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Finanzierungen: Aumovio, RWE, Ottobock

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Aumovio macht die ersten Schritte an der Börse. Foto: Aumovio
Aumovio macht die ersten Schritte an der Börse. Foto: Aumovio

Aumovio startet an der Börse

Am vergangenen Donnerstag war es so weit: Der Hannoveraner Konzern Continental hat seine Automotive-Sparte abgespalten und unter dem Namen Aumovio an die Börse gebracht. Der erste Handelspreis der Aumovio-Aktie lag am vergangenen Donnerstagmorgen bei 35 Euro. Damit kam das Unternehmen, das das Geschäft mit Software, Sensorik, Fahrzeugcomputern und -komponenten von Continental beinhaltet, zum Börsenstart auf einen Wert von 3,5 Milliarden Euro. Am Schluss des ersten Handelstages lag die Aktie bereits bei 40 Euro.

Wegen des Spin-offs wurde aus den Dax40 kurzzeitig der Dax41. Denn Aumovio war, zumindest bis Handelsschluss am Donnerstag, Teil des Leitindex. Mit dieser kurzzeitigen Aufstockung sollte die Abbildbarkeit des Leitindex für Anleger gewährleistet werden. Der Kurs von Continental musste zur Vergleichbarkeit um die Abspaltung bereinigt werden. So war eine Continental-Aktie zum Handelsschluss am vergangenen Mittwoch noch 73,74 Euro wert. Am Ende des Handelstages am vergangenen Donnerstag lag die Aktie bei 57,94 Euro.

RWE platziert erneut Green Bond in den USA

Der Essener Energiekonzern RWE hat eine neue Dual-Tranche-Anleihe im Gesamtvolumen von 2 Milliarden US-Dollar (rund 1,69 Milliarden Euro) am US-Kapitalmarkt platziert. Beide Tranchen haben ein Volumen von je 1 Milliarde US-Dollar. Die erste Tranche läuft zehn Jahre und wird mit 5,125 Prozent jährlich verzinst. Die zweite Tranche hat eine Laufzeit von 30 Jahren und einen jährlichen Kupon von 5,875 Prozent.

Die Anleihen sind als Green Bonds ausgestaltet. RWE plant, die Erlöse aus der Emission für die Finanzierung von Projekten im Rahmen des Green Financing Framework zu nutzen. Das Orderbuch der Dual-Tranche-Transakation war nach Angaben von RWE mehr als fünffach überzeichnet.

Für RWE ist es erst die zweite Green-Bond-Emission am Kapitalmarkt in den USA. Im vergangenen Jahr feierte der Energiekonzern sein US-Bond-Debüt mit einer grünen Dual-Tranche-Emission im Gesamtvolumen von ebenfalls 2 Milliarden US-Dollar. Bis 2030 will der Konzern jährlich Anleihen in Euro und US-Dollar über rund 3 bis 3,5 Milliarden Euro emittieren. Denn insbesondere für die Energiewende stehen bei den Essenern in den kommenden Jahren massive Investitionen an.

Ottobock: Aller guten Dinge sind drei?

Jetzt soll es endlich klappen mit dem Gang aufs Parkett. Nach ersten Berichten zu einem möglichen dritten IPO-Versuch des Prothesenherstellers Ottobock macht das Unternehmen aus Duderstadt nun anscheinend Ernst. Der Börsengang soll noch in diesem Jahr stattfinden, abhängig von den Marktbedingungen, wie Ottobock am vergangenen Montag mitteilte.

Der Börsengang soll sich aus einer Sekundärplatzierung von Anteilen der Eigentümerfamilie Näder sowie aus neu emittierten Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung zusammensetzen. Von der Ausgabe der neuen Aktien verspricht sich Ottobock einen Bruttoerlös von 100 Millionen Euro. Schafft es der Prothesenhersteller nun im dritten Anlauf an die Börse, könnte er bei einer möglichen Bewertung von 6 Milliarden Euro sogar den Börsengang des Elektrotechnik-Spezialisten Pfisterer als höchsten Börsengang dieses Jahres in Deutschland ablösen.

Daimler Truck feiert Debüt am Schweizer Bondmarkt

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck hat zum ersten Mal eine Anleihe am Schweizer Bondmarkt platziert. Die Anleihe hat ein Volumen von 175 Millionen Schweizer Franken (rund 187 Millionen Euro). Verzinst wird der Debüt-Bond mit 1,055 Prozent bei einer Laufzeit von sechs Jahren. Die Transaktion unterstreiche die strategische Zielsetzung des Konzerns, sich in den bedeutendsten Kapitalmärkten flexibel aufzustellen, heißt es in einer Pressemitteilung von Daimler Truck zur Transaktion. Im Anschluss an eine eintägige Roadshow in Zürich habe man das positive Marktumfeld in der vergangenen Woche für die Platzierung genutzt.

Weitere Finanzierungsmeldungen

Auto1, eine Plattform für den Kauf, Verkauf und die Finanzierung von Gebrauchtwagen, hat die erfolgreiche Platzierung ihrer zweiten Verbriefung von Ratenkaufverträgen am Kapitalmarkt bekanntgegeben. Demnach verbrieft das Unternehmen ein Portfolio aus deutschen und österreichischen Ratenkaufverträgen in Höhe von insgesamt 249 Millionen Euro. Die länderübergreifende Verbriefung von Ratenkaufverträgen in einem kombinierten Portfolio sei eine Neuerung im Verbriefungsmarkt und unterstreiche die Innovationskraft des Unternehmens, heißt es in einer Mitteilung von Auto1 zur Transaktion.

Die Transaktion umfasst fünf Klassen von Anleihen, unter anderem auch „AAA“ Senior Notes. Die Nachfrage war nach Angaben von Auto1 hoch. Die Transaktion sei 3,6-fach überzeichnet gewesen. Citigroup fungierte bei der Transaktion als Arranger und Lead Manager und BNP Paribas als Lead Manager. Linklaters beriet Auto1 und Hogan Lovells fungierte als Rechtsberatung der Lead Manager.

Volkswagen hat drei neue Anleihen im Gesamtvolumen von 2 Milliarden US-Dollar (rund 1,69 Milliarden Euro) platziert. Die erste Tranche in Höhe von 700 Millionen US-Dollar wird mit 4,45 Prozent verzinst und läuft bis 2027. Eine zweite Tranche im Volumen von ebenfalls 700 Millionen US-Dollar wird ein Jahr später fällig und mit 4,55 Prozent verzinst. Die dritte und kleinste Tranche in Höhe von 600 Millionen US-Dollar hat eine Laufzeit von fünf Jahren und einen Kupon von 4,85 Prozent.

Der Pharmakonzern Fresenius hat insgesamt 1 Milliarde Euro in Form von zwei neuen Anleihen am Kapitalmarkt platziert. Beide Tranchen haben ein Volumen von 500 Millionen Euro und laufen vier beziehungsweise achteinhalb Jahre. Die vierjährige Tranche wird dabei mit 2,75 Prozent verzinst. Die zweite Tranche hat einen Kupon von 3,5 Prozent. Die beiden Orderbücher waren mit 2,9 und 3,3 Milliarden Euro prall gefüllt.

Traton hat eine neue Anleihe im Volumen von 500 Millionen Euro begeben. Die Laufzeit des Bonds beträgt zwei Jahre. Der Zinssatz ist variabel. Er setzt sich zusammen aus dem Drei-Monats-Euribor plus einer Marge von 0,6 Prozent.

Das Berliner Start-up Terra One hat eine Mezzanine-Finanzierung im Volumen von 150 Millionen Euro vom Asset-Manager Aviva Investors zur Finanzierung seiner netzgebundenen Batteriespeicheranlagen erhalten. Terra One ist ein Anbieter großflächiger Batteriespeicher in Deutschland, die es ermöglichen, überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen zu speichern und bei Bedarf flexibel ins Stromnetz einzuspeisen. Zusammen mit Eigenmitteln und Projektfinanzierungen will das Unternehmen bis zu 750 Millionen Euro in Batteriespeicher mit einer Gesamtkapazität von rund drei Gigawattstunden in Deutschland investieren. Hogan Lovells hat Terra One bei der Finanzierung beraten.

Eurogrid, die Muttergesellschaft von 50Hertz, hat nach eigenen Angaben als erstes deutsches Unternehmen ein Green Financing Framework implementiert, das sich unter anderem am EU Green Bond Standard orientiert. Dieser Standard gilt als besonders ehrgeizige Grundlage für grüne Anleihen in Bezug auf Anlagestruktur, Berichterstattung und externe Verifizierung. Mit der Übernahme des EU Green Bond Standards treibt Eurogrid die eigene Klimaschutzstrategie und die Energiewende in Deutschland voran, heißt es dazu in einer Mitteilung des Unternehmens. Das neue Framework dient laut Eurogrid neben der Begebung von Anleihen auch als Basis für weitere grüne Finanzierungsinstrumente des Konzerns, wie Commercial Paper und Kredite.

Der Interessenverband kapitalmarktorientierter kleiner und mittlerer Unternehmen e.V. fordert eine grundlegende Weiterentwicklung des deutschen KMU-Anleihemarkts. Hintergrund sei die wachsende Attraktivität sogenannter Nordic Bonds, die sich in Skandinavien als führende Plattform für KMU-Finanzierungen etabliert hätten und auch von deutschen Mittelständlern inzwischen verstärkt genutzt würden. „Der Erfolg der Nordic Bonds zeigt, dass Investoren in Europa bereit sind, KMUs Fremdkapital zur Verfügung zu stellen“, erklärt Ingo Wegerich, Präsident des Interessenverbands. Gleichzeitig sei es bedauerlich, dass deutsche Mittelständler hierfür auf den skandinavischen Markt ausweichen müssen. Der Verein plant daher einen neuen „German SME Bond Standard“ zu schaffen, der Mittelständlern Finanzierungsmöglichkeiten am deutschen Anleihemarkt eröffnen soll.

Rating-Meldungen

Moody’s hat das Rating von Südzucker von „Baa2“ auf „Baa3“ herabgesetzt. Der Ausblick wurde von negativ auf stabil geändert.

S&P hat das „BBB“-Rating von Bayer bestätigt. Der Ausblick wurde von stabil auf negativ geändert.

Fitch hat den Ausblick von Euro Telesites von stabil auf positiv geändert. Das „BBB–“-Rating wurde bestätigt.

Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.