Prozent.

Triton ist derzeit eigenen Angaben zufolge an 30 Unternehmen mit einem Umsatz von insgesamt mehr als 14,5 Milliarden Euro beteiligt. Im vergangenen Jahr hat der Investor unter anderem die Wärmetauschersparte von GEA übernommen, nur zwei Wochen nach der Übernahme des Zubehörgeschäfts für thermische Kraftwerke von Alstom.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de