Hans-Dieter Schumacher

Jenoptik AG

Name:
Hans-Dieter Schumacher
Unternehmen:
Jenoptik AG
Ressort:
Finanzen
Position:
CFO seit April 2015
Ausbildung:
Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim,
Abschluss: Diplom-Kaufmann 
Geburtstag:
24.10.1963
Familie:
Verheiratet (seit 1986), drei Söhne
Ehrenamt:
Mitglied des Regionalbeirates Südwest der Commerzbank und Mitglied bei GEFIU (Gesellschaft für Finanzwirtschaft in der Unternehmensführung e.V. / Association of CFO’s Germany)
Hobbies:
Sport, Familie, Musik, Lesen

Karriere

Nach seinem BWL-Studium an der Universität Mannheim steigt Hans-Dieter Schumacher 1990 als Trainee im Finanzressort bei Villeroy & Boch ein. Anschließend arbeitet er in verschiedenen kaufmännischen Positionen bei Mannesmann, Sulo und Aesculap. 2003 wird er zum Finanzvorstand des Baustoffherstellers Sto ernannt.

Von 2011 bis März 2015 verantwortet Hans-Dieter Schumacher die Ressorts Finanzen, IT und Personal bei dem Maschinenbauer Homag. Aus seinen verschiedenen Berufsstationen verfügt Schumacher über umfangreiche Erfahrungen insbesondere im Bereich der IFRS-Bilanzierung und des Controllings.

Ab April 2015 ist Schumacher CFO des Jenaer Technologieunternehmens Jenoptik. Im September 2017 wurde sein Vertrag bis 2023 verlängert.


Karriere-Highlights:

1) Während Schumachers Amtszeit gelingen dem Baustoffhersteller Sto der nachhaltige Turnaround und die Rückkehr zu profitablem Wachstum. Auch die Finanzierung des Konzerns kann Schumacher sichern und auf diese Weise die Dividendenfähigkeit und den Aktienkurs deutlich steigern. Während Schumachers Amtszeit steigt die Sto-Aktie von 10 auf knapp 90 Euro.

2) Auch die Restrukturierung einiger Konzerngesellschaften der Homag Group AG gelingt ihm mit großem Erfolg, die wesentlichen Kennzahlen entwickeln sich positiv. In seinem letzten vollen Amtsjahr als Homag-CFO erreicht der Holzmaschinenbauer einen Rekordumsatz von 914,8 Millionen Euro. Im Herbst 2014 übernimmt der schwäbische Anlagenbauer Dürr die Mehrheit an Homag. 

Deals

M&A-Akquisition
Datum:
02/2014
Dealvolumen der M&A-Akquisition:
keine Angaben
Kaufendes
Unternehmen :
Homag Group AG
Zielunternehmen:
Stiles Inc.
Land:
Deutschland
Land:
Vereinigte Staaten von Amerika
Umsatz des Unternehmens:
250 – 999 Millionen EUR
Umsatz des Unternehmens:
50 – 250 Millionen EUR
Verkäufer:
Peter Kleinschmidt

MEHR zur Person

Hans-Dieter Schumacher, Homag: Herr der Bücher

Es gehört viel Schneid dazu, bei einem Aktienkurs von 9 Euro Investoren gegenüber den fairen Wert auf 100 Euro zu taxieren. Hans-Dieter Schumacher ist dieser Coup gelungen. Beim Maschinenbauer Homag arbeitet er an einer Neuauflage.

Banker auf der Suche nach einem neuen großen Kunden sollten sich nachts im Schwarzwald auf die Lauer legen. Es könnte sein, dass sie dabei Hans-Dieter Schumacher, dem Finanzchef des weltgrößten Holzbearbeitungsmaschinenbauers Homag, über den Weg laufen. So oft es geht nach Dienstschluss schnallt sich der CFO für einen späten Waldlauf die Grubenlampe auf den Kopf. 10 Kilometer, eine Stunde „den Kopf frei bekommen“, das ist Teil 1 des Feierabendrituals des Homag-CFOs. Noch vor dem Duschen folgt Teil 2: Der Zettel. Die guten Ideen, die ihm beim Laufen gekommen sind, schreibt er umgehend auf, damit sie bis zum nächsten Morgen im Büro nicht verloren gehen.

