Deutsche-Wohnen-Immobilie in Lutherstadt-Wittenburg. Der MDax-Konzern wird die österreichische Conwert doch nicht übernehmen.

Deutsche Wohnen

16.04.15
Deals

M&A-Deal geplatzt: Deutsche Wohnen hakt Conwert-Übernahme ab

Die geplante Akquisition der österreichischen Conwert durch die Deutsche Wohnen ist gescheitert. Der MDax-Konzern plant nicht, das Angebot nachzubessern. Die Aktienkurse beider Unternehmen reagierten dennoch nicht übermäßig.

Der geplante M&A-Deal zwischen dem Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen und der österreichischen Conwert ist geplatzt. Wie Deutsche Wohnen am Mittwochabend mitteilte, hat das Angebot die anvisierte Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus 1 Aktie nicht erreicht. Wie weit Deutsche Wohnen von diesem Wert entfernt war, konnte der MDax-Konzern auf FINANCE-Anfrage noch nicht sagen. Es handele sich lediglich um eine vorläufige Hochrechnung.

Durch das Verpassen der Mindestquote ist der M&A-Deal geplatzt. Die Deutsche Wohnen plane nicht, das Angebot zu verlängern oder nachzubessern, sagte eine Sprecherin gegenüber FINANCE, und beschwichtigt: Die Conwert sei keine strategische Akquisition gewesen. Allerdings hätte sich die Deutsche Wohnen den M&A-Deal insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro kosten lassen.

Geplatzter M&A-Deal: Deutsche Wohnen übernimmt Conwert nicht

Die Deutsche Wohnen hatte im Februar ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot im Gesamtwert von 1,2 Milliarden Euro für den österreichischen Wettbewerber abgegeben. Der MDax-Konzern bot 11,50 Euro pro Conwert-Aktie und wollte im Rahmen des M&A-Deals auch zwei Wandelschuldverschreibungen mit einem Volumen von rund 210 Millionen Euro übernehmen. Damals gab sich Deutsche Wohnen zuversichtlich, dass das Angebot angenommen würde. Conwert-Aktionäre dagegen kritisierten das Angebot als zu niedrig. Mitte März notierte das Papier zwischenzeitlich über 12,40 Euro und damit deutlich über dem von der Deutschen Wohnen gebotenen Preis.

Die Deutsche Wohnen hätte ihr Portfolio um 25.000 neue Wohnungen in Deutschland erweitern können. Derzeit verwaltet das Unternehmen bereits rund 150.000 Wohnungen. Der Aktienmarkt zeigte sich von der gescheiterten Transaktion wenig beeindruckt. Die Wertpapiere beider Unternehmen verloren zwar im frühen Handel zunächst bis zu 3 Prozent an Wert, erholten sich aber im weiteren Verlauf des Vormittags, so dass sich die Kursverluste auf rund ein halbes Prozent reduzierten.

Immobilienbranche ist in Bewegung

Wie die weitere Wachstumsstrategie der Deutschen Wohnen nun aussieht und ob weitere Zukäufe geplant sind, wollte die Deutsche Wohnen nicht kommentieren. Das Unternehmen ist selbst in der heutigen Form aus einer Großtransaktion entstanden: Im Herbst 2013 hatte die Deutsche Wohnen den Wettbewerber GSW Immobilien übernommen und war so zu einem der größten Immobilienunternehmen Deutschlands aufgestiegen. Wenige Monate später war der vormalige GSW-Vorstand Andreas Segal zum Finanzvorstand der Deutschen Wohnen berufen worden.

Mit ihrem Bestand von rund 150.000 Wohnungen in Deutschland liegt die Deutsche Wohnen allerdings weiterhin hinter dem Marktführer Deutsche Annington, die nach der Mega-Fusion mit der Gagfah  rund 350.000 Wohnungen im Portfolio ausweisen kann. Gestern gab der Konzern zudem das Delisting der Gagfah bekannt.

jakob.eich[at]finance-magazin.de