E.on platziert 1,6 Milliarden Euro
Der Energiekonzern E.on ist mit zwei Anleihetranchen im Gesamtvolumen von 1,6 Milliarden Euro in sein Kapitalmarktjahr 2026 gestartet. Die erste neue Tranche der Essener im Volumen von 750 Millionen Euro wird mit 3,448 Prozent verzinst und ist in acht Jahren zur Rückzahlung fällig.
Die zweite Tranche in Höhe von 850 Millionen läuft zwölf Jahre und wird mit 3,895 Prozent verzinst. Sie ist zudem als Green Bond ausgestaltet. Die grüne Anleihe ist die erste Emission im Rahmen des neuen Green Financing Framework des Konzerns, das E.on im November 2025 veröffentlicht hat. Citigroup, Morgan Stanley, Santander und Société Générale fungierten als aktive Bookrunner bei der Emission.
Mit den zwei neuen Anleihetranchen konnte E.on bereits im Januar rund ein Drittel des Finanzierungsbedarfs für 2026 decken. E.on-CFO Nadia Jakobi teilt in einer Pressemitteilung zur Transaktion mit: „Mit der heutigen Anleiheemission haben wir frühzeitig einen Teil unseres Finanzierungsbedarfs für 2026 abgesichert, den wir in der üblichen Größenordnung von 3,5 bis 5 Milliarden Euro erwarten. Mit unserer ersten grünen Anleihe unter unserem neuen Green Financing Framework bekräftigen wir E.ons starkes Engagement zur Förderung der grünen Transformation des europäischen Energiesystems.“
Vonovia zapft den Schweizer Bondmarkt an
Der Immobilienkonzern Vonovia hat nach eigenen Angaben als erstes ausländisches Unternehmen in diesem Jahr den Bondmarkt in der Schweiz angezapft. Die Bochumer platzierten 150 Millionen Schweizer Franken (rund 161 Millionen Euro) mit einer Laufzeit von 8,75 Jahren und einem Kupon von 1,5516 Prozent. Der Emissionserlös aus der Anleihe wurde vollständig in Euro geswappt.
Für Vonovia ist es die dritte Anleiheemission in der Schweiz. Mit der neuen Anleihe sei man einen weiteren Schritt in Richtung einer regelmäßigen Emissionstätigkeit am Schweizer Markt gegangen, schreibt Fabian Lander, Bereichsleiter Corporate Finance und Treasury bei Vonovia, in einem Beitrag zur Anleihe auf Linkedin. UBS und BNP Paribas waren als Bookrunner an der Transaktion beteiligt. Linklaters und Advestra übernahmen die Rechtsberatung.
Osapiens ist erstes deutsches Einhorn des Jahres
Deutschland hat ein neues Einhorn. Osapiens ist im Zuge der jüngsten Series-C-Finanzierungsrunde im Volumen von 100 Millionen Euro in die Riege der mit 1 Milliarde US-Dollar bewerteten Start-ups aufgestiegen. Bereitgestellt wird das Kapital von Decarbonization Partners, einem Joint Venture zwischen Blackrock und Temasek.
Osapiens entwickelt Software, die Unternehmen dabei helfen soll, transparente Lieferketten abzubilden sowie internationale und nationale Vorschriften zur Nachhaltigkeits- und ESG-Berichterstattung einzuhalten. Konzerne wie Coca Cola, Lidl und Carrefour nutzen die Software bereits. Mit dem frischen Kapital will das Start-up nun die Produktinnovation beschleunigen, das Wachstum in bestehenden und neuen internationalen Märkten vorantreiben und die Position von Osapiens als globale Plattform für nachhaltiges Wachstum weiter stärken.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Heidelberg Materials hat einen Green Bond im Volumen von 600 Millionen Euro am Kapitalmarkt platziert. Die neue Anleihe des Betonherstellers wird mit 3,75 Prozent verzinst und läuft bis Juli 2036. Das Orderbuch der Emission lag bei 1,7 Milliarden Euro, was einer fast dreifachen Überzeichnung entspricht.
Die Berliner KI-Start-up Parloa hat von Investoren 350 Millionen US-Dollar (rund 301 Millionen Euro) im Rahmen einer Series-D-Finanzierungsrunde erhalten. Angeführt wurde die Runde von dem internationalen Investor General Catalyst. Zugleich verdreifachte das Unternehmen mit der neuen Finanzierungsrunde seine Bewertung auf 3 Milliarden US-Dollar. Erst im Mai 2025 hatte das Start-up den begehrten Status als Einhorn erreicht.
Parloa hilft Unternehmen, ihren Kundendienst mithilfe von Künstlicher Intelligenz zu automatisieren. Über die Plattform von Parloa können Unternehmen dafür KI-basierte Telefonassistenten entwerfen und verwalten. Mit den nun eingesammelten Mitteln will Parloa vor allem seine Standorte international ausbauen. So soll beispielsweise dem US-Hauptsitz in New York noch ein Büro in San Francisco folgen. In Europa plant Parloa unter anderem nach Spanien zu expandieren.
Heidelberger Druckmaschinen hat einen neuen Konsortialkredit in Höhe von 436 Millionen Euro mit Laufzeit bis 2030 abgeschlossen. Die neue Finanzierung enthält zudem eine Verlängerungsoption um ein Jahr und löst eine 2023 arrangierte syndizierte Kreditlinie in Höhe von 370 Millionen Euro mit Laufzeit bis 2028 vorzeitig ab. Das Bankenkonsortium für die neue Linie besteht aus Bank of China, Commerzbank, Deutsche Bank, ING, LBBW, NordLB, SaarLB und Unicredit.
Mit der neuen revolvierenden Kreditfazilität sollen das operative Geschäft von Heidelberg und der daraus resultierende, unterjährig schwankende Kapitalbedarf finanziert werden, teilt das Unternehmen mit. Darüber hinaus stelle sie ein solides Fundament für die weitere strategische Entwicklung des Unternehmens dar und stehe für Wachstumsinvestitionen, insbesondere auch außerhalb der Bereiche Print und Packaging, zur Verfügung.
Der Wind- und Solarparkbetreiber Encavis hat eine Projektfinanzierung in Höhe von 135 Millionen Euro abgeschlossen. Mit dem Kