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Warth & Klein baut Debt Advisory aus

Die WP-Gesellschaft Warth & Klein Grant Thornton baut eine Einheit für das Debt Advisory auf. Das Beratungshaus will sich vorerst auf kleinere Mittelständler konzentrieren.
shironosov/iStock/Thinkstock/Getty Images

Die großen WP-Gesellschaften dringen immer stärker ins Beratungsgeschäft vor. Die Verfolger ziehen nach. Warth & Klein Grant Thornton setzt dabei auf das Debt–Advisory- und Corporate-Finance-Geschäft und hat dafür eigens eine neue Einheit gegründet. Für den Aufbau und die Leistung des Geschäfts hat sich der Düsseldorfer Wirtschaftsprüfer die Dienste von Markus Paffenholz gesichert. Seine neue Stelle bei Warth & Klein tritt Paffenholz zum 1. Februar 2016 an.

Der 50-Jährige hatte seit Januar 2014 das M&A-Geschäft der HSH Nordbank geleitet. Zuvor war Paffenholz seit 2011 „Head of Structured Finance“ bei der Landesbank gewesen. Die Nachfolge bei der HSH ist bereits geklärt: Wie FINANCE exklusiv erfahren hat, wird Markus Humfeldt, der die vergangenen drei Jahre im Team von Paffenholz gearbeitet hat, Position des Leiter M&A antreten. Bevor Humfeldt zur HSH Nordbank kam war er Leiter Healthcare Strategic Advisory bei Berenberg, davor Director European M&A bei der UBS Investment Bank mit Stationen in London und Frankfurt.

Markus Paffenholz führt Warth & Klein auf umkämpftes Terrain

Markus Paffenholz kehrt bei Warth & Klein Grant Thornton in die Nähe seiner Wurzeln zurück. Er kann auf eine lange Karriere als Kreditbanker zurückblicken. Der Ausflug ins M&A-Geschäft führte ihn davon ein Stückweit weg. Zudem ist die Zukunftsperspektive der HSH Nordbank unklar. Nach einem EU-Beschluss muss die Landesbank bis zum Jahr 2018 privatisiert oder abgewickelt werden. Die HSH ist durch faule Schiffskredite in Schieflage geraten und wird seitdem durch die Eigentümer Schleswig-Holstein und Hamburg gestützt.

Paffenholz sieht bei Warth & Klein Grant Thornton deutlich nachhaltigere Wachstumsperspektiven. „Warth & Klein Grant Thornton erkennt verstärkten Bedarf aus der Klientel nach Debt Advisory-Themen, die nun gebündelt angeboten werden sollen als Ergänzung zu den vorhandenen Serviceleistungen wie beispielsweise Abschlussprüfung, Steuern, Bewertung und M&A“, sagte Paffenholz gegenüber FINANCE.

Warth & Klein sucht mit Debt Advisory auch Nischen

Auch Warth & Klein Grant Thornton wird hier auf die Big Four als Wettbewerber treffen, sich aber ebenso eigene Nischen suchen: „Wir wollen uns auf klassische Mittelständler konzentrieren, die unsere Expertise brauchen, um erstmalige oder neue Fremdfinanzierungen zu organisieren“, berichtet Paffenholz. Besonders bei Sprunginvestitionen hätten gerade kleinere Mittelständler oft Probleme mit der Finanzierung. Sein Team werde den Unternehmen helfen, eine Fremdfinanzierung zu finden oder die Bedingungen, Laufzeiten und Margen ihrer Finanzierungsstruktur zu verbessern.

Akquisitionsfinanzierungen und PE-Beratungen kann sich Paffenholz künftig ebenfalls vorstellen, auch alle Fragestellungen rund um Debt Funds werden Paffenholz zufolge ein großes Thema sein. Paffenholz will sich bei den Mandaten nicht zu stark einschränken, sollen diese doch aus seinem bestehenden Netzwerk sowie aus dem Klientel von Warth & Klein Grant Thornton kommen. Unser langfristig ausgerichteter Business Case sieht eine „gesunde Mischung von kleineren, mittleren und großen Mandaten vor“, sagt Paffenholz.

Debt Advisory-Team Warth & Klein ist noch sehr überschaubar

Um das anstehende Programm zu stemmen, steht Markus Paffenholz laut eigener Aussage zunächst ein kleines schlagfertiges Team zur Verfügung. Das WP-Haus werde dieses sukzessive erweitern, je nach Nachfrage entsprechend aufstocken, kündigt er an. „Die Organisation ist professionell aufgestellt, das wird uns helfen, alle Anfragen und Mandate im Sinne unserer Kunden umzusetzen.“

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Eich ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury. Durch seine Zwischenstation bei der Schwesterpublikation „Der Neue Kämmerer“ ist 1988 geborene Journalist auch versiert beim Thema Kommunalfinanzen. Erste journalistische Erfahrungen hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner in den Wirtschaftsmedien von Gruner+Jahr sowie in der Sportredaktion der Hamburger Morgenpost gesammelt.

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