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Finanzierungen: RWE, Kion, Deutsche Reihenhaus

Umspannanlage von RWE: Der Energieversorger schließt einen neuen syndizierten Kredit ab.
RWE

RWE erneuert Kreditlinie

Der Energiekonzern RWE hat einen neuen Kredit über 4 Milliarden Euro vereinbart. „Die syndizierte Kreditlinie ersetzt die bestehende Vereinbarung über ebenfalls 4 Milliarden Euro und dient der Liquiditätssicherung des Konzerns“, teilte RWE mit. Mit diesem Schritt nutzt der Energiekonzern das derzeit günstige Markumfeld. Der neue Kredit läuft zunächst fünf Jahre und kann zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden.

Deutsche Reihenhaus platziert Schuldschein

Die Deutsche Reihenhaus hat ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 20 Millionen Euro platziert. Der Schuldschein läuft drei Jahre und ist variabel verzinst. Der Equinet Bank zufolge wurde der Schuldschein vollständig bei deutschen und ausländischen institutionellen Investoren platziert. Das Schuldscheindarlehen dient der allgemeinen Unternehmensfinanzierung. Die Equinet Bank war Sole Lead Arranger der Transaktion. Die Deutsche Reihenhaus bietet Reihenhausanlagen in ausgewählten Metropolregionen an.

Kion zahlt Anleihen zurück

Der Gabelstaplerhersteller Kion zahlt besicherte Unternehmensanleihen im Umfang von insgesamt 525 Millionen Euro zurück und verbessert damit seine Finanzierungsstruktur. Eine festverzinsliche Anleihe über 325 Millionen Euro mit einem Kupon von 7,875 Prozent und Endfälligkeit im Jahr 2018 sowie die 2020 endfällige, variabel verzinsliche Anleihe über 200 Millionen Euro mit einer Verzinsung von 3-M-Euribor plus 4,5 Prozent will Kion mit Hilfe der bestehenden revolvierenden Kreditlinie und eines weiteren Bankdarlehen über 200 Millionen Euro am 15. April 2014 vollständig ablösen. „Durch diesen Schritt sparen wir Zinskosten und gewinnen für die konsequente Umsetzung unserer Wachstumsstrategie weitere Spielräume“, sagt Thomas Toepfer, Finanzvorstand der Kion Group.

Der Gabelstapler rechnet mit einer Zinsersparnis von über 20 Millionen Euro jährlich. Entsprechend den Anleihebedingungen sind Unternehmensangaben zufolge aber insgesamt auch Vorfälligkeitsprämien in Höhe von rund 15 Millionen Euro zu zahlen, die zusammen mit der Auflösung von kapitalisierten Kreditbeschaffungskosten in Höhe von etwa 8 Millionen Euro im zweiten Quartal das Finanzergebnis einmalig belasten werden.

Info

Nach der Ablösung der Anleihen hat Kion noch folgende Instrumente in der langfristigen Fremdfinanzierung:

  • festverzinsliche, 2020 fällige Unternehmensanleihe über 450 Millionen Euro
  • revolvierende Kreditlinie über 1,045 Milliarden Euro mit einer Laufzeit bis 2018
  • Bankdarlehen über 200 Millionen Euro, das bis 2019 läuft

Deutsche Annington emittiert Hybridanleihe

Das Immobilienunternehmen Deutsche Annington emittiert eine Hybridanleihe mit einer Laufzeit von 60 Jahren. Die Anleihe wird von S&P vorerst mit BB+ beurteilt. Die Deutsche Annington selbst wird mit BBB bewertet. Der Kupon soll in den ersten zehn Jahren zwischen 4,875 Prozent und 5 Prozent liegen, hieß es vor einigen Tagen. Die Transaktion wird von Barclays, J.P. Morgan und Morgan Stanley begleitet.

