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06.10.17
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Triton könnte 750 Millionen Euro mit Befesa-IPO einspielen

Triton will den deutschen Industrie-Recycler Befesa an die Frankfurter Börse bringen. Der Finanzinvestor bewertet die Firma FINANCE-Informationen zufolge mit rund 1,5 Milliarden Euro.

Der Private-Equity-Investor Triton plant den Börsengang einer großen Portfoliofirma in Frankfurt. Voraussichtlich noch in diesem Jahr soll Befesa zu einem öffentlich notierten Unternehmen werden, teilte CEO Javier Molina am heutigen Freitagvormittag in einer Telefonkonferenz mit. Befesa macht den Großteil seines Geschäfts damit, in Stahlwerken Stahlstaub zu sammeln und wiederzuverwerten. Finanzchef des Unternehmens ist der Deutsche Wolf Lehmann.

FINANCE-Informationen zufolge strebt Triton eine Bewertung des Eigenkapitals von 1,3 bis 1,6 Milliarden Euro an. Der Private-Equity-Investor könnte im Rahmen des IPO 40 bis 50 Prozent an Befesa abgeben, deutete CEO Molina an. Würde Triton genau die Hälfte seiner Anteile zu einer Bewertung von 1,5 Milliarden Euro abgeben, flössen dem Finanzinvestor 750 Millionen Euro zu.

Triton hatte Befesa 2013 mit hohen Schulden gekauft

Triton hat Befesa 2013 zu einem Kaufpreis von 1,075 Milliarden Euro übernommen. Das Unternehmen war damals die deutsche Tochtergesellschaft des spanischen Recyclingkonzerns Abengoa. Abengoa durchlief zu diesem Zeitpunkt eine Unternehmenskrise und gab Befesa nur mit hohen Schulden ab – 450 Millionen Euro legte Triton allein fürs Fremdkapital hin.

Nachdem die Verschuldung relativ zum Ertrag trotz Investitionen ins operative Geschäft schnell zurückging, ist Befesa jetzt im Wachstumsmodus. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) lag in den zwölf Monaten bis Juni 2017 bei 133 Millionen Euro, in den zwölf Monaten zuvor waren es noch 103 Millionen Euro.

Dem Vernehmen nach liegen die Finanzschulden von Befesa mittlerweile bei rund 500 Millionen Euro. Bei einer Bewertung des Eigenkapitals von 1,5 Milliarden Euro ergibt das einen Unternehmenswert von 2 Milliarden Euro.

Befesa-CEO Molina will nach Südostasien wachsen

Das daraus folgende Ebit-Multiple von stattlichen 15x rechtfertigt CEO Molina mit den weiteren Wachstumsmöglichkeiten des Industrie-Recyclers. Befesa sei in den letzten Jahren in Länder wie die Türkei und Südkorea expandiert, weil die Umweltbehörden dort Gesetze erlassen haben, die Stahlhersteller zum Sammeln und Wiederverwerten des giftigen Beiprodukts Stahlstaub zwingen. Den europaweiten Marktanteil beziffert das Management auf 45 bis 50 Prozent.

Jetzt stünden in einer Reihe weiterer Länder derartige Vorschriften bevor, vor allem in Südostasien, argumentiert Molina. Daraus ergäben sich Wachstumsmöglichkeiten für Befesa. Außerdem sei geplant, Umsatz und Ebit durch Übernahmen zu steigern und das Recycling-Geschäft mit der wachsenden Aluminiumindustrie auszubauen.

Befesa wirbt um neue Investoren auch mit dem Argument hoher Free Cashflows, da nur geringe Erhaltungsinvestitionen anfielen. Entsprechend hohe Ausschüttungen können die Investoren erwarten, Befesa stellt 40 bis 50 Prozent des Nettogewinns in Aussicht.

Die begleitenden Banken des Börsengangs sind Citigroup, Goldman Sachs und JP Morgan. Als zusätzliche Bookrunner engagiert sind Berenberg, Commerzbank, Santander und Stifel.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

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