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Finanzierungen: Sixt, Stada, Aurelis

Die Pläne werden konkret: am 7. Mail will Sixt die Leasing-Sparte an die Börse bringen.
yangphoto/iStock/Thinkstock/Getty Images

Sixt Leasing IPO am 7. Mai

Am 7. Mai will CFO Björn Waldow, der erst seit April im Amt ist, Sixt Leasing an die Börse führen. Die Preisspanne hat der Spezialist für Flottenleasing jetzt auf zwischen 17,90 Euro und 21,30 festgelegt, der Angebotszeitraum läuft ab Montag und endet voraussichtlich am 6. Mai. Der IPO wird aus rund 5,5 Millionen neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung sowie 6,78 Millionen bestehenden Aktien, die der bisherige Alleinaktionär Sixt abgibt, bestehen. Einen Teil der bereits vorhandenen Aktien werden im Rahmen einer Mehrzuteilung ausgegeben. Die Papiere werden in Deutschland und Luxemburg öffentlich angeboten, es gibt darüber hinaus weitere Privatplatzierungen in anderen Ländern. Berenberg und Commerzbank fungieren als Joint Global Coordinators und zusammen mit Baader Bank als Joint Bookrunners.

Auf Grundlage der festgesetzten Preisspanne kann sich das Volumen des IPOs mit Ausübung der Mehrzuteilung zwischen 221,4 Millionen Euro und 263,4 Millionen Euro bewegen. Der Eigentümer Sixt plant, vor dem Börsengang noch 30 Millionen Euro in die Leasing-Sparte zu schießen. Für Sixt bedeutet das unter Abzug der Kapitalspritze einen Emissionserlös von 130 bis 149 Millionen Euro. Der bisherige Alleinaktionär wird nach der Transaktion nur noch weniger als 50 Prozent an Sixt Leasing halten. Beide Gesellschaften haben eine Lock-up-Vereinbarung über 6 Monate unterzeichnet.

Stada platziert Anleihe über 300 Millionen Euro

Der Arzneimittelkonzern Stada Arzneimittel hat eine Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 300 Millionen Euro bei institutionellen Investoren und Privatanlegern platziert. Die neue Anleihe hat eine Laufzeit von sieben Jahren und wird mit 1,75 Prozent verzinst. Die Unternehmensanleihe wurde zu einem Kurs von 99,407 Prozent ausgegeben.

Mit der Anleihe refinanziert Stada eine 2010 begebene fünfjährige Anleihe, die noch mit 4 Prozent verzinst war. Durch die Refinanzierung spart Stada nach eigenen Angaben rund 7,9 Millionen Euro Zinsen im Jahr ein. Die Emission wurde von der Commerzbank, DZ Bank, HSBC und UniCredit als Joint Lead Manager koordiniert. Beraten wurde Stada durch ein Team der Kanzlei Ashurst unter Federführung von Tobias Krug.

Aurelis vereinbart Refinanzierung über 530 Millionen Euro

Der Immobilieninvestor Aurelis Real Estate hat ein Konsortialdarlehen über 530 Millionen Euro vereinbart. Lead Arranger und Agent ist die pbb Deutsche Pfandbriefbank, die sich mit 430 Millionen Euro an der Finanzierung beteiligt. Das verbleibende Darlehensvolumen in Höhe von 100 Millionen Euro stellt ein weiterer Finanzierungspartner im Konsortium zur Verfügung. Nach Unternehmensangaben nutzt Aurelis den Konsortialkredit, um frühzeitig Bankverbindlichkeiten zu refinanzieren, die im Dezember 2016 auslaufen. Außerdem soll das Miet- und Projektentwicklungsportfolio ausgebaut werden.

Ekotechnika ist sanierfähig

PwC traut dem angeschlagenen Landmaschinenhersteller Ekotechnika die Sanierung grundsätzlich zu. Das Restrukturierungskonzept erfordert eine Stärkung der Eigenkapitalbasis, die durch einen Debt-to-Equity-Swap erreicht werden soll. Außerdem soll der Hauptaktionär Dürr Kapital nachschießen.

Neben dem Finanzierungskonzept muss Ekotechnika auch operativ restrukturieren. Dies schließt Einsparungen beim Personal und die Liquidation funktionsloser Gesellschaften ein. Eine Unwägbarkeit bleibt weiterhin die Abhängigkeit vom russischen Markt. Sollten sich dort die Rahmenbedingungen für die Landtechnikbranche stabilisieren, könnte die Sanierung nach Einschätzung von PwC gelingen, sofern die Restrukturierungsmaßnahmen greifen.

Ob das Restrukturierungskonzept von den Bondgläubigern akzeptiert wird, stellt sich bei der Abstimmung auf der Anleihegläubigerversammlung am 6. Mai heraus.

