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14.12.17
Finanzabteilung

Steinhoff zieht Zahlen für 2016 zurück

Die Situation beim Möbelhersteller Steinhoff spitzt sich zu: Nun muss der Mutterkonzern des deutschen Möbelhauses Poco die Bilanz für das Jahr 2016 korrigieren.

Der Bilanzskandal um den Möbelhersteller Steinhoff findet kein Ende. Die Mutter des deutschen Möbelhauses Poco muss nun auch die Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 korrigieren.

Medienberichten zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft Oldenburg bereits seit zwei Jahren gegen den Konzern wegen möglicher Bilanzfälschungen. Vergangene Woche teilte der Konzern in einer Pflichtmitteilung mit, dass Unregelmäßigkeiten in den Jahreszahlen des Konzerns aufgetaucht sind.

Aktueller Jahresabschluss verschoben

Der Möbelhersteller verkündete vergangene Woche zudem, dass er den Jahresabschluss für das Jahr 2017 verschieben müsse. Steinhoff hat sich die Wirtschaftsprüfer PwC und Deloitte an Bord geholt, um Hilfe bei der Prüfung der Jahresabschlüsse zu bekommen. Dem Konzern wird vorgeworfen, dass überhöhte Umsatzerlöse in die Bilanzen konzernzugehöriger Gesellschaften eingeflossen sind.

Investoren und Banken bangen um Investment

Durch die jüngsten Vorwürfe verlor die Steinhoff-Aktie zwischenzeitlich mehr als 80 Prozent ihres Werts. Noch immer notiert das Papier nahe ihres Allzeittiefs. Und auch die Bewertung des Fremdkapitals leidet. So hat die Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit um gleich vier Notches auf B1 herabgestuft. Investoren, Anleihen- und Schuldscheingläubiger bangen um ihr Investment.

Zum ersten personellen Opfer im Steinhoff-Skandal wurde CEO Markus Jooste, der vergangene Woche sein Amt niederlegen musste. Zudem kursieren Gerüchte, dass auch CFO Ben le Grange zurückgetreten sei, was Steinhoff jedoch dementiert.

kerstin.hammann[at]finance-magazin.de