BMW-Erbe Stefan Quandt wird Miteigentümer der Berliner Ratingagentur Scope.

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27.04.15
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Stefan Quandt steigt bei Ratingagentur Scope ein

BMW-Erbe Stefan Quandt wird Miteigentümer der Berliner Ratingagentur Scope. Die Agentur war im vergangenen Jahr wegen der Bewertung von Mittelstandsanleihen in die Kritik gekommen, setzt nun aber zum Gegenangriff an.

Der BMW-Erbe und Multimilliardär Stefan Quandt steckt Geld in die Berliner Ratingagentur Scope. Das Unternehmen habe neue Aktien im Wert von 7,5 Millionen Euro platziert, erklärte ein Sprecher. „Den größten Teil“ davon habe Stefan Quandt über seine Aqton-Holding gezeichnet.

Aqton erwirbt rund 18 Prozent am Unternehmen, erklärte Scope weiter. Damit ist Stefan Quandt der zweitgrößte Aktionär nach Scope -Gründer Florian Schöller, der nach wie vor die Mehrheit hält. Aus den Eckdaten der Kapitalerhöhung lässt sich für Scope ein Eigenkapitalwert von etwas weniger als 42 Millionen Euro errechnen.

Scope will den großen Ratingagenturen Konkurrenz machen

Scope will mit dem frischen Geld sein Wachstum verstärken. Die selbst formulierten Ansprüche sind nicht gerade bescheiden: Scope will sich zu einer „europäischen Ratingagentur“ aufschwingen und zum echten Wettbewerber für Standard & Poor’s, Fitch und Moody’s werden. Die Ratingagentur bewertete zunächst Fonds, als sie Anfang des Jahrtausends an den Markt ging.

Jetzt hat sie außerdem Abteilungen für Unternehmensanleihen, Bankanleihen und Structured Finance, die zum Teil erst im Zuge der jetzt angestoßenen Offensive auf- beziehungsweise ausgebaut wurden. In Deutschland plant der im vergangenen Jahr von S&P gekommene Scope-CEO Torsten Hinrichs, neben Mittelstandsanleihen – ein Segment, das Scope einiges an Ärger einbrachte  – auch die Anleihen größerer Unternehmen zu bewerten.

Die Mitarbeiterzahl von Scope wächst kontinuierlich, sagte der Firmensprecher weiter. Erst im Oktober hatte Scope die Verpflichtung von rund einem halben Dutzend Führungskräften bekanntgegeben, die Hinrichs vornehmlich bei den drei großen internationalen Ratingagenturen abgeworben hatte, darunter auch bei seinem früheren Arbeitgeber Standard & Poor’s.

florian.bamberg(*)finance-magazin(.)de