Newsletter

Abonnements

Finanzierungen: Daimler, Mercedes-Benz Auto Finance, Nestlé

Der Autokonzern streckt seine Füller Anfang Mai an vielen Märkten aus.
Alexandr Mitiuc/iStock/Thinkstock/Getty Images

Daimler begibt Bonds über 2 Milliarden US-Dollar

Der Autokonzern Daimler hat Anfang Mai den Dollar-Markt angezapft und Bonds mit einem Volumen von 2 Milliarden Dollar platziert. Die Transaktion teilt sich in vier Tranchen, von denen jeweils zwei variabel und zwei fix verzinst werden. Die Floater haben jeweils ein Volumen von 500 Millionen Dollar und laufen bis November 2018, beziehungsweise bis Mai 2020. Sie werden jeweils mit 25 und 53 Basispunkten über dem Libor verzinst. Bei den festverzinsten Bonds läuft eine Tranche über 750 Millionen Dollar bis 2020. Der Kupon des Papiers liegt bei 2,2 Prozent. Die kleinste Tranche mit einem Volumen von 250 Millionen Dollar läuft bis 2022 und wird mit 2,85 Prozent verzinst.

Nur zwei Tage später platzierte der Autobauer auch einen Bond am Euro-Markt. Dort sammelte Daimler allerdings lediglich 500 Millionen Euro ein. Das Papier hat ebenfalls eine Laufzeit bis 2022. Hier liegt der variable Kupon 28 Basispunkte über dem Euribor.

Dritte Verbriefung von Autokrediten in China bei Mercedes-Benz

Der Daimler-Konzern zapfte zudem noch einen weiteren Währungsmarkt an: Mercedes-Benz Auto Finance, ein Tochterunternehmen der Daimler Financial Services Group, hat zum dritten Mal Autokredite in China verbrieft. Insgesamt beläuft sich die Transaktion Silver Arrow China 3 auf rund 5,23 Milliarden Renminbi (rund 700 Millionen Euro). Die beiden vorangegangenen Verbriefungen waren jeweils kleiner. Hogan Lovells (Federführung Dietmar Helms) hat Mercedes-Benz Auto Finance bei der Verbriefung beraten.

Nestlé sammelt 300 Millionen Dollar ein

Auch der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé war am Dollar-Markt aktiv. Das Unternehmen platzierte einen Bond über 300 Millionen Dollar. Das Papier läuft bis Mai 2022 und wird mit 2,25 Prozent verzinst. Die Transaktion wurde von UBS, Royal Bank of Canada, MUFG und Bank of America Merrill Lynch begleitet.

Weitere Finanzierungen

Die HIAG Immobilien Holding hat ihre dritte festverzinsliche Anleihe platziert. 150 Millionen Schweizer Franken sammelte das Schweizer Unternehmen ein. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre und der Kupon liegt bei 0,8 Prozent. Mit dem Erlös will die HIAG Bankfinanzierungen zurückzahlen und ihre Finanzierungsstruktur diversifizieren. Credit Suisse und Bank Vontobel waren Joint Lead Manager bei der Transaktion.

Der Fußball-Bundesligist Hertha BSC startet mit dem Fintech-Unternehmen Kapilendo eine zweite Crowd-Finanzierungsrunde. Insgesamt will Hertha BSC 1,5 Millionen Euro einsammeln. Die Finanzierung soll eine Laufzeit von drei Jahren haben und mit 4 Prozent verzinst werden. Der Erlös soll in den Ausbau der Nachwuchsarbeit fließen.

Der Technologiekonzern Siemens zieht für den Börsengang der Medizintechniksparte Health-ineers verschiedene Optionen in Betracht, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Möglich seien ein Verkauf neuer Aktien an den Markt, eine Fusion der Sparte mit einem bereits börsennotierten Unternehmen oder einer Übertragung der neuen Papiere an die Siemens-Aktionäre, so Finanzvorstand Ralf Thomas. Varian Medical Systems, ein an der New Yorker Börse gelistetes Unternehmen, könnte ein möglicher Fusionspartner sein, wie die Nachrichtenagentur aus Finanzkreisen erfahren hat.

Das Wiener Pfandhaus Golending AT hat eine Anleihe mit unbegrenzter Laufzeit über bis zu 50 Millionen Euro ausgegeben, die seit Anfang Mai gezeichnet werden kann. Der Kupon liegt bei 9,725 Prozent und die Mindestzeichnungssumme bei 100.000 Euro. Der Erlös soll zur Finanzierung und Erweiterung der operativen Tätigkeit im Bereich der Vergabe von Pfandkrediten genutzt werden. Brandl & Talos berät das Unternehmen bei der Emission.

