Rund 13,6 Millionen Euro hat MT-Energie im April 2012 über eine Mittelstansanleihe eingesammelt.

MT-Energie

03.03.14
Finanzierungen

MT-Energie will Covenants für Mittelstandsanleihe ändern

Das Biogasunternehmen MT-Energie hat sich mit den Banken auf eine Verlängerung der Kreditlinien bis mindestens zum Jahresende 2015 geeinigt. Allerdings müssen auch die Zeichner der Mittelstandsanleihe Zugeständnisse machen. Sie sollen auf Sonderkündigungsrechte verzichten. Andernfalls wären bestehende Kreditzusagen und damit die gesamte Restrukturierung gefährdet.

Die Restrukturierungspläne beim Biogasunternehmen MT-Energie haben eine große Hürde genommen: Die Kreditlinien der Banken stehen bis mindestens zum 31. Dezember 2015. Beim Unternehmen zeigte man sich erleichtert. Mit der gesicherten Finanzierung sei die Planungssicherheit geschaffen, um die Restrukturierung weiterzuführen, hieß es in einer Mitteilung.

Allerdings verlangt das Unternehmen auch den Gläubigern der Mittelstandsanleihe aus dem Jahr 2012 Zugeständnisse ab. Von deren Kooperation hängt letztlich die gesamte Restrukturierung ab. MT-Energie platzierte im April 2012 rund 13,6 Millionen Euro zum Zinssatz von 8,25 Prozent bei den Anlegern, das Papier hat eine Laufzeit bis 2017. Bislang hatten die Zeichner der Mittelstandsanleihe in zwei Fällen Sonderkündigungsrechte: bei einem Unterschreiten der Eigenkapitalquote von 20 Prozent sowie bei einem Kontrollwechsel.

Beides scheint im  Falle der laufenden Restrukturierungen nicht mehr ausgeschlossen. Nun sollen die Anleihegläubiger auf einer für den 1. April geplanten Gläubigerversammlung einer Änderung der Covenants zustimmen und auf Sonderkündigungsrechte verzichten.

Restrukturierungskosten zehren am Eigenkapital

Die Begründung zeigt, dass MT-Energie noch keinesfalls endgültig gerettet ist: So teilt das Unternehmen mit, es könne ein Absinken der Eigenkapitalquote unter die Schwelle von 20 Prozent im Jahresabschluss 2013 auch nach erfolgter Stärkung der Eigenkapitalbasis nicht ausschließen. Zuletzt hatte der Gründer Christoph Martens dem Unternehmen im November 2013 frisches Eigenkapital in nicht näher bezifferter Höhe zugesagt. Wie MT-Energie jetzt mitteilte, könnte dies aufgrund der Einmalaufwendungen für die Restrukturierung dennoch nicht reichen, um die 20-Prozent-Schwelle zu überschreiten.

Das Unternehmen argumentiert zudem damit, man wolle nach dem Ausscheiden des Mehrheitsgesellschafters Christoph Martens aus der operativen Geschäftsführung die Möglichkeit schaffen, gegebenenfalls „in größerem Umfang auch andere Gesellschafter in den Gesellschafterkreis aufzunehmen“. Damit wäre auch der Weg für größere Beteiligungen durch strategische Interessenten oder PE-Investoren frei. Martens hatte sich im Herbst aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, seitdem wird MT-Energie von einem neuen Managementteam geführt.

Mittelstandsanleihe ohne Zugeständnisse bedroht

Sollten die Anleihegläubiger den Plänen nicht zustimmen, wäre die Mittelstandsanleihe zumindest bedroht. Die Aufnahme weiterer Gesellschafter, die bei einem Eintritt auch das Eigenkapital stärken könnten, wäre beschränkt.

Die weitaus größere Bedrohung scheint aber die Unterschreitung der Mindesteigenkapitalquote von 20 Prozent zu sein: Sollten die Gläubiger auf ihrem Sonderkündigungsrecht bestehen, könnten sie im Falle einer Unterschreitung ihre Papiere kündigen und Rückzahlungsansprüche geltend machen – im schlimmsten Fall müsste MT-Energie die kompletten 13,6 Millionen Euro zurückzahlen. Die kreditgebenden Banken hätten dem Unternehmen zufolge „bei einem Bruch dieses Covenants die Möglichkeit, die an die MT-Energie GmbH gewährten Kredite unmittelbar zu kündigen.“ Der laufende Restrukturierungsprozess wäre damit nach Einschätzung des Unternehmens „erheblich gefährdet“. Und das dürfte noch zurückhaltend formuliert sein. Der Kurs der Mittelstandsanleihe bewegte sich am Morgen zunächst nach unten, das Papier notiert zurzeit bei Werten um 42,50.  

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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