Der Süßwarenhersteller Katjes International will seine Mittelstandsanleihe über ein neues Papier refinanzieren und bietet dem schwächelnden Mini-Bond-Markt die Stirn.

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05.05.15
Finanzierungen

Katjes International begibt neue Mittelstandsanleihe

Der Süßwarenhersteller Katjes International will seine auslaufende Mittelstandsanleihe durch ein neues Papier refinanzieren und dabei sogar noch zusätzliches Geld einsammeln. Die Neuemission hat Signalwirkung für den angeschlagenen Mini-Bond-Markt, denn CFO Stephan Milde hat lang über Alternativen nachgedacht.

Wie von FINANCE Ende April vermutet, refinanziert Katjes International seine 45 Millionen Euro schwere Mittelstandsanleihe durch eine Neuemission. Dabei zieht CFO Stephan Milde die vorzeitige Kündigungsoption, die es Katjes erlaubt, die ursprünglich bis zum 19. Juli 2016 laufende Anleihe vorzeitig zum 20. Juli 2015 zu einem Kurs von 101 Prozent vorzeitig zurückzuzahlen.

Die neue Anleihe ist mit einer Laufzeit von fünf Jahren ausgestattet und soll Katjes zwischen 45 und 60 Millionen Euro einbringen. Dazu platziert Katjes International Teile der Anleihe privat bei Investoren, der Rest soll durch ein öffentliches Angebot an die Käufer gebracht werden. Die Zeichnungsfrist der Anleihe läuft bis zum kommenden Freitag, kann aber früher geschlossen werden.

Begleitet wurde die Transaktion von dem Bankhaus Lampe sowie der IKB Deutsche Industriebank und der ICF Bank (Spezialist).

Katjes International: CFO Milde drückt Kupon

Im Fall einer Vollplatzierung könnte Milde über nahezu 15 Millionen Euro extra verfügen, die vorrangig für weitere Zukäufe im westeuropäischen Süßwarenmarkt nutzen will. Wie in der abgelösten Anleihe lässt sich Milde auch hier die Möglichkeit offen, die Anleihe vorzeitig zurückzuzahlen. Die guten Geschäftszahlen von 2014 will er zudem nutzen, um den Kupon ordentlich zu drücken. Angestrebt ist eine Spanne zwischen 5,5 und 5,875 Prozent. Für die vorherige Anleihe musste Katjes seinen Investoren noch 7,125 Prozent bieten.

Das neue Papier soll im Frankfurter Entry Standard gelistet werden, das erste Papier platzierte Katjes International noch im Mittelstandsmarkt der Börse Düsseldorf, die inzwischen jedoch das Mittelstandsanleihen-Segment neu geordnet und die Spielregeln verändert hat. Begleitet wird die Neuemission vom Bankhaus Lampe und der IKB.

Katjes-CFO Milde: Anleihe setzt sich gegen Schuldschein durch

Die Anleihe hat sich in Mildes Gedankenspielen damit gegen den syndizierten Kredit und auch gegen das Schuldscheindarlehen durchgesetzt. Beide Alternativen hatte der CFO intensiv geprüft, wie er FINANCE vor zwei Wochen sagte.

Damit hat die Entscheidung des Top-Emittenten Katjes International, doch wieder eine Mittelstandsanleihe zu begeben, durchaus eine positive Signalwirkung für das angeschlagene Marktsegment. Zuletzt dominierten vor allem Negativschlagzeilen: Die Anleihen von Ekotechnika und Singulus stehen vor einem Haircut.

Apassionata und DREF mussten Neuemissionen absagen

Auch an der Neuemissionsfront häuften sich in den vergangenen Monaten die schlechten Nachrichten. So wurde die geplante Emission des Pferdeshow-Veranstalters Apassionata kurz vor Schluss abgeblasen, da sich nicht genug Investoren fanden. Marktbeobachter führten das auch darauf zurück, dass Apassionata auf ein externes Rating verzichtete.

Diesen Fehler macht Katjes nicht: Die Rating-Agentur Creditreform hat der Anleihe ein BB-Rating ausgestellt.Auch der Immobilieninvestor Deutsche Real Estate Funds (DREF) musste seine Anleiheemission Anfang April erfolglos beenden.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

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