CFO Bernd Marx verlässt den Explosionsschutzspezialisten R. Stahl. Der 54-Jährige war seit 2004 für die Baden-Württemberger tätig.

R. Stahl

09.02.18
CFO

R. Stahl verliert CFO Bernd Marx

Finanzchef Bernd Marx und R. Stahl gehen ab sofort getrennte Wege. Der CFO hatte in den vergangenen Monaten versucht, den dauerkriselnden Explosionsschutzspezialisten fit für die Zukunft zu machen.

Der Explosionsschutzkonzern R. Stahl muss sich einen neuen CFO suchen. Wie das kriselnde Unternehmen mit Sitz in Waldenburg am heutigen Freitag mitteilte, habe sich Finanzchef Bernd Marx dazu entschieden, sein Amt niederzulegen.

Das Dienstverhältnis zwischen Marx und R. Stahl endet offiziell Ende Juni. Der 54-Jährige ist aber mit sofortiger Wirkung nicht mehr Teil des Vorstands. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt CEO Mathias Hallmann die Finanzen kommissarisch. Der Aufsichtsrat spricht Marx „großen Dank“ und „hohe Anerkennung“ für seine Arbeit aus, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.

R. Stahl wehrte sich gegen Übernahme durch Weidmüller

Marx war seit 2004 in verschiedenen Positionen für R. Stahl tätig, zunächst als kaufmännischer Leiter der Tochter HMI Systems, später als Finanzleiter auf Gruppenebene. Anfang 2013 wurde er in den Vorstand von R. Stahl berufen. Er war für die Bereiche Controlling, Finanzen, IT, Recht und Compliance, Investor Relations sowie M&A verantwortlich.

Marx‘ Amtszeit war durch die Übernahmeschlacht mit dem Elektronikkonzern Weidmüller geprägt. Das Familienunternehmen hatte 2014 versucht, R. Stahl feindlich zu übernehmen. Das Management um CFO Bernd Marx hatte sich aber gegen die Offerte gewehrt – schlussendlich erfolgreich.

Für die Ablehnung das Übernahmeangebots wurde der Finanzchef jedoch von einigen Investoren scharf kritisiert. Der Übernahmekampf hinterließ zudem tiefe Furchen in der Bilanz der Baden-Württemberger.

R. Stahl rutscht 2017 tief in die roten Zahlen

Noch immer kämpft R. Stahl um die Erholung seines Geschäfts. Im November des vergangenen Jahres musste das Unternehmen im Zuge der Neunmonatszahlen zum zweiten Mal binnen weniger Monate eine Umsatz- und Gewinnwarnung ausgeben.

Statt mindestens 270 Millionen Euro wird der Umsatz nur zwischen 262 und 267 Millionen Euro liegen. Bereits 2016 waren die Umsätze um 10 Prozent zurückgegangen.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ist in den ersten neun Monaten 2017 indes von plus 6,7 auf minus 8,5 Millionen Euro eingebrochen. Restrukturierungskosten samt Stellenabbau, die Abwertung von Vorräten sowie von Forderungen haben CFO Bernd Marx die Bilanz verhagelt. R. Stahl hofft jetzt auf eine erhöhte Nachfrage, die sich dem Unternehmen zufolge in den ersten neun Monaten 2017 langsam abgezeichnet habe.

„R. Stahl steht aufgrund veränderter Marktbedingungen vor großen Herausforderungen, die grundlegende Anpassungen im Unternehmen erfordern“, lässt sich CFO Marx zitieren. Um darauf zu reagieren, habe der Vorstand in den vergangenen Monaten ein „umfassendes Maßnahmenpaket vorbereitet“. Die Umsetzung dieses Pakets fällt nun in die Hände seines Nachfolgers.

jakob.eich[at]finance-magazin.de