Newsletter

Abonnements

Finanzierungen: Infineon, Ekotechnika, UBM

Der Halbleiterhersteller Infineon hat die ersten reinen Anleihen seiner Unternehmensgeschichte begeben.
Infineon

Infineon emittiert Euro-Bonds über 800 Millionen Euro

Infineon Technologies hat zum ersten Mal reine Anleihen begeben. Bisher hatte der Halbleiterhersteller nur Wandel- und Umtauschanleihen begeben. Die neue Emission über 800 Millionen Euro unterteilt sich in zwei Tranchen über 300 Millionen Euro und 500 Millionen Euro. Die erste Tranche läuft über dreieinhalb Jahre und wird mit 1 Prozent verzinst. Die zweite, größere Tranche läuft über sieben Jahre und hat einen Kupon von 1,5 Prozent. Das Papier wurde von Fonds, Versicherungsgesellschaften, Pensionskassen und Banken aus dem In- und Ausland gezeichnet. Das Orderbuch war nach Angaben des Unternehmens deutlich überzeichnet. Die Transaktion wurde von Bank of America Merrill Lynch und Citigroup koordiniert.

Infineon will mit dem Erlös eine Brückenfinanzierung ablösen. Die Mittel hatte das Unternehmen im August 2014 von Banken zur Finanzierung der Übernahme der International Rectifier Corporation erhalten. Der Deal wurde im Januar abgeschlossen. Der Kaufpreis lag bei 2,25 Milliarden Euro. Für die Finanzierung der Akquisition hatte Infineon Kredite über 1,55 Milliarden Euro syndiziert.

Ekotechnika-Mini-Bond fällt

Der deutsch-russische Landmaschinenhändler Ekotechnika muss restrukturieren. Er kann seine Schulden nicht mehr bezahlen. Deshalb macht der Vorstand den Anleihegläubigern der 60 Millionen Euro schweren Mittelstandsanleihe ein Angebot, ihre Forderungen im Nennwert von je 1.000 Euro zu einem Umtauschverhältnis von rund 1:25 in neue Aktien zu tauschen. Das Papier sollte bis 2018 laufen und hat einen Kupon von 9,75 Prozent.

Die Anleihegläubiger sollen 1,54 Millionen Aktien halten. Im Anschluss ist eine Barkapitalerhöhung geplant. Der bisherige Ekotechnika-Mehrheitsaktionär  Stephan Dürr will 1,52 Millionen weitere neue Aktien zum Preis von je 2 Euro zeichnen. Für die Bondholder sind das keine guten Nachrichten, die Recovery-Quote könnte bei nur 5 Prozent liegen.

UBM stockt Anleihe um 25 Millionen Euro auf

Die UBM Realitätenentwicklung hat einen im Juli 2014 begebenen Bond um 25 Millionen Euro aufgestockt. Damit erhöht sich das Gesamtvolumen der Anleihe auf 200 Millionen Euro. Das Papier wird mit 4,875 Prozent verzinst und läuft bis Juli 2019. Die Immobiliengesellschaft hatte die Anleihe schon im Dezember einmal um 15 Millionen Euro aufgestockt. Steubing und Quirin Bank haben die Transaktion begleitet. Das Orderbuch konnte bereits nach zwei Stunden geschlossen werden, heißt es in einer Mitteilung von Steubing.

Weitere Finanzierungen

Das IT-Unternehmen SNP Schneider-Neureither & Partner hat eine Anleihe über 10 Millionen Euro begeben. Das Papier wird mit 6,25 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit bis März 2020. Qualifizierte Anleger im In- und Ausland haben die Anleihe im Rahmen einer Privatplatzierung gezeichnet. Mit dem Erlös will das Unternehmen vor allem anorganisches Wachstum finanzieren. Youmex hat die Transaktion begleitet.

Steilmann-Boecker Fashion Point hat eine Anleihe über 10 Millionen Euro platziert. Das Papier wurde in einer reinen Privatplatzierung begeben, die aufgrund des hohen Interesses nach Angaben des Unternehmens vorzeitig beendet werden konnte. Der Bond  hat eine kurze Laufzeit von zwei Jahren und wird mit sieben Prozent verzinst. Das gesamte Anleihevolumen des Unternehmens erhöht sich damit auf 73,6 Millionen Euro. Die Oddo Seydler Bank hat die Transaktion als Bookrunner begleitet, als Kapitalmarktberater fungierte Kimed Investments & Management.

Der Stahlkonzern Voestalpine hat beschlossen, das Grundkapital durch die Ausgabe von 2,5 Millionen neuer Aktien um 1,45 Prozent zu erhöhen. Der Vorstand hat den Ausgabepreis auf 34,48 Euro festgelegt. Mit den neu geschaffenen Aktien will Voestalpine das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm absichern und ausbauen. Deshalb liegt das Bezugsrecht ausschließlich bei der Voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung. Die Stiftung hält derzeit 12,6 Prozent des Grundkapitals, nach der Kapitalerhöhung werden es 13,8 Prozent sein.

Der Onlineweinhändler viacampo.de erhält 3,75 Millionen Euro Wachstumskapital. Die neuen Mittel will das Start-Up vor allem für die technologische Weiterentwicklung der Plattform einsetzen.

Ratingmeldungen

Scope senkt das Rating des Konsumgüterherstellers Friedola von B auf B-. Der Ausblick ist stabil. Gleichzeitig zieht die Agentur das Rating zurück. Nach Angaben von Scope erfolgt dieser Schritt auf Ersuchen des Unternehmens. Grund für die Verschlechterung des Ratings ist das schwache Finanzrisikoprofil und die Verzögerung bei dem erwarteten operativen Turnaround.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.

+ posts

Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.

FINANCE Daily Newsletter
Das Wichtigste aus der FINANCE-Welt – täglich direkt in Ihr Postfach.
Jetzt abonnieren »
Jetzt abonnieren »
FINANCE Daily Newsletter