Finanzierungen: Bayer, Eurogrid, GVG Glasfaser

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Bayer sammelt zur Absicherung des Monsanto-Vergleichs Milliarden ein. Foto: nmann77 – stock.adobe.com
Bayer sammelt zur Absicherung des Monsanto-Vergleichs Milliarden ein. Foto: nmann77 – stock.adobe.com

Bayer sichert sich Milliarden für Monsanto-Vergleich

Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat am vergangenen Dienstag einen milliardenschweren Sammelvergleich zur Beilegung eines Großteils der Rechtsstreitigkeiten in den USA angekündigt, die aus dem Kauf des Wettbewerbers Monsanto resultierten. Sollte das Gericht in St. Louis den Vergleich genehmigen, will Bayer in den kommenden 21 Jahren 7,25 Milliarden US-Dollar (rund 6,16 Milliarden Euro) in die Hand nehmen, um so der Klagewelle in den USA Herr zu werden.

Zur Finanzierung des Sammelvergleichs sowie bestimmter Anleihefälligkeiten haben die Leverkusener eine neue syndizierte Kreditlinie in Höhe von 8 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Die Kreditlinie soll über Anleihen sowie Instrumente refinanziert werden, die Ratingagenturen als eigenkapitalähnlich einstufen, teilte das Unternehmen mit. Eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Sammelklagen sei nicht geplant. Linklaters beriet Bayer beim Abschluss der neuen Kreditlinie.

Eurogrid mit grüner Kreditlinie über 5,25 Milliarden Euro

Eurogrid, die Muttergesellschaft des Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz, hat eine neue Revolving Credit Facility (RCF) in Höhe von bis zu 5,25 Milliarden Euro unterzeichnet. Diese ersetzt die bisherigen Kreditlinien von insgesamt 3,75 Milliarden Euro und stärkt den Liquiditätsspielraum des Unternehmens. Die RCF ist ein zentraler Bestandteil zur Sicherung des Investmentgrade-Ratings, Eurogrid kann sie flexibel nutzen, heißt es in einer Pressemitteilung zu der neuen Finanzierung.

Die Kreditlinie ist eng an das Green Financing Framework von Eurogrid angelehnt, welches das Unternehmen im Herbst 2025 veröffentlichte. Sie hat eine Laufzeit von fünf Jahren mit zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr. An der Transaktion sind 16 kreditgebende Banken beteiligt, darunter ABN Amro, Crédit Agricole, Commerzbank und ING als Koordinatoren. Greenberg Traurig fungierte als rechtlicher Berater auf der Seite von Eurogrid.

GVG sammelt frisches Kapital für den Glasfaserausbau ein

GVG Glasfaser hat sich eine neue Finanzierung in Höhe von 135 Millionen Euro gesichert, die als Aufstockung einer bestehenden Finanzierung aus dem Jahr 2024 in Höhe von 85 Millionen Euro strukturiert ist. Das Konsortium bestand aus ING, KfW, NordLB, HCOB, Raiffeisenlandesbank Oberösterreich sowie einem namentlich nicht genannten institutionellen Investor. Hogan Lovells beriet GVG Glasfaser rechtlich. Mit dem frischen Kapital will GVG den Ausbau seiner Glasfaserprojekte in Deutschland beschleunigen und die Erweiterung seiner Fiber-to-the-Home-Netze vorantreiben.

Börsengerüchte um Quantum Systems

Neue Gerüchte um das Rüstungs-Start-up Quantum Systems: Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen berichtet, plant Quantum Systems einen Börsengang. Der Gang an die Frankfurter Börse könnte demnach bereits Anfang 2027 anstehen. Dass das Start-up einen IPO anstrebt, ist bereits seit längerem bekannt, neu sei laut „Handelsblatt“, dass der Schritt in Deutschland erfolgen soll.

Zunächst will das Unternehmen laut „Manager Magazin“ jedoch in den nächsten Monaten eine Finanzierungsrunde in Höhe von 400 bis 600 Millionen Euro abschließen, die Morgan Stanley begleiten soll. Die Firmenbewertung soll so auf 6 Milliarden Euro steigen. Beim Börsengang werde eine Marktkapitalisierung von 10 Milliarden Euro angestrebt. Weder Morgan Stanley noch Quantum Systems wollten sich nach Angaben des „Handelsblatts“ zu den Gerüchten äußern.

Zuletzt hatte das Start-up mit einem anderen Meilenstein Schlagzeilen gemacht. So konnte Quantum Systems erstmals eine Finanzierung unter Beteiligung von Geschäftsbanken abschließen.

Weitere Finanzierungsmeldungen

Die Ferngas-Gruppe hat neue Kreditfazilitäten im Gesamtvolumen von 445 Millionen Euro abgeschlossen. Die Mittel sind für zukünftige Investitionen vorgesehen, unter anderem in die Wasserstoffinfrastruktur. Latham & Watkins hat das Unternehmen bei der Transaktion rechtlich beraten.

Suss Microtec, ein Hersteller von Anlagen und Prozesslösungen für die Halbleiterindustrie, hat einen Konsortialkreditvertrag über 115 Millionen Euro abgeschlossen. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre mit zwei optionalen Verlängerungen von je einem Jahr. Der Kredit dient der allgemeinen Unternehmensfinanzierung und der Refinanzierung bestehender Kredite. Er ersetzt den bisherigen Konsortialkredit über 56 Millionen Euro, der 2026 ausgelaufen wäre.

Die Gabler Group, ein Entwickler und Hersteller missionskritischer Unterwassertechnologien, plant einen Börsengang. Wie das Unternehmen am vergangenen Montag mitteilte, soll dieser bereits Anfang März erfolgen. Gabler strebt aus dem IPO Nettoemissionserlöse von rund 40 Millionen Euro aus neu ausgegebenen Aktien an. Das Unternehmen plant so, die Bilanz zu stärken, das organische Wachstum des Unternehmens zu beschleunigen sowie ausgewählte kleinere Akquisitionen zu tätigen. Weitere Aktien stammen vom Hauptaktionär Possehl Group. Possehl beabsichtigt, auch nach dem Börsengang mindestens eine Minderheitsbeteiligung an der Gesellschaft zu halten.

Rating-Meldungen

Fitch hat den Ausblick von Bayer von stabil auf negativ geändert. Das „BBB“-Rating wurde bestätigt.

Fitch hat das „B“-Rating von Cheplapharm bestätigt. Der Ausblick ist stabil.

Moody’s hat das „Ba3“-Rating von Tui bestätigt. Der Ausblick wurde von stabil auf positiv geändert.

S&P hat den Ausblick von Pfleiderer von stabil auf negativ geändert. Das „CCC+“-Rating wurde bestätigt.

Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.