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Finanzierungen: Vossloh, MBB Clean Energy, Katjes International

Vossloh hat mit elf Banken einen neuen Konsortialkredit abgeschlossen und will so eine Brückenfinanzierung ablösen.
Vossloh

Vossloh schließt Konsortialkredit über 500 Millionen Euro ab

Vossloh hat mit einem Konsortium aus elf Banken einen Kredit über 500 Millionen Euro und einer Laufzeit von drei Jahren abgeschlossen. Dieser umfasst eine endfällige Tranche von 200 Millionen Euro sowie eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 300 Millionen Euro.

Mit dem neuen Konsortialkredit löst Vossloh die im Juni auslaufende Brückenfinanzierung über 250 Millionen Euro ab, mit dem das Unternehmen im vergangenen Jahr ein US-Private-Placement abgelöst hatte. Außerdem werden damit bestehende bilaterale Barkreditlinien refinanziert. Mandated Lead Arranger und Bookrunner der neuen Finanzierung waren die Bayerische Landesbank, die Commerzbank, die Landesbank Baden-Württemberg sowie die SEB. Die SEB wurde durch die Sozietät White & Case unter Federführung von Tom Oliver Schorling beraten.

MBB Clean Energy setzt Zinszahlung für Anleihe aus

Der ÖkostrominvestorMBB Clean Energy hat die Zinszahlung für seine Mittelstandsanleihe erneut ausgesetzt. Als Grund nannte das Unternehmen eine Unterbrechung der Reparaturmaßnahme für die Schuldverschreibung wegen einer Überprüfung durch den neuen Vorstand.

MBB Clean Energy hatte 2013 eine Mittelstandsanleihe mit einem Volumen von 72 Millionen Euro und einer Laufzeit bis 2019 bei einem Zinssatz von 6,25 Prozent begeben. Doch die Zinszahlung konnte schon 2014 nicht geleistet werden. Damals seien technische Probleme der Grund gewesen. Probleme mit der Mittelstandsanleihe kennen die Investoren von MBB Clean Energy, denn vor knapp einem Jahr war auch die Globalurkunde der Anleihe für unwirksam erklärt worden.

Katjes International begibt Bond über 60 Millionen Euro

Katjes International hat über ein öffentliches Angebot sowie eine Privatplatzierung eine Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 45 bis 60 Millionen Euro angeboten. Wegen hoher Nachfrage wurde das Angebot bereits vorzeitig beendet. Die jährlichen Zinsen sollen bei einer Laufzeit von fünf Jahren zwischen 5,5 Prozent und 5,875 Prozent liegen.

Mit dem Emissionserlös will Katjes International die ausstehende Anleihe mit einem Volumen von 45 Millionen Euro aus dem Jahr 2011 vorzeitig ablösen. Der verbleibende Erlös soll mögliche Zukäufe finanzieren. Katjes will besonders in Westeuropa wachsen. Die Transaktion wird vom Bankhaus Lampe sowie der IKB Deutsche Industriebank als Joint Bookrunner beziehungsweise Joint Lead Manager begleitet.

Windeln.de schließt IPO ab

Der Onlinehändler für Babyprodukte Windeln.de ist an die Börse gegangen. Der Ausgabepreis der Aktien lag bei 18,50 Euro, was in der Mitte der Preisspanne von 16,50 bis 20,50 Euro liegt. Das Angebot war nach Unternehmensangaben überzeichnet. Die wesentlichen Altaktionäre bleiben im Unternehmen investiert.

Platziert wurden 11,4 Millionen Aktien, davon 5,4 Millionen Stammaktien aus einer Kapitalerhöhung, 4,5 Millionen Aktien aus dem Bestand bisheriger Aktionäre und 1,5 Millionen Aktien im Zuge einer Mehrzuteilung. Das Angebotsvolumen der Emission beträgt rund 211 Millionen Euro, die Bruttoerlöse liegen bei rund 100 Millionen Euro. Bei Ausübung der Greenshoe-Option und der damit verbundenen Ausgabe zusätzlicher neuer Aktien lägen die Gesamtbruttoerlöse bei rund 127 Millionen Euro. Dann wären nach dem IPO auch etwa 42 Prozent des Aktienkapitals von Windeln.de platziert.

Sixt Leasing geht an die Börse

Auch Sixt Leasing hat in der vergangenen Woche seinen Börsengang abgeschlossen. Es wurden 12,4 Millionen Aktien zu einem Preis von 20 Euro platziert, was im oberen Bereich der Bookbuilding-Spanne liegt. Dies schließt 5,6 Millionen Aktien aus einer mit dem IPO verbundenen Kapitalerhöhung ein, aus der Sixt Leasing brutto 111,7 Millionen Euro zufließen. Nach Abzug der IPO-Kosten bleiben 106,2 Millionen Euro.  Begleitet wurde der Börsengang von der Berenberg Bank, der Commerzbank und der Baader Bank. Der neue Sixt Leasing-CFO Björn Waldow will nun schrittweise eine vom Mutterkonzern unabhängige Finanzierungsstruktur aufbauen.