Windeln.de startet Bookbuilding für IPO

Der Onlinehändler für Baby- und Kleinkindprodukte Windeln.de eröffnet das Bookbuilding für seinen Börsengang. Die Preisspanne liegt zwischen 16,50 Euro und 20,50 Euro. Bei einem Emissionsvolumen von rund 11,4 Millionen Aktien und einem Mittelkurs von 18,50 Euro läge die Marktkapitalisierung bei rund 211 Millionen Euro. Der erste Handelstag ist am 8. Mai soll die Aktie im regulierten Markt der Frankfurter Börse geplant. Der Börsengang wird die erste große Prüfung für den Neu-CFO Nikolaus Weinberger, der erst Anfang April zu dem Unternehmen stieß.

Uniwheels legt Details für Börsengang fest

Uniwheels nennt weitere Details zum geplanten Börsengang in Warschau. Das Unternehmen hat die Zahl der Aktien auf 4,8 Millionen festgelegt. Darin sind 2,4 Millionen neue Aktien aus einer Grundkapitalerhöhung und 2,4 Millionen Aktien der Holdinggesellschaft des abgebenden Aktionärs enthalten. Der Ausgabepreis liegt bei 105 Polnischen Zloty. Damit soll der Gesamterlös des IPOs bei 504 Polnischen Zloty (rund 125,4 Millionen Euro) liegen. Davon werden etwa 62,7 Millionen Euro zufließen.

Singulus will Debt-Equity-Swap

Die Gläubiger der Mittelstandsanleihe des Maschinenbauers Singulus sollen das Unternehmen mit einem Haircut retten. Sie sollen einem Debt-Equity-Swap zustimmen. Das Unternehmen will mit einer Reihe von Kapitalmaßnahmen den Turnaround schaffen. Dafür soll zunächst das Grundkapital in Höhe der aufgelaufenen Verluste herabgesetzt werden. Dann soll das Eigenkapital gestärkt und die Bilanz bereinigt werden.

Gläubiger stimmen Schneekoppe-Insolvenzplan zu

Der Müslihändler Schneekoppe hat sich mit seinen Gläubigern geeinigt. Sie haben dem Insolvenzplan und der Restrukturierung des Mini-Bonds bei der zweiten Gläubigerversammlung „mit großer Mehrheit“ zugestimmt. Das teilte Schneekoppe heute mit. Auch das Insolvenzgericht im niedersächsischen Tostedt habe den Plan bereits bestätigt. Die Laufzeit der Mittelstandsanleihe wird um fünf Jahre verlängert und die Gläubiger verzichten auf 92 Prozent ihrer Forderungen.

Weitere Finanzierungen

Der im SDax notierte Frankfurter ImmobilieninvestorDIC Asset hat die im vergangenen Jahr begebene Unternehmensanleihe im Zuge einer Privatplatzierung bei institutionellen Investoren um 50 Millionen auf insgesamt 175 Millionen aufgestockt. Der Ausgabepreis liegt bei 103 Prozent. Bankhaus Lampe begleitet die Transaktion als Sole Bookrunner.

Nabaltec hat ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 70 Millionen Euro begeben. Die platzierten Tranchen haben Laufzeiten von 5 und 7 Jahren mit variabler Verzinsung. Platziert wurde das Darlehen nach Unternehmensangaben bei zwölf Investoren, zu denen hauptsächlich Privat- und Landesbanken zählen. Koordiniert wurde die Platzierung von DZ Bank und IKB.

Die Immobiliengesellschaft Patrizia erhält 150,3 Millionen Euro für den Kauf von 107 Einzelhandelsimmobilien. Die Finanzierung wird von Berlin Hyp zur Verfügung gestellt und läuft über sieben Jahre.

Der Schweizer Wachstumskapitalinvestor Mountain Cleantech beteiligt sich über seinen zweiten Fonds an der Ascon Resource Management Holding aus Bonn, die auf die Abfall-Kreislaufwirtschaft spezialisiert ist. Über die Höhe der Investition ist nichts bekannt. Mit dem frischen Kapital will Ascon unter anderem den Handel mit Sekundärrohstoffen verstärken und international wachsen. Strukturiert wurde die Transaktion vom Münchner Corporate-Finance-Beratungsunternehmen Sarbery.Capital als Lead Arranger.

Teak Holz will mit den Gläubigern der 2010 begebenen Wandelschuldverschreibung weiter verhandeln. Die Wandelschuldverschreibung ist mit Aktien der Plantagenbesitzgesellschaften der THI Gruppe in Costa Rica besichert. Das Unternehmen will zwei Restrukturierungsvarianten vorstellen. Zum einen könnten die Plantagen an Dritte verkauft werden. Die andere Möglichkeit wäre die Übernahme durch Dritte und Gläubiger, um die Plantagen bis zur Ernte weiterzuführen. Ein Verkauf der Anlagen würde nach Angaben des Unternehmens wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Verbindlichkeiten der Gläubiger vollständig zurückzuzahlen.

Der Online-Lottoanbieter Lottoland hat eine Insurance-Linked Security (ILS)-Verbriefungstransaktion bei institutionellen Investoren platziert. Mit der zweijährigen Transaktion versichert sich der Glücksspielanbieter gegen hohe Jackpot-Gewinne seiner Kunden von bis zu 100 Millionen Euro. Für Investoren liegt die risikoabhängige Rendite zwischen 5 und 15 Prozent. Die Verbriefungen wurden über ein Emissionsvehikel mit Sitz in Gibraltar in der EU platziert. Modelliert wurde die Transaktion vom Schweizer Aktuar Milliman, für die Platzierung war die Kronberger Inea verantwortlich.

