Steffen Bätjer

Apcoa Parking GmbH

Name:
Steffen Bätjer
Unternehmen:
Apcoa Parking GmbH
Ressort:
Finanzen, Controlling, IT, Geschäftsprozesse, allgemeine Verwaltung, Investor Relations
Position:
CFO seit März 2016
Ausbildung:

VWL-Studium an der London School of Economics (Bachelor of Science) und der Uni Kassel (Diplom-Ökonom)

Geburtstag:
31.12.1969
Familie:
Ledig, keine Kinder
Ehrenamt:

Mitglied in verschiedenen Kunstfördervereinen in Frankfurt und Berlin

Hobbies:

Moderne Kunst, Musik, Kochen – am liebsten mit viel Zeit

Karriere

Steffen Bätjer beginnt seine Laufbahn als Unternehmensberater 1996 bei McKinsey in Berlin, von wo er 2000 nach Palo Alto wechselt. 2002 entscheidet er sich zum Ausstieg aus der Beratung. Er wird Director of Finance bei einem seiner Beratungskunden, der Universal Music Germany.

2006 wechselt er als Senior Business Manager zur West LB nach Luxemburg, wo er neben Finanzen und Controlling auch die Bereiche IT, Einkauf, Projekte und Operations für die europäischen Tochtergesellschaften mit verantwortet. Im Rahmen seiner
internationalen Führungsaufgaben ist er auch in Personalunion für Finanzen und Controlling der Luxemburger Bank der WestLB verantwortlich.

Nach der Finanzkrise wechselt er 2009 als CFO zu Techem. Ihn reizt vor allem die Aufgabe, den mittelständischen Konzern (bis zum Delisting ein MDax-Unternehmen) gemeinsam mit dem CEO auf die neuen Erfordernisse einer Private-Equity-geführten Holding auszurichten. Im März 2016 wechselt Bätjer zum Parkhausbetreiber Apcoa.

Karriere-Highlights:

1)    Post-Merger-Integration eines international aufgestellten Musiklabels  bei Universal Music

2)    Umfassende Refinanzierung von Techem über knapp 1,3 Milliarden Euro. Das Finanzierungspaket aus syndizierten Krediten und Highyield-Bonds mit Junior-/Senior-Struktur ist eine der größten Transaktionen des Jahres 2012

3)    Neuausrichtung eines gesamten Finanzbereichs und des Teams auf die Erfordernisse des PE-Investors Macquarie infolge des Public-to-Private-Deals

MEHR zur Person

Steffen Bätjer, Techem: Der Riese

Einen guten Überblick hat Steffen Bätjer ohnehin. Der Zwei-Meter-Mann überragt seine meisten Gesprächspartner um Haupteslänge. Sein Weg führte den jungen Techem-CFO von der Beratung über die Medienindustrie und die Bankenwelt bis ins Private-Equity-Umfeld.  

„Verantworten, gestalten, umsetzen“: Das macht Steffen Bätjer Spaß. So ist dem Sohn eines Postbeamten von der nordfriesischen Insel Föhr schnell klar, dass ihn eine Promotion mit der Aussicht, zwei Jahre einsam über einem Thema zu brüten, nicht lockt. Nach dem Bachelor-Studium an der Londoner LSE reizt ihn 1996 die internationale Beratungswelt bei McKinsey. Berufsbegleitend setzt er in Kassel noch ein Diplom in Ökonomie drauf. Im Telekom-, IT- und Media-Team der Unternehmensberatung wechselt er nach Kalifornien, weiß nach sechs Jahren bei McKinsey aber auch, dass er nicht in der Beratung bleiben will. Ihn interessiert vor allem die Umsetzung von Projekten: „Die spannende Zeit geht ja erst nach der Analyse los“, sagt Bätjer.

Beratungskontakte führen ihn zu Universal Music in Deutschland, wo er gleich Restrukturierungserfahrung sammeln kann. Es sind die Jahre der Raubkopien und illegalen Tauschbörsen, des großen Zusammenbruchs des Tonträgermarkts. Schnell merkt er bei Universal Music Deutschland, dass man im Finanz- und Controlling-Bereich „gut aufgehoben ist, wenn man umwälzende Veränderungen mitgestalten“ will. „Da waren plötzlich 20 Prozent des Umsatzes weg in einem Jahr“, erinnert er sich. Strategisches Umsteuern und auch Sparpläne  stehen auf seinem Plan, vor allem aber die Post-Merger-Integration eines großen Volksmusiklabels in Universal.

2006 sieht er keine weiteren Entwicklungsmöglichkeiten und ist bereit für den nächsten Schritt in eine andere Branche im internationalen Umfeld. Es ist die Zeit der großen Expansion der Landesbanken. Per Ausschreibung sucht die West LB für den Konzern am Standort Luxemburg einen Senior Manager für die Backoffice-Funktionen der europäischen Niederlassungen. Bald wird er auch Leiter Finanzen der Luxemburger Bank der West LB. Für Bätjer ist die Zeit in der Bank trotz des Branchenwechsels keine fundamentale Veränderung: „Der gemeinsame Nenner waren die Zahlen und die strategischen Erkenntnisse, die man daraus generieren kann.“

2009 werden die Fetzen der zerplatzten Spekulationsblasen im Bankensektor weggeräumt. Bätjer, damals 39, wird von einem Headhunter angesprochen und sieht eine Möglichkeit, die Erfahrungen aus Strategieberatung und -analyse sowie der Steuerung von Geschäftsprozessen zusammenzuführen. Er findet sie beim früheren MDax-Unternehmen Techem, das vom australischen PE-Investor Macquarie von der Börse genommen worden war. In einer schlank aufgestellten, aus zwei Personen bestehenden Holding deckt Bätjer die Back-Office-Funktionen neben den Finanzen ab. Der für einen Finanzinvestor vergleichsweise langfristige Investitionszeitraum Macquaries von bis zu zehn Jahren lässt Bätjer viel Gestaltungsfreiraum hinsichtlich der Steuerung des Energiedienstleisters gemeinsam mit dem CEO.

Zunächst gilt es, den Finanzbereich des bis dahin börsennotierten Konzerns auf die Erfordernisse des Investors neu zu programmieren: Da die Debt-Story im Vordergrund steht, hat die Cashflow-Sicherung neben der Wertsteigerung oberste Priorität. 2012 realisiert Bätjer mit seinem Team eine umfängliche Unternehmensrefinanzierung über insgesamt 1,3 Milliarden Euro bestehend aus zwei Hochzinsanleihen und einem syndizierten Kredit jeweils in Junior-Senior-Struktur – es ist eine der größten Transaktionen im Jahr 2012. Neue Orientierungslinie bei nur geringem externen Wachstum des Konzerns ist daher die Bottom-Line.

In der Zwei-Personen-Geschäftsführung dürfte dem jungen CFO die Arbeit nicht ausgehen. Privat interessiert sich der früher in einer Band aktive musikbegeisterte Bätjer auch für moderne Kunst und fürs Kochen – immer dann, wenn er Zeit hat.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de