Was für die Meisten schon nach einem vollgepackten Feierabend klingt, ist für den elfmaligen Marathon-Finisher Schumacher nur das Aufwärmen. Anschließend zieht es ihn meist noch in seine neu eingerichtete Bibliothek, ein bis zwei Bücher pro Woche verschlingt der Finanzchef, stets streng strukturiert, wie es sich für einen CFO gehört: „Ein Fachbuch und eines zur Unterhaltung“, so beschreibt Schumacher sein Wochenpensum – eine Leidenschaft, die er mit seiner Frau teilt. So kommt auch das Familiäre nicht zu kurz. Wie er das alles schafft? Sechs Stunden Schlaf genügen dem gesundheitsbewussten 50-jährigen, um am nächsten Morgen wieder fit zu sein.

Stehvermögen beweist Schumacher auch im Job. Sieben Jahre lang ist er zwischen 2003 und 2010 Finanzchef des börsennotierten Familienunternehmens Sto, des Weltmarktführers für Wärmedämmung, der wie Homag auch seinen Sitz im Schwarzwald hat. In dieser Zeit zentralisiert der junge Finanzchef das Finanzmanagement, etabliert erstmals in der Firmengesichte einen zentralen Cashpool und baut die Finanzierung um einen großen Club Deal herum auf. Der Eigentümerfamilie das Mitsprachebedürfnis der Bankpartner zu vermitteln, ist einer der wichtigsten Durchbrüche bei Schumachers erstem großen CFO-Job.

Dass er auch den zweiten Meilenstein erreicht hat, ruft selbst heute noch in gewissen Börsenkreisen Kopfschütteln hervor: Als Schumacher antritt und beginnt, Sto dem Kapitalmarkt vorzustellen, notiert der Aktienkurs bei 9 Euro. Den „fairen Wert“ des Papiers beziffert er gegenüber den verdutzten Investoren auf 100 Euro. Niemand nimmt den Newcomer ernst, doch als er 2010 den Baustoffhersteller verlässt, hat die Sto-Aktie mit 90 Euro sein extrem anspruchsvolles Kursziel nahezu erreicht. Das hat ihm am Kapitalmarkt eine Menge Respekt verschafft, einige der erfolgsverwöhnten Sto-Investoren sind ihm sogar zu Homag gefolgt und setzen darauf, dass ihm dort das Kunststück ein zweites Mal gelingt.

Schumacher arbeitet daran, mit ähnlichen Methoden und erneut mit Erfolg: Die Stärkung der Finanzfunktionen Treasury und Controlling, eine stringente Story für den Kapitalmarkt und Vereinfachungen in der Unternehmensstruktur und das gute Marktumfeld haben auch die Homag-Aktie in den vergangenen Jahren stetig steigen lassen.

Doch auf der Aktie – und vermutlich auch auf dem CFO selbst – lastet der Streit der beiden größten Aktionäre, der Unternehmerfamilien Schuler und Klessmann, die 25 Prozent der Anteile kontrollieren, sowie dem PE-Investor DBAG, der auf 39 Prozent kommt. Die Pattsituation, die sich auf den vergangenen Hauptversammlungen aus der Gegnerschaft der Großaktionäre ergeben hat, trifft auch den Finanzchef empfindlich, nicht nur in der IR-Arbeit: Die gängigen Vorratsbeschlüsse, die Kapitalerhöhungen um bis zu 10 Prozent möglich machen, konnten nicht gefällt werden, und so muss Schumacher als einer der wenigen deutschen CFOs mit Börsenhintergrund ohne das Sicherheitsnetz einer Kapitalerhöhung auskommen. Mit einem lang laufenden Konsortialkredit über 210 Millionen Euro versucht er, die Finanzierung gegen sämtliche Unbilden zu wappnen und die fehlende Möglichkeit, im Bedarfsfall auf frisches Eigenkapital zurückgreifen zu können, wieder wettzumachen.

Aber Schumacher gilt als geduldig. Er wird abwarten, bis sich der Patt im Aktionärskreis löst und derweil darauf achten, dass die geplante Expansion des Maschinenbauers nach Asien, die nicht ohne Risiken ist, in geordneten Bahnen verläuft. Ohne Netz und doppelten Boden kommt der warnenden Stimme des CFOs bei Homag noch mehr Bedeutung zu als in vielen anderen Unternehmen. Das nötige Stehvermögen, um die Wachstumspläne kritisch, notfalls mahnend zu begleiten, dürfte der Bücherwurm mitbringen – zu besichtigen regelmäßig auf den Forstwegen des Schwarzwalds.       

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de