Rund 1 Million Euro zweigte die Finanzchefin der amerikanischen Tochtergesellschaft eines deutschen Konzerns ab. Die Scheckfälschungen, den unbefugten Einkauf für den Eigenbedarf sowie erhöhte Gehalts- und Rentenzahlungen vertuschte sie, indem sie vier verschiedene Bücher führte.
Je nach Bedarf präsentierte sie die unterschiedlichen, allesamt frisierten Bücher. Ungereimtheiten erklärte sie dem Mutterhaus mit Besonderheiten in den USA. Nach drei Jahren beauftragte die Holding eine Wirtschaftsprüfergesellschaft mit der Kontrolle, die den Fall aufdeckte.
Der Buchhalter einer süddeutschen Baufirma ging anders vor: Er nutzte viele Jahre lang die Konten von Tochterunternehmen, die für bestimmte Bauprojekte gegründet worden waren. Diese blieben nach Abschluss der Projekte noch eine Zeit lang bestehen, um restliche Zahlungen abzuwickeln. Da kein regelmäßiger Zahlungsverkehr mehr stattfand, überwachte die Baufirma sie nicht mehr genau.
Der Buchhalter veruntreute so systematisch Firmengelder in Höhe von insgesamt 6,45 Millionen Euro. Damit finanzierte er acht Luxusautos, eine Immobilie in Deutschland und eine Villa auf Mallorca. Bei der Millionentransaktion für die Villa auf Mallorca überwies er in zwei Tagen insgesamt rund 4 Millionen Euro. Das fiel dem Arbeitgeber auf. Der Fuhrpark und die Immobilien wurden zwar sichergestellt und verwertet, dennoch entstand dem Unternehmen ein Restschaden in Millionenhöhe.
„Bei Buchhaltern polizeiliches Führungszeugnis verlangen“
Zwei unterschiedliche Beispiele für Kriminalität in Finanzabteilungen, doch leider keine Seltenheit. Diese echten Schadensfälle wurden der Allianz Trade gemeldet. „Mitarbeiter im Finanzwesen werden besonders oft kriminell, weil sie an den Töpfen sitzen“, sagt Rüdiger Kirsch, Betrugsexperte bei Allianz Trade. „Bei Buchhaltern würde ich immer ein polizeiliches Führungszeugnis zur Einstellung verlangen.“
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