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Finanzierungen: Braas Monier, Flughafen Düsseldorf, Mauser

Der Dachpfannen- und Schornsteinhersteller Braas Monier tilgt einen Teil seiner finanziellen Verbindlichkeiten.
Braas Monier

Braas Monier baut Schulden ab

Der Dachpfannen- und Schornsteinhersteller Braas Monier verwendet den im Rahmen des Börsengangs erzielten Bruttoerlös von rund 100 Millionen Euro zum Schuldenabbau. Der Baukonzern zahlte freiwillig ein vorrangiges Darlehen in Höhe von 50 Millionen Euro zurück und beglich auch alle offenen Ziehungen im Rahmen der revolvierenden 100-Millionen-Euro-Kreditfazilität. Damit ist Unternehmensangaben zufolge die Rückzahlung der im zweiten Quartal 2014 hierunter aufgenommenen 40 Millionen Euro abgeschlossen.

„Mit der Kapitalerhöhung beim Börsengang und dem nun erfolgten Schuldenabbau werden wir zukünftig von geringeren Zinszahlungen profitieren“, sagt Matthew Russell, CFO der Gruppe. „Außerdem versetzt sie uns in die Lage, unser angestrebtes Verschuldungsniveau viel früher zu erreichen.“

Nach der Tilgung sind von den finanziellen Verbindlichkeiten der Gruppe hauptsächlich noch die vorrangig besicherte Anleihe mit variablem Zinssatz in Höhe von 315 Millionen Euro und die noch verbleibenden offenen Beträgen im Rahmen des vorrangigen Darlehens in Höhe von 200 Millionen Euro übrig. Beide Instrumente werden 2020 fällig. Zusätzliche hat Braas Monier noch eine revolvierende Kreditfazilität über 100 Millionen Euro, die jetzt vollständig verfügbar ist.

Flughafen Düsseldorf platziert Schuldschein

Der Flughafen Düsseldorf hat ein Schuldscheindarlehen über 200 Millionen Euro platziert. Ursprünglich hatte der Airport nur halb so viel einsammeln wollen, hat aber aufgrund der regen Nachfrage das Emissionsvolumen erhöht. Das Orderbuch war mehrfach überzeichnet. Das Unternehmen will mit dem Emissionserlös unter anderem bestehende Verbindlichkeiten refinanzieren. Die BayernLB hat den Flughafen bei der Transaktion begleitet. Die Inverstoren waren der Bank zufolge bereit, auch langfristige Tranchen mit Laufzeiten von sieben, zehn, zwölf und 20 Jahren aufzunehmen. Es beteiligten sich insgesamt 67 deutsche Sparkassen, die mit mehr als 80 Prozent das Gros der Investoren stellen.

Keine Änderung bei Mauser-Ratings

Mauser hat seine Kapitalstruktur verändert. Dies habe aber keinen sofortigen Einfluss auf das B3-Rating des Industrieverpackungsherstellers, teilte die Ratingagentur Moody’s mit. Die Änderung der angekündigten Kapitalstruktur sei kreditneutral. Mauser hatte die Euro-Tranche des langfristigen First-Lien-Kredits von 340 Millionen Euro auf 445 Millionen Euro erhöht und die US-Dollar-Tranche von 465 Millionen US-Dollar auf 320 Millionen US-Dollar gesenkt. Auch der Second Lien Term Loan wurde um 3 Millionen US-Dollar auf 402 Millionen US-Dollar reduziert.

Volkswagen mit erster Auto-ABS Transaktion in China

Die Volkswagen Financial Services haben erstmals chinesische Autokredite verbrieft und an Investoren verkauft. So wurde heute die Verbriefungstransaktion Driver China One mit einem Volumen von rund 800 Millionen Renminbi, umgerechnet etwa 96 Millionen Euro, platziert. Die Transaktion ist Bestandteil des ABS-Pilotprogramms, das unter Aufsicht der China Banking Regulatory Commission und der People’s Bank of China erstmals Autobanken, die vollständig in ausländischem Besitz sind, den Zugang zum lokalen ABS-Markt gewährt.

Weitere Finanzierungen

Die Deutsche Bahn hat eine Anleihe in Höhe von 300 Millionen Euro mit sechs Jahren Laufzeit und einer variabler Verzinsung begeben. Die Verzinsung basiert auf dem Euribor plus 30 Basispunkte. Barclays Capital, Commerzbank und ING haben die Emission begleitet.

Der Autovermieter Europcar hat einen Bond über 350 Millionen Euro platziert. Das Wertpapier wird im Januar 2021 fällig und wir mit 5,125 Prozent jährlich verzinst. Société Générale, JP Morgan, Goldman sachs, Crédit Agricole, BNP Paribas, Crédit Mutuel CIC und Deutsche Bank waren als Bookrunner an der Transaktion beteiligt.

Der Versicherer Talanx hat eine unbesicherte Anleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Euro emittiert. Der Bond ist mit einem Kupon von 2,50 Prozent ausgestattet und läuft 12 Jahre. Mit dem Emissionserlös will die Talanx Kreditlinien zurückführen und bestehende Anleihen frühzeitig zurückzahlen. Die Ratingagentur Standard & Poor’s bewertet die Anleihe mit A–. Die Emission wurde von der Barclays Bank, Citigroup, HSBC Bank und Natixis begleitet.

Der Bettwarenhersteller Sanders hat im Rahmen einer Privatplatzierung die im Oktober 2013 emittierte Unternehmensanleihe über 18 Millionen Euro um 4 Millionen Euro aufgestockt. Die Anleihe läuft bis zum 22. Oktober 2018 und ist mit einem Kupon von 8,75 Prozent p.a. ausgestattet. Die Erlöse aus der Anleiheaufstockung will der Bettwarenhersteller im Wesentlichen für den Ausbau seiner Produktion und seines Vertriebs verwenden. Die Transaktion wurde von Steubing als Sole Global Coordinator und Bookrunner begleitet.

Carl Zeiss hat einen Konsortialkredit in Höhe von 500 Millionen Euro abgeschlossen. Mit dem neuen Kreidt will das Unternehmen der feinmechanisch-optischen Industrie. bestehende Finanzierungen ablösen.

Die KfW hat ihren ersten Green Bond begeben. Darunter ist ein verzinsliches Wertpapier zu verstehen, dessen Emissionserlös zur Finanzierung von Umwelt- und Klimaschutzprojekten verwendet wird. Der Green Bond der staatlichen Förderbank ist mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro die bislang größte begebene Neuemission in diesem Marktsegment. Die Anleihe läuft fünf 5 Jahre und zahlt einen Kupon in Höhe von 0,375 Prozent. Crédit Agricole, Deutsche Bank und SEB begleiten die Transaktion als Konsortialbanken.

Der insolvente Onlinehändler Getgoods hat am 11. Juli für die Mittelstandsanleihe bei der Börse Stuttgart die Einbeziehung in das Handelssegment Bondm mit Wirkung zum 22. August 2014 gekündigt. Für den Zeitraum danach sei die Handelbarkeit der Getgoods-Anleihe im Freiverkehr der Börsen Stuttgart, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt (Main) und München gewährleistet, heißt es in einer Mitteilung. Der Wechsel des Segmentes ist notwendig, da der Onlinehändler aufgrund des am 1. Februar 2014 eröffneten Insolvenzverfahrens seinen Berichts- und Folgepflichten nicht fristgemäß nachkommen kann. Dies betrifft aktuell zum Beispiel den Jahresbericht 2013, der in dem bisherigen Segment bis zum 30. Juni hätte veröffentlicht werden müssen.

Die Adler Real Estate konnte die im April dieses Jahres begebene Unternehmensanleihe 2014/2019 um 50 Millionen Euro auf 100 Millionen Euro in Form einer Privatplatzierung aufstocken.

Medigene hat die angekündigte Kapitalerhöhung abgeschlossen und durch die Platzierung der maximal möglichen Anzahl an neuen Aktien sowie durch die Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen einen Bruttoemissionserlös von rund 15,9 Millionen Euro erzielt. Die Baader Bank hat die Transaktion als Sole Bookrunner begleitet.

RIB Software hat ihre Kapitalerhöhung durchgeführt und die neuen Aktien zu einem Preis von 12,50 Euro je Aktie platziert. Berenberg hat die Transaktion als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner begleitet. Die Equinet Bank war als Co-Lead Manager involviert. Das Unternehmen will den Nettoemissionserlös in Höhe von rund 46,6 Millionen Euro für die weitere Expansion verwenden.

Dem Telefon- und Tablethersteller Gigaset fließt aus der erfolgreichen Platzierung einer Kapitalerhöhung und von Wandelschuldverschreibungen ein Nettoemissionserlös von rund 33,9 Millionen Euro zu.

Die Deutsche Rohstoff AGwill unter CFO Thomas Gutschlag für bis zu 5 Millionen Euro eigene Aktien zurückkaufen. Das Aktienrückkaufprogramm soll bis spätestens 31. Dezember abgeschlossen sein.

Das Münchner Hightech-Fitnessunternehmen eGym erhält in einer weiteren Finanzierungsrunde von seinem neuen Investor Highland Capital Partners Europe sowie von den bereits bei eGym engagierten Investoren Bayern Kapital und High-Tech Gründerfonds 15 Millionen US-Dollar für das internationale Wachstum und die Produktentwicklung.

Standard & Poor’s bestätigt das Rating der Deutschen Bank bei A, Ausblick negativ. Dank der jüngsten Kapitalerhöhung sei die Widerstandskraft der Bilanz aber gewachsen, heißt es seitens der Ratinganalysten.

Moody’s stuft das Rating des Spezialmaschinenbauers GEA Group von Baa3 auf Baa2 hoch. Der Ratingausblick bleibt stabil.

Fitch bewertet den Automobilzulieferer HP Pelzer mit B. Der Ratingausblick ist stabil.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.

sabine.paulus@finance-magazin.de | + posts

Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.

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