Renk will im zweiten Anlauf an die Börse: Nachdem der erste IPO-Versuch Anfang Oktober 2023 quasi in letzter Sekunde geplatzt war, setzt der Panzergetriebehersteller diesmal auf eine beschleunigte Privatplatzierung bei institutionellen Investoren. Wie das Unternehmen am heutigen Montag mitteilt, sollen die Aktien bereits an diesem Mittwoch an der Frankfurter Börse gelistet sein. Es wäre hierzulande der erste Börsengang im laufenden Jahr.
Renk strebt Streubesitz von bis zu 30 Prozent an
Konkret will Renk bis zu 30 Millionen Aktien zum fixen Preis von 15 Euro je Papier platzieren. Zum Vergleich: Beim gescheiterten ersten Anlauf hatte der Rüstungskonzern um seinen seit Juni 2023 amtierenden CFO Christian Schulz eine Preisspanne zwischen 15 und 18 Euro anvisiert, dabei sollten allerdings rund drei Millionen Aktien weniger in Umlauf gebracht werden.
Diesmal kämen die Augsburger im Idealfall auf einen Freefloat von bis zu 30 Prozent, die Bewertung läge bei 1,5 Milliarden Euro. Die Anteilsscheine stammen allesamt aus dem Besitz des Private-Equity-Hauses und Renk-Eigentümers Triton, der somit bis zu 450 Millionen Euro brutto erlösen könnte. Netto werden knapp 370 Millionen Euro angestrebt. Renk selbst fließen aus dem Deal hingegen keinerlei frische Mittel zu.
Prominente Cornerstone-Investoren für Renk
Für ein Drittel des angepeilten Volumens hat Renk bereits Abnehmer gefunden: KNDS und der US-Investor Wellington Management zeichnen als Conerstone-Investoren Aktien im Volumen von 100 beziehungsweise 50 Millionen Euro. Bei dem Panzerhersteller KNDS handelt es sich um die Holding des deutsch-französischen Gemeinschaftsunternehmens Krauss-Maffei Wegmann und Nexter, die zugleich ein wichtiger Kunde von Renk ist.
Die ehemalige MAN- beziehungsweise VW-Tochter Renk war 2020 von Triton übernommen worden. Seitdem hat der Antriebsspezialist operativ deutlich zugelegt, vor allem infolge des Ukraine-Kriegs konnten deutliche Umsatzsprünge verzeichnet werden.
Angesichts dieser Rahmenbedingungen stand der geplante Renk-Börsengang im Herbst 2023 eigentlich unter guten Vorzeichen – am Ende kam dem Unternehmen aber das nach eigenen Angaben „spürbar eingetrübtes Marktumfeld“ in die Quere.
Philipp Hafner ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Vor FINANCE arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.