Ekotechnika-Gläubiger bekommen besseren Deal

Durchbruch für Ekotechnika: Die Gläubigerversammlung hat einem Debt-to-Equity-Swap zugestimmt. Durch einen Gegenantrag des Anleihegläubigers Markus Pfitzke, der auch vom Management der Ekotechnika unterstützt wird, kommen die Gläubiger besser davon als zunächst gedacht. Der Antrag baut auf dem Restrukturierungskonzept der Ekotechnika auf, bietet aber für die Anleihegläubiger ein höheres Wertaufholungspotential. Dazu sollen im Rahmen der Umtauschkapitalerhöhung neue stimmberechtigte Vorzugsaktien der formwechselnden Ekotechnika an die Anleihegläubiger ausgegeben werden, über die die Gläubiger so lange am ausschüttungsfähigen Gewinn oder einem Liquidationserlös beteiligt werden, bis eine Wertaufholung von bis zu 75 Prozent erzielt ist.

Primacom schließt Finanzierungspaket über 365 Millionen Euro ab

Der Kabelnetzbetreiber Primacom hat von einem Kreditgeberkonsortium Seniorkredite in Höhe von 280 Millionen Euro sowie einen Second-Lien-Kredit von 85 Millionen Euro erhalten. Mit der Finanzierung über insgesamt 365 Millionen Euro löst Primacom seine bisherige Kreditstruktur ab, senkt somit seine Finanzierungskosten und will unter anderem zukünftiges Wachstum durch Zukäufe finanzieren.

Zu den Kreditlinien gehören eine Tranche in Höhe von 270 Millionen Euro zu einem Zinssatz von 4,75 Prozent sowie eine weitere Tranche mit einem Volumen von 85 Millionen Euro zu 7 Prozent. Ferner wurde eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 10 Millionen Euro mit einem Zins von 4,5 Prozent vereinbart. Beraten wurden die Kreditgeber von der Sozietät Shearman & Sterling unter Federführung von Winfried M. Carli und Peter Hayes.

Weitere Finanzierungen

Die UBM Realitätenentwicklung hat eine Kapitalerhöhung mit einem Bruttoemissionserlös von 58,5 Millionen Euro abgeschlossen. Ausgegeben wurden 1,46 Millionen neue Aktien zu einem Ausgabepreis von je 40 Euro. UBM hat damit den Streubesitzanteil erhöht. Der Anteil des Syndikats Ortner-Strauss liegt nur noch bei rund 38,8 Prozent.

Der Anlagemanager Partners Group hat für die Refinanzierung eines von Alpha Real Capital verwalteten deutschen Immobilienportfolios mit einem Gesamtvolumen von 125 Millionen Euro Mezzanine-Kapital in Höhe von 34 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Weitere 91 Millionen Euro wurden von der Pbb Deutsche Pfandbriefbank bereitgestellt.

UMT United Mobility Technology hat eine Kapitalerhöhung mit einem Bruttoemissionserlös von rund 1,4 Millionen Euro platziert. Der Ausgabepreis je Aktie betrug 1,25 Euro. Mit dem Erlös will UMT Investitionsmöglichkeiten nutzen.

Der Medienkonzern Bertelsmann hat Gruner + Jahr in den Bertelsmann Pension Trust aufgenommen, der zukünftig die Pensionsverpflichtungen beider Unternehmen abdeckt. Bertelsmann hält seit Ende vergangenen Jahres alle Anteile an Gruner + Jahr. Gleichzeitig hat Bertelsmann das Vermögen des Trusts um 400 Millionen Euro auf rund 1,4 Milliarden Euro erhöht. Dies steht auch im Zusammenhang der Emission zweier Hybridanleihen mit einem Gesamtvolumen von 1,25 Milliarden Euro, die kürzlich platziert wurden.

Der Münchener Immobilieninvestor Fair Value REIT hat das Volumen seiner Barkapitalerhöhung wie angekündigt auf 9,4 Millionen Euro festgelegt. Die auszugebenden Stückaktien haben einen Wert von je 2 Euro. Der Bruttoemissionserlös beträgt rund 37 Millionen Euro. Global Coordinator und Bookrunner ist die Oddo Seydler Bank. Im Interview bei FINANCE-TV erklärt Frank Schaich, Chef der börsennotierten Fair Value REIT, wie die Immobiliengesellschaft das neue Kapital nutzen will.

Die Cytos Biotechnology restrukturiert ihre Wandelanleihe und wandelt die Obligationen in Aktien um. Weiterhin werden die Darlehensgeber nach der Umwandlung der Anleihe in Aktien auf sämtliche Ansprüche verzichten. Im Gegenzug wird Cytos eine finale Zahlung von 4,4 Millionen Schweizer Franken leisten, sobald Cytos selbst Zahlungen von Novartis und OnCore erhalten hat. Durch die Transaktion wird Cytos schuldenfrei.

Lloyd Fonds hat für eine österreichische Hotelgruppe einen Refinanzierung über 44,7 Millionen Euro strukturiert. Das Darlehen wurde von zwei luxemburgischen Fondsgesellschaften bereitgestellt.

Das Schnelldiagnostik-Unternehmen Nanorepro hat eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht abgeschlossen. Es wurden 1,14 Millionen neue Aktien platziert.  Details der Transaktion sind nicht bekannt. Beraten wurde Nanorepro von der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek unter Federführung von Boris Dürr.

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur Moody’s hat den Ausblick für das A3-Rating der Deutschen Postbank von stabil auf negativ geändert. Grund für die Herabstufung ist die Ankündigung der Deutschen Bank, die Postbank verkaufen zu wollen.

Das Rating des Fotodienstleisters PosterXXL wurde von der Ratingagentur Creditreform von B+ auf BB hochgestuft. Damit honoriert die Agentur die Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Der Kurs der PosterXXL-Anleihe hat sich auf über 100 Prozent verbessert.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.