Der US-Investor Janus Capital Management beteiligt sich mit 3,85 Prozent an der börsennotierten Münchner Immobiliengesellschaft Isaria Wohnbau. Details der Transaktion sind nicht bekannt.

Die UBM Realitätenentwicklung hat in der ersten Tranche ihrer Kapitalerhöhung rund 1,35 Millionen Aktien platziert. Der Bruttoerlös beträgt bei einem Preis von 40 Euro je Aktie rund 54,1 Millionen Euro. Insgesamt sollen bis zu 2 Millionen neue Aktien ausgegeben werden. Die bisherigen Aktionäre erhalten Bezugsrechte für die noch verbliebenen 646.457 neuen Aktien, die nach Ende der Bezugsfrist interessierten Investoren angeboten werden. Der Gesamterlös der Emission soll 76,3 Millionen Euro betragen. Durch die Kapitalerhöhung reduziert sich der Anteil der Hauptaktionäre Ortner und Strauss auf 41 Prozent.  Das Orderbuch war nach Unternehmensangaben überzeichnet, wie schon bei der letzten Anleiheplatzierung von UBM im März.

Der Münchner Immobilieninvestor Fair Value REIT hat eine Barkapitalerhöhung um bis zu 9,4 Millionen Euro bei Ausnutzung des genehmigten Kapitals beschlossen, wozu bis zu 4,7 Millionen neue Aktien ausgeben werden sollen. Der Bezugspreis für Aktionäre liegt zwischen 7,80 Euro und 8 Euro. Weiterhin bietet die Fair Value Reit-AG die neuen Aktien mit der gleichen Preisspanne über eine Privatplatzierung sowie ein Bookbuilding-Verfahren an. Fair Value Reit will den Erlös der Kapitalerhöhung hauptsächlich für Investitionen in Immobilien verwenden. Victoria Partners berät FairValue Reit bei der Transaktion. Die Oddo Seydler Bank agiert als Global Coordinator und Bookrunner.

SKW Stahl-Metallurgie schlägt der Hauptversammlung eine Erhöhung des Grundkapital um 100 Prozent vor. Die Erhöhung soll gegen Bareinlagen mit Bezugsrecht der Aktionäre erfolgen. Die Versammlung findet am 9. Juni statt. Damit soll das Eigenkapital gestärkt werden und weiteres Wachstum finanziert werden.

Das Biotechnologieunternehmen Mologen hat mit einer Kapitalerhöhung 28,3 Millionen Euro eingesammelt. Mologen hat rund 5,6 Millionen Aktien zu je 5 Euro platziert. Freshfields hat das Unternehmen bei der Transaktion beraten.

Der Vorstand des Süßwarenherstellers Halloren Schokoladenfabrik hat eine Kapitalerhöhung durch Sacheinlage ohne Bezugsrecht der Aktionäre mit einer Ausgabe von 636.492 neuen Aktien beschlossen. Zugrunde liegt ein Wert von 7,07 Euro je Halloren-Aktie. Die Aktien werden von Charlie Investors gezeichnet, die als Sacheinlage 50 Prozent minus 1 Aktie der Anteile an Bouchard und Daskalides einbringen. Charlie Investors ist dadurch mit rund 19 Prozent an Halloren beteiligt. 

Ratingmeldungen

Nach dem Scheitern der Conwert-Übernahme durch die Deutsche Wohnenbestätigt Standard & Poor’s das Langfristrating der Deutsche Wohnen bei BBB+. Außerdem steht das Rating, das im Rahmen der Übernahme der Conwert auf CreditWatch gesetzt worden war, nicht mehr unter Beobachtung.

Fitch Ratings hat den Bonitätsausblick der Metro von stabil auf negativ gesenkt. Das Rating bleibt weiterhin bei BBB-. Fitch zufolge ist die Ratingentwicklung unter anderem beeinflusst von der Gewinnentwicklung des Konzerns und der Abhängigkeit vom Russlandgeschäft.

Die Ratingagentur Moody’s hat Rapid TopCo, dem Mutterunternehmen des Windradherstellers Senvion, erstmals ein Unternehmensrating sowie ein Kreditausfallrating jeweils mit der Note B1 erteilt. Die von der Rapid Holding begebenen Senior Secured Notes in Höhe von 400 Millionen Euro erhält im gleichen Zuge das Rating B2. Der Ausblick für alle Ratings ist stabil.

Die geplante Anleihe der Progroup über 400 Millionen Euro erhält ein vorläufiges B1-Rating von Moody’s. Der Ausblick ist stabil. Außerdem bewertet die Ratingagentur die JH-Holding, die Holding-Gesellschaft der Progroup, mit einem B2-Rating. Die geplanten PIK Toggle Notes der JH-Holding Finance erhalten Caa1-Rating.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.

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