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Jenoptik-CFO Schumacher kündigt Rückzug an

Jenoptik-CFO Schumann verlängert seinen Vertrag nicht. Foto: Rainer Wächter - Jenoptik
Jenoptik-CFO Schumann verlängert seinen Vertrag nicht. Foto: Rainer Wächter - Jenoptik

Der Finanzvorstand von Jenoptik, Hans-Dieter Schumacher, kündigt heute seinen Rückzug an. Er werde seinen Vertrag, der im März 2023 ausläuft, nicht verlängern. Dem Unternehmen zufolge nannte Schumacher „persönliche Gründe“ für den Abgang. Wohin der CFO wechselt, ist noch nicht bekannt.

„Wir bedauern den Entschluss von Herrn Schumacher und danken ihm für seine professionelle und weitsichtige Entwicklung der Finanz- und weiteren von ihm betreuter Ressorts“, so der Vorsitzende des Aufsichtsrats Matthias Wierlacher. Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin werde „zu gegebener Zeit“ bekanntgegeben, meldet das Jenaer Unternehmen. In Schumachers Zeit bei dem Photonik-Unternehmen realisierte er mehrere große M&A-Deals und stellte die Finanzierung neu auf.

CFO Schumacher kaufte für Jenoptik zu

Seit 2015 ist Schumacher CFO bei dem Jenaer Unternehmen. Zuvor war er mehrere Jahre Finanzchef bei Homag, davor sieben Jahre lang CFO beim Baustoffhersteller Sto. Neben den Ressort Finanzen & Controlling, Treasury, Steuern und IT & Datensicherheit verantwortete er bei Jenoptik auch die Bereiche Interne Revision, Corporate Real Estate Management und Strategischer Einkauf.

Der 58-Jährige realisierte in den vergangenen Jahren mehrere M&A-Käufe. Nachdem das Unternehmen sich lange Zeit nur an kleine Zukäufe gewagt hatte, folgten direkt zwei größere aufeinander. Mitten in der Coronapandemie – im Juli 2020 – kaufte er Trioptics, einen Spezialisten für optische Messsysteme, für 220 Millionen Euro. Im Oktober 2021 erwarb Jenoptik dann Teile des Berliner Glas („Berliner Glas Medical“) inklusive dessen Schwesterfirma Swiss Optic. Der Kaufpreis lag bei 300 Millionen Euro.

CFO-Profil

Hans-Dieter Schumacher, Jenoptik AG

Hans-Dieter Schumacher

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Jenoptik AG

CFO Schumacher setzte auf ESG-Finanzierung

Finanzieren konnte CFO Schumacher die Akquisitionen mit mehreren Darlehen. Das Besondere daran: Der Finanzchef setzte erstmals auf grüne Finanzierungsinstrumente. Im April 2021 platzierte das Unternehmen einen ESG-linked Schuldschein mit einem Volumen von 400 Millionen Euro. Ende 2021 setze die Finanzabteilung des Jenaer Unternehmens dann einen revolvierenden Konsortialkredit über 400 Millionen Euro auf. Auch dieser ist an ESG-Kriterien geknüpft.

Jenoptik-Treasurer Andreas Wiederhold kündigte im Interview mit der Schwesterpublikation DerTreasurer an, dass der Konzern im Photonik-Bereich in diesem Jahr weiter wachsen will – auch wieder mittels Akquisitionen.

Bevor Schumacher Jenoptik verlässt kann er noch einen Verkauf abwickeln. Das Unternehmen plant schon länger, seine Militärtechniksparte Vincorion zu verkaufen. Im zweiten Halbjahr von 2022 wird es soweit sein: Vincorion wird von dem Finanzinvestor Star Capital Partnership übernommen, der zugrunde gelegte Unernehmenswert liegt bei rund 130 Millionen Euro.

eva.brendel[at]finance-magazin.de

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Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Kommunikationswissenschaft, VWL und Politik in Bamberg und Jena studiert. Neben dem Studium arbeitete Eva Brendel als freie Nachrichtenmoderatorin bei einem Lokalsender und moderierte eine eigene Podcast-Reihe.

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