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Pemberton-Deutschlandchef: „Wollen mit Banken kooperieren“

Das PE-Haus Pemberton will mit seinem neuen Debt-Fonds den Mittelstand ins Visier nehmen. Finanzierungen sollen zwischen 30 und 60 Millionen Euro liegen.
Sergey P/Thinkstock/Getty Images

Der Finanzinvestor Pemberton hat einen neuen Debt-Fonds für den Mittelstand aufgesetzt und Kapitalzusagen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro eingesammelt. Mit dem Geldtopf nimmt Pemberton den Mittelstand ins Visier. „Die Investitionen werden zwischen 30 und 60 Millionen Euro liegen“, verrät Jürgen Breuer, Deutschlandchef von Pemberton.

Zielgruppe sind Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 75 Millionen und 1 Milliarde Euro. Breuer erwartet allerdings, dass sich die Umsätze der Unternehmen, in die Pemberton investieren wird, in der unteren Hälfte dieses Korridors einpendeln.

Private-Debt-Haus Pemberton kooperiert mit Banken

Bei der Investitionsstrategie hat Pemberton eine klare Aufteilung: „Wir wollen etwa die Hälfte im Bereich Leveraged Buy-out investieren, die andere Hälfte in der klassischen Corporate-Finanzierung“, erklärt Deutschlandchef Breuer. Das Private-Debt-Haus sei offen, mit Banken zusammenzuarbeiten, wenn diese eine Finanzierung nicht alleine bereitstellen wollen. „Wir machen aber nur Transaktionen, die wir selber strukturiert und analysiert haben.“ Seit Auflegung des Fonds hat Pemberton bereits 540 Millionen Euro in 13 Unternehmen aus Europa investiert.

Auch zwei Unternehmen aus Deutschland waren dabei: Zum einen Faist, ein pfälzischer Produzent von Dämm-Materialien für die Autoindustrie. Zum anderen die Münchener Docu-Gruppe, ein Informationsdienstleister für die Bauindustrie. Das von Pemberton für diese beiden Transaktionen bereitgestellte Kreditvolumen lag zusammengerechnet bei 70 Millionen Euro. Dabei soll es nicht bleiben: „Insgesamt wollen wir 20 bis 25 Prozent aus dem Fonds in Deutschland investieren“, sagt Breuer.

Private Debt ist auf dem Vormarsch

Der Debt-Fonds von Pemberton ist Teil einer immer größer werdenden Bewegung unter PE-Investoren. Denn Private Debt ist auf dem Vormarsch. Speziell im Bereich Leveraged Buy-out erfreut sich dieses Segment wachsender Beliebtheit. War der Markt 2012 noch vollständig von Banken dominiert, wuchs der Anteil der Debt-Fonds im vergangenen Jahr auf knapp ein Drittel. So hat beispielsweise das Private-Equity-Haus Permira im Sommer 2015 einen Debt-Fonds im Volumen von 1,1 Milliarden Euro geschlossen. Im April dieses Jahres hat außerdem das schwedische PE-Haus EQT 530 Millionen Euro für seinen Debt-Fonds eingeworben.

Benjamin Mohr, Chefvolkswirt der Ratingagentur Creditreform nannte im Interview mit FINANCE-TV vor allem drei zentrale Gründe für diese Entwicklung: „Finanzierungslücken bei kleinen und bonitätsschwachen Unternehmen, die Suche nach Rendite im Niedrigzinsumfeld und der politische Wille, Finanzierungsalternativen zu den Banken zu entwickeln“.

Pemberton will mit dem neuen Fonds Renditen zwischen 7 und 8 Prozent erwirtschaften. „Mit unseren bisherigen Investments aus dem Portfolio liegen wir durchschnittlich bei 7,6 Prozent – also in der Mitte“, sagt Breuer.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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jakob.eich@finance-magazin.de | + posts

Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Eich ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury. Durch seine Zwischenstation bei der Schwesterpublikation „Der Neue Kämmerer“ ist 1988 geborene Journalist auch versiert beim Thema Kommunalfinanzen. Erste journalistische Erfahrungen hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner in den Wirtschaftsmedien von Gruner+Jahr sowie in der Sportredaktion der Hamburger Morgenpost gesammelt.

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