Das Medizintechnikunternehmen Ondal, ein Portfolio-Unternehmen der Beteiligungsgesellschaft Capvis Equity Partners, hat seine Kredite refinanziert. Der britische Kreditfonds Pemberton stellt dem Unternehmen neue Darlehen aus seinem Debt Fonds zur Verfügung. Über die Summe der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart. Die ursprüngliche Finanzierung war 2012 im Zusammenhang mit der Übernahme durch Capvis von einem Konsortium unter Führung der Unicredit zur Verfügung gestellt worden. Ashurst (Federführung: Bernd Egbers, Christiane Bestgen) hat Capvis bei der Refinanzierung beraten. Milbank (Federführung: Thomas Ingenhoven) stand Pemberton beratend zur Seite und Latham & Watkins (Federführung: Christian Jahn) dem Konsortium um die Unicredit.

Strasser Steine, ein Anbieter von Küchenarbeitsplatten aus Naturstein, hat eine Online-Finanzierung bei dem Fintech Finnest.com gestartet. Investoren können ab 1.000 Euro in das Unternehmen investieren, die Laufzeit beträgt fünf Jahre. Dafür müssen Investoren zunächst ein qualifiziertes Nachrangdarlehen mit einer Verzinsung zwischen 3 und 7 Prozent anbieten. Im Anschluss wählt Strasser Steine die besten Angeboten aus. Mit dem Geld soll eine weitere Expansion des Unternehmens hierzulande, sowie die Entwicklung neuer Produktinnovationen vorangetrieben werden.

Das Stuttgarter Unternehmen Cloud No 7, das einen Wohn- und Hotelturm in der Stuttgarter Innenstadt baut, hat eine Zwischenfinanzierung mit einem institutionellen Investor abgeschlossen. Grund dafür ist eine Verzögerung bei der Fertigstellung des Hotels. Da der Kaufpreis deshalb erst später an das Unternehmen fließt, muss Cloud No 7 Zeit überbrücken. Die Auszahlung der Finanzierung soll Ende Juni 2017 geschehen. Mit dem Geld aus der Zwischenfinanzierung sowie weiteren zur Verfügung stehenden Mitteln soll die Rückzahlung der mit 6 Prozent verzinsten Schuldverschreibungen 2013/2017 inklusive der fälligen Zinsen gestemmt werden. Für den Verkauf des Hotels sei mittlerweile ein Letter of Intent mit einem Fonds unterzeichnet worden.

Das Biotechnologieunternehmen Medigene hat seine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Knapp 1,96 Millionen Aktien platzierte das Unternehmen im Rahmen einer Privatplatzierung bei institutionellen Investoren. Bei einem Ausgabepreis von 10,55 Euro je Aktie flossen Medigene rund 20,7 Millionen Euro zu. Nach Angaben des Biotechnologieunternehmens war das Angebot deutlich überzeichnet. Mit dem Erlös sollen die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ausgebaut werden. Guggenheim Securities und die Baader Bank begleiteten die Transaktion als Bookrunner. Trout Capital war Co-Placement-Agent.

Der Konzertveranstalter Deutsche Entertainment Aktiengesellschaft (Deag) hat eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht aus genehmigten Kapital beschlossen. Knapp 2 Millionen neue Aktien sollen zu einem Bezugspreis von 2,40 Euro und in einem Verhältnis von 8:1 ausgegeben werden. Dadurch würde der Deag ein Bruttoemissionserlös von bis zu 5 Millionen Euro zufließen, die das Unternehmen zur Erweiterung seines Geschäfts in Großbritannien und zur Finanzierung weiteren Wachstums nutzen will. Hauck & Aufhäuser Privatbankiers begleitet die Transaktion.

Die Payment Solution, ein Anbieter von Kassensystemen für Stadien, hat in der vergangenen Woche beim Amtsgericht Hamburg Insolvenz angemeldet. Auslöser hierfür war die fehlende Überzeugung der Mehrheitsgesellschafter von der nachhaltigen Tragfähigkeit der Zukunftspläne. Payment Solutions ist ein Portfoliounternehmen von Sandpiper Digital Payments.

