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Alno: Mittelstandsanleihe soll Spielraum schaffen

Alno: Mittelstandsanleihe soll Spielraum schaffen
Alno

Seit Jahren hangelt sich Alno von Finanzierung zu Finanzierung. Jetzt will der Küchenmöbelhersteller eine Mittelstandsanleihe von bis zu 45 Millionen Euro begeben. Mit dem Erlös soll laut Unternehmensmitteilung die Wachstumsstrategie vor allem im Ausland vorangetrieben werden. Alno setzt dabei auf die Wachstumsmärkte China, USA und Russland. Außerdem soll die Anleihe Investitionen in Deutschland, kleinere bis mittlere Zukäufe und die Rückzahlung von Schulden ermöglichen.  Viel dürfte nicht in den Schuldenabbau fließen, denn das Unternehmen ist laut Aussagen des CEO Max Müller vom vergangenen Jahr „praktisch vollständig entschuldet“.

Erst im November 2012 hatte der kriselnde Küchenmöbelproduzent eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Sie brachte einen Bruttoemissionserlös von 46,2 Millionen Euro und war Teil des im Sommer 2012 beschlossenen Finanzierungs- und Kapitalkonzepts, mit dem es Alno nach langen Jahren des Siechtums endlich gelang, sich aus der unmittelbaren Nähe einer Insolvenz fortzubewegen. Alno-CEO Müller wertete diesen Schritt damals als Befreiungsschlag: „Wir stehen mit diesem wirklich umfassenden Maßnahmenpaket endlich wieder auf einer finanziell soliden Basis.“

Ausfälle am Minibondmarkt

Auch operativ hat sich die Lage gebessert. Für die ersten neun Monate 2012 konnte Alno dann auch ein EBITDA von 8,8 Millionen Euro verbuchen, nach einem Minus von 12,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die jetzt aufgelegte Mittelstandsanleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Zinssatz von 8,5 Prozent soll für zusätzlichen finanziellen Spielraum sorgen.

Auch wenn sie für Alnos Finanzierungskonzept stimmig sein mag, setzt die Alno-Anleihe ein Zeichen für den Minibondmarkt. Nach dem Totalausfall der Mittelstandsanleihe des Solarzulieferers SiC Processing, weiteren Pleiten aus dem Solarbereich sowie der unklaren Finanzlage bei Windreich bedient sich jetzt ein Unternehmen am Markt für Mittelstandsanleihen, das seit Jahren operativ nicht auf die Beine kommt und gerade erst erste Anzeichen für einen Turnaround zeigt.

Wie prekär die Lage immer noch ist, zeigt das Rating der Alno-Anleihe von B-, das die Ratingagentur Scope vergeben hat. Alno lässt die Mittelstandsanleihe im Entry Standard in Frankfurt und im Freiverkehr der Frankfurter Börse listen – für das Unternehmen ein großer Schritt zur Stabilisierung der Finanzen, für die Investoren ein weiteres Papier mit großen Risiken.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de

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Weitere Artikel finden Sie in unserem ausführlichen Dossier zum Thema Mittelstandsanleihen

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