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08.03.18
Finanzabteilung

R. Stahl verschiebt nach CFO-Abgang Geschäftsbericht

Der kriselnde Explosionsschutzkonzern R. Stahl verschiebt nach dem Abgang von CFO Bernd Marx Jahresabschluss und Hauptversammlung. „Alle abschlussrelevanten Sachverhalte“ müssten überprüft werden, teilt das Unternehmen mit.

Verwirrung bei R. Stahl: Das seit Jahren strauchelnde Explosionsschutzunternehmen verschiebt bis auf Weiteres die ursprünglich für Ende April angekündigte Veröffentlichung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2017 sowie die Hauptversammlung. Diese hätte Anfang Juni stattfinden sollen. Neue Termine gibt es noch nicht.

Grund für die Verschiebungen seien die „zurückliegenden Veränderungen im Vorstand“ und die „kürzlich erforderlich gewordenen Anpassungen bei der Werthaltigkeit von latenten Steuern auf Verlustvorträge“. Beide Aspekte hätten das Unternehmen dazu bewogen, „alle abschlussrelevanten Sachverhalte nochmals zu prüfen“ um dadurch „größtmögliche Klarheit und Verlässlichkeit“ zu schaffen. 

R. Stahl kassierte zweimal die Umsatzprognose

Dass im Anschluss an einen regulären Vorstandswechsel der Jahresabschluss komplett auf den Prüfstand gestellt wird, ist durchaus ungewöhnlich und stellt auch den ehemaligen Finanzchef in kein gutes Licht. Vor rund einem Monat hatten der langjährige CFO Bernd Marx und das Unternehmen bekannt gegeben, ab Juli getrennte Wege zu gehen. Bis ein Nachfolger für Marx gefunden ist, leitet CEO Mathias Hallmann die Finanzen kommissarisch.

Die Bilanz von R. Stahl ist schon seit Längerem unter Druck. Erst im November musste das Unternehmen zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate seine Umsatz- und Gewinnprognose kassieren. Statt mindestens 270 Millionen Euro ging das Unternehmen zuletzt davon aus, voraussichtlich nur zwischen 262 und 267 Millionen Euro umzusetzen. Schon im Vorjahr war der Umsatz um 10 Prozent eingebrochen. Die Aktie gab bereits im frühen Handel um 3 Prozent nach und stand vormittags bei rund 29 Euro.

R. Stahl war vor vier Jahren in eine Übernahmeschlacht mit Weidmüller verwickelt, die damals bereits tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen hat. Die Übernahmeschlacht konnte das Management um CFO Marx letztendlich für sich entscheiden. Einige Investoren hatten dies damals scharf kritisiert.