Lufthansa

FINANCE+ 26.01.21
Finanzierungen

Warum nur wenig Cash in der Lufthansa-Flotte steckt

Die Lufthansa will das staatliche Rettungspaket über 9 Milliarden Euro so schnell wie möglich ablösen, auch mit Hilfe von Flugzeugfinanzierungen. Doch ist das Cash-Potential dort wirklich so groß, wie viele denken?

Diese Nachricht ließ aufhorchen: Vor einigen Tagen teilte die Lufthansa mit, sie habe im zweiten Halbjahr 2020 rund 500 Millionen Euro dadurch aufgenommen, dass sie Flugzeuge als Sicherheiten bei acht Finanzierungen eingesetzt hat. Konkret ging es um fünf Airbus A350 sowie drei Flugzeuge aus der A320-Familie, die über „Sale and Lease Back“-Finanzierungen, besicherte Kredite und besicherte Schuldscheine zu Cash gemacht wurden.

Mit diesen Transaktionen befindet sich die Lufthansa in guter Gesellschaft. Für viele Airlines waren solche Sale and Lease Backs im vergangenen Jahr eine unerwartete Liquiditätsquelle und eine Erklärung dafür, warum die Auslieferung neuer Flugzeuge insbesondere bei Airbus schon im Sommer schnell wieder an Schwung gewann.

Auch für die Lufthansa ist das Einsetzen ihrer Flugzeuge als Sicherheiten nicht neu. Schon vor Ausbruch der Coronavirus-Pandemie hat die Airline immer wieder Flugzeugfinanzierungen zur Liquiditätsbeschaffung genutzt. Doch für den seit Jahresbeginn amtierenden CFO Remco Steenbergen könnte das Instrument an Bedeutung gewinnen, da der Konzern mit dem staatlichen Rettungspaket über 9 Milliarden Euro einen immensen Schuldenberg vor sicher her schiebt, der refinanziert werden will. 

Lufthansa will stille Beteiligung ablösen

Insbesondere die 5,7-Milliarden-Euro schwere stille Beteiligung, die der deutsche Staat über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) erworben hat, will Lufthansa-Chef Carsten Spohr so zügig wie möglich ablösen. Zum einen, um den Staat, dem nun 20 Prozent der Lufthansa-Anteile gehören, als Aktionär wieder loszuwerden. Zum anderen, weil die stille Einlage, die in diesem Jahr noch mit 4 Prozent verzinst wird, stetig teurer wird: Bis 2027 steigen die Kupons auf bis zu 9,5 Prozent jährlich. Die Ratingagentur S&P wertet dieses Instrument daher auch als fremdkapitalähnlich.

„Flugzeugfinanzierungen werden weiterhin eine wesentliche Rolle in unserer Finanzierungsstrategie spielen, da sie finanziell attraktive Konditionen bieten“, erklärte Wilken Bormann, Executive Vice President Corporate Finance der Lufthansa Group, im Zusammenhang mit den jüngsten Deals. Wie viel Cash genau aber könnte die Airline mit Flugzeugfinanzierungen beziehungsweise Beleihungen mobilisieren, und welche Nebenwirkungen hätte dies? Eine Spurensuche.

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