Cloud-Lösungen – Chance oder Risiko?

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Neue Studie zu Cloud-Lösungen
Sind Cloud-Lösungen wirklich hilfreich oder stellen sie eher ein Sicherheitsrisiko dar? Foto: Miha_Creative-stock.adobe.com

Der pandemiebedingte Umzug ins Home Office hat einige Vorteile von Cloud Computing erfahrbar gemacht: Dateien liegen nicht mehr im Büro, sondern sind via Internet von jedem Ort der Welt aus zugänglich. Im Juli 2022 sind Cloud-Komponenten bei knapp zwei Drittel der deutschen Finanzentscheider (65 Prozent) Teil der Geschäftsstrategien, weitere 10 Prozent wollen sie in naher Zukunft aufnehmen.

Das zeigt die Studie „Cloud in der Finanzabteilung“ von F.A.Z. Business Media | research und FINANCE im Auftrag von SAP. 127 Finanzentscheider wurden dafür online befragt. Die Studie verdeutlicht: Cloud-Lösungen sind aus vielen Finanzabteilungen nicht mehr wegzudenken. Die überwiegende Mehrheit (84 Prozent) der Befragten, die bereits auf Cloud-Lösungen bei der Geschäftsstrategie setzen, nutzen diese auch in der Finanzabteilung oder planen dies.

Cloud-basierte ERP-Systeme weit verbreitet

Finanzabteilungen mit mindestens einer Cloud-Software setzen am häufigsten auf derartige Lösungen bei Office-Anwendungen (67 Prozent). Dicht dahinter folgen sogenannte Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP-Systeme):  61 Prozent setzen hier bereits auf Cloud-Lösungen.

Datensicherheit: Vor- oder Nachteil?

Vorteile der Cloud sehen die Befragten in erster Linie in den neuen Organisationsformen und Arbeitsweisen, welche die Technologie ermöglicht (59 Prozent). Die Arbeit via Cloud vereinfache zudem den mobilen Zugriff auf die Dateien. 43 Prozent empfinden die Vereinheitlichung der Datenquellen als Pluspunkt, 39 Prozent die Skalierbarkeit. Interessanterweise nennen ebenfalls 39 Prozent die Datensicherheit als Vorzug der Cloud.

Gleichzeitig sind Datenschutz und -sicherheit bei Cloud-Anwendungen die größten Bedenken der Befragten, 57 Prozent halten diese Aspekte für problematisch. Auch die unklare Rechtslage und die Sorge, sich von außereuropäischen Cloud-Dienstleistern abhängig zu machen, beschäftigten 45 Prozent der befragten Entscheider.

Migration von ERP-Systemen ist komplex

Für Unternehmen, die ihr ERP-System auf eine Cloud-Lösung umstellen wollen, ergeben sich zudem noch eine Reihe weiterer Herausforderungen: zum Beispiel die Kosten für die Migration. Doch die sieht nur jeder Vierte als Problem. Das könnte daran liegen, dass zwei Drittel derjenigen Finanzentscheider, die ein ERP-System in der Cloud nutzen oder dessen Nutzung planen, ihr Cloud-Projekt nicht als reinen Kostenfaktor betrachten, sondern als strategisches Investment. Diese Einschätzung hält sich zudem unabhängig von der Unternehmensgröße.

Hinzu kommt der Migrationsprozess an sich, der durchaus komplex ist. Deshalb holen sich 73 Prozent der Befragten mit (geplantem) Cloud-ERP-System externe Hilfe von IT-Beratern oder Systemhäusern. Nur 23 Prozent versuchen den Umstieg allein.

„Die Cloud ist unternehmerisch notwendig,“ sagt Alexander Michnov, Head of Strategic Sales Rise bei SAP. „Doch wenige schöpfen ihr enormes Potential aus. Wer diese Chancen konsequent nutzt, kann neue Geschäftsmodelle schneller adaptieren und im Wettbewerb gegen kreative Start-ups bestehen.“ Ähnlich sehen das sechs von zehn der befragten Finanzentscheider: Sie sind davon überzeugt, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Bereitstellung von Software und die Datenhaltung standardmäßig in der Cloud erfolgen werden.

Wie Finanzentscheider Cloud-Technologien im Detail bewerten und welche Chancen und Herausforderungen es bei der Migration von ERP-Systemen in die Cloud gibt, das lesen Sie hier in den Gesamtergebnissen der Studie.

Erika von Bassewitz ist Redakteurin bei FINANCE. Sie hat Philosophie und Französisch an der Humboldt-Universität in Berlin sowie an der Université de Genève studiert und mit einem Magister Artium abgeschlossen. Vor FINANCE war sie mehr als acht Jahre Redakteurin in der Multimediaredaktion des Medienhauses der EKHN. Davor war sie unter anderem Redakteurin beim HR-Magazin von monster, freie Autorin bei Deutsche Welle TV und freie Mitarbeiterin bei der Westdeutschen Zeitung.