Ratingagentur S&P stuft SGL Carbon auf B+ herunter

Standard & Poor’s (S&P) stufte das Langfristrating für den Graphitspezialisten SGL Carbon von BB- auf B+ herunter. Auch eine weitere Herabstufung um eine Stufe schloss die Ratingagentur für die kommenden sechs bis zwölf Monate nicht aus und setzte daher den Ratingausblick auf negativ. SGL Carbon steckt tief in den roten Zahlen und rechnet auch 2014 wieder mit Verlusten. Im vergangenen Jahr war ein Fehlbetrag von knapp 400 Millionen Euro auszuweisen. Infolgedessen hatte der MDax-Konzern auch die Dividende gestrichen.

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte die Ratingagentur Moody’s den Graphitspezialisten von Ba3 auf B1 heruntergestuft. Der Ratingausblick ist negativ. „Unsere Herabstufung des Unternehmensratings von SGL Carbon auf B1 reflektiert die erheblich verschlechterte Lage der SGL-Geschäftseinheiten Graphitelektroden und Graphite Specialties“, sagte Moody-Analyst Hubert Allemani damals.

Weitere Finanzierungen

Der europäische Tourismuskonzern Tui Travel sichert sich eine Kreditfazilität über 1,4 Milliarden Pfund Sterling. Die Konditionen seien attraktiv, teilte das Unternehmen mit, das aus der Touristiksparte der deutschen Tui AG und der britischen First Choice Holidays plc. Besteht. Die Kreditlinie wird im Juni 2018 fällig.

Das Immobilienunternehmens Adler Real Estate hat eine Mittelstandsanleihe über 50 Millionen Euro platziert. Das Papier läuft fünf Jahre und wird mit 6 Prozent p.a. verzinst. Die Close Brothers Seydler Bank begleitete die Transaktion als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner.

Mit MT-Energie kämpft ein weiterer Mittelstandsanleiheemittent um die finanzielle Rettung. Sorgen bereiten dem Management die Covenants der Mittelstandsanleihe, die ein Sonderkündigungsrecht einräumen. Voraussichtlich wird die Änderung der Covenants nicht so billig, wie es das norddeutsche Biogasanlagenunternehmen gern hätte.

Nach der Insolvenz des Maschinenbauers Renastellt sich die Frage, wie es mit dem Konzern weitergeht. Das Unternehmen hält sich noch bedeckt, Anlegerschützer rechnen mit einem Haircut. Derweil scheint sich die insolvente SH+E Group etwas zu stabilisieren.

LEG Immobilien begibt nicht-nachrangige, unbesicherte Wandelanleihen über rund 300 Millionen Euro, die bis 2021 laufen. und einem Gesamtnennbetrag von rund 300 Millionen Euro zu begeben. Mit diesem Schritt will die LEG, ihre Finanzierungsquellen weiter diversifizieren, heißt es in einer Mitteilung. Die jährliche Verzinsung der Wandelschuldverschreibungen wird zwischen 0,125 Prozent und 0,875 Prozent liegen und halbjährlich nachträglich zahlbar sein.

Der PE-Investor Ardian schließt seinen dritten Fonds für den europäischen Mittelstand mit Investitionszusagen über 500 Millionen Euro.

Das zuständige Amtsgericht in Düsseldorf hat Ende März 2014 die Insolvenzverfahren über die Vermögen der Strauss Innovation sowie der Strauss Logistik eröffnet und die beantragte Eigenverwaltung angeordnet. Zum Sachwalter wurde Andreas Ringstmeier von Dr. Ringstmeier & Kollegen bestellt.

White & Case hat Christian J. Ahrenkiel, bislang Inhaber der deutschen Reederei-Gruppe Ahrenkiel, bei den Restrukturierungsverhandlungen mit den finanzierenden Banken und dem Verkauf der deutschen und zyprischen Unternehmensteile der Reederei beraten. Käufer ist ein von der Hamburger MPC-Gruppe und der Reederei Thien & Heyenga gegründetes Unternehmen.

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Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.