Clere, eine Finanzholding, die im Bereich der erneuerbaren Energien und Umwelttechnik investiert, hat einen Antrag zum Delisting seiner Aktien gestellt. Bislang wurde Clere im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Der Vorstand begründete den Schritt damit, dass der Nutzen nicht mehr den Aufwand rechtfertige. Die Hauptaktionärin des Unternehmens, Elector, hat ein Abfindungsangebot zum Mindestpreis angekündigt. Clere war nach dem Verkauf des operativen Geschäfts aus dem Kunststoffproduzenten Balda hervorgegangen.

Publity, ein Investor im Bereich Büroimmobilien, hat eine Nachplatzierung seiner Wandelanleihe 2015/2020 abgeschlossen. Die neuen Anleihen im Umfang von 20 Millionen Euro wurde im Rahmen einer Privatplatzierung bei institutionellen Investoren platziert. Der Kupon liegt bei 3,5 Prozent. Publity will die Zuflüsse für Co-Investments im Rahmen von Joint Ventures nutzen.

Adinotec, ein Entwickler und Produzent von Technologie-Produkten, die im Straßenbau und der Straßensanierung eingesetzt werden, hat nach dem derzeitigen Stand der Rechnungslegung mehr als die Hälfte seines Grundkapitals verloren. Als Grund gab das Unternehmen den nicht liquiditätswirksamen Abschreibungsbedarf auf die Beteiligung an der Adinotec Slowakei an. Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden weitere mögliche Kapitalmaßnahmen prüfen, teilt das Unternehmen mit.

Die Deutsche Geothermische Immobilien P1, eine Tochter der DGI AG, die das Immobilienportfolio in Celle und Rotenburg hält, hat einen Refinanzierungsvertrag mit einem Investor unterzeichnet. Dieser beläuft sich auf 5 Millionen Euro und hat eine Laufzeit von zwei Jahren mit endfälliger Verzinsung. Das Unternehmen will mit dem Geld unter anderem eine Darlehens-tranche zurückzahlen, die Teil der ursprünglichen Finanzierung des Immobilienportfolios war.

Move24, ein Anbieter für Umzugsdienstleistungen, hat in einer Serie-C-Finanzierungsrunde insgesamt 13 Millionen Euro eingeworben. Beteiligt haben sich Innogy Venture, Holtzbrinck Ventures, DN Capital, Piton Capital und Cherry Ventures. Das Unternehmen wird die Mittel zum Ausbau seines Service-Portfolios verwenden.



Das Immobilienunternehmen Grand City Properties will seine Aktien ab dem 9. Mai im regulierten Markt handeln lassen. Das Unternehmen erhofft sich dadurch unter anderem eine höhere Sichtbarkeit am Kapitalmarkt.

Ratingmeldungen

Moody’s verschlechtert das Rating der Senior Secured Notes des Papierherstellers Progroup von Ba2 auf Ba3. Die weiteren Ratings der JH-Holding, dem Mutterkonzern von Progoup, bestätigt die Ratingagentur dagegen. Als Grund für die Herabstufung nennt Moody’s die erwartete Rückzahlung von PIK Toggle Notes über 44 Millionen Euro. Diese Papiere sind allen anderen Instrumenten nachgeordnet und stellen somit bislang einen Verlustpuffer dar. Der Ausblick aller Ratings ist stabil.

Moody’s hat alle Ratings des Gabelstaplerherstellers Kion Group zurückgezogen. Grund hierfür seien „Geschäftsgründe“. Zuletzt bewertete die Ratingagentur die Kion Group mit Ba1, der Ausblick war negativ.

Weitere Meldungen

Die staatliche Förderbank KfW will die digitale Transformation und Innovationstätigkeit der mittelständischen Unternehmen durch zwei neue Förderprogramme voranbringen. Mit dem „ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit“ kann unter anderem die Digitalisierung von Produkten und Verfahren begleitet werden. Das Programm „ERP-Mezzanine für Innovationen“ dient zur langfristigen Finanzierung marktnaher Forschung und Entwicklung.

Eine Initiative zur Reform des Referenzzinssatzes Euribor ist vorerst gescheitert. Das European Money Markets Institute will jedoch einen neuen Versuch starten. Auch die Europäische Zentralbank erwägt einen eigenen Referenzsatz.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.

Augenöffner für Finanzentscheider
Inside Corporate Banking: Die Serie zum Banken-Survey 2022
Jetzt Insights sichern »
Jetzt lesen »
Inside Corporate Banking: Die Serie zum Banken-Survey 2022