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MT-Energie: Covenant-Anpassungen vermutlich nicht zum Nulltarif

MT-Energie ringt mit den Anleihegläubigern um Covenants.
MT-Energie

Am gestrigen Dienstag fand bei MT-Energie die erste Gläubigerversammlung statt. Allerdings scheiterte die Beschlussfassung an der mangelnden Präsenz – lediglich 26 Prozent der Anleihegläubiger waren zugegen. Der Biosgasspezialist aus Zeven (auf halbem Weg zwischen Hamburg und Bremen gelegen) wollte seine Anleihegläubiger dazu bewegen, auf die Ausübung von Covenants zu verzichten. So gibt es Sonderkündigungsrechte, wenn das Unternehmen die Mindesteigenkapitalquote von 20 Prozent unterschreitet oder die Kontrolle – etwa bei einer Übernahme – wechselt.

Diese Covenants könnten den angeschlagenen Biogasanlagenhersteller in eine existenzbedrohende Lage bringen: Machen die Gläubiger von ihrem Recht Gebrauch, müsste das kriselnde Unternehmen auf einen Schlag mehr als 13,6 Millionen Euro tilgen, die Insolvenz wäre absehbar. Ein testierter Jahresbericht liegt für 2013 zwar noch nicht vor, das werde auch noch etwas dauern, sagt ein Unternehmenssprecher. Die 20 Prozent Mindesteigenkapitalquote könnten aber unterschritten werden, dann würden auch die Banken Kreditverträge aufkündigen.

Auch die Change-of-Control-Klausel liegt den Norddeutschen schwer im Magen: Nach dem Ausscheiden des Mehrheitsgesellschafters Christoph Martens aus der operativen Geschäftsführung hält sich MT-Energie die Möglichkeit offen, neue Gesellschafter aufzunehmen. Eine Kapitalerhöhung wäre aber unter den bestehenden Voraussetzungen kaum möglich.

Strickfehler bei den Covenants

Die Covenants muss man im Nachhinein als generellen Strickfehler der Anleihe ansehen – das ist das eine. Das andere: In aller Regel lassen sich Kreditgeber das Aussetzen von Covenants mit einer saftigen Waiver-Fee bezahlen. Dies wollte das Management von MT- Energie allerdings vermeiden und den Verzicht auf den Covenant zum Nulltarif erhalten – hier halten nun die Anleger nach FINANCE-Informationen dagegen. „Für die Zeit, in der Covenants gerissen werden, sollte es einen Strafzins geben”, heißt es aus Investorenkreisen gegenüber FINANCE.

Die nächste Gläubigerversammlung, die für 29. April terminiert ist, muss nun einen Vertreter der Anleihegläubiger bestimmen, was im ersten Schritt nicht gelungen ist. Der von der Gesellschaft angedachte Felix Homann von Novum Capital war bei der Gläubigerversammlung nach FINANCE-Informationen nicht zugegen. Dafür haben Vertreter von Nieding + Barth sowie One Square Advisory Services ihren Hut in den Ring geworfen, die Anleihegläubiger zu vertreten und die weitere Restrukturierung zu begleiten.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

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Alles Wissenswerte über die Entwicklung des Marktsegments finden Sie auf unserer Themenseite zu Mittelstandsanleihen.

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Markus Dentz ist Chefredakteur von FINANCE und der Fachzeitschrift DerTreasurer. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury. Nach dem Studium und dem Volontariat beim F.A.Z.-Institut stieß Dentz zur FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, einer Tochter der F.A.Z.-Verlagsgruppe und Herausgeberin von DerTreasurer und FINANCE. Mehrfach wurden seine Artikel aus den Bereichen Private Equity und M&A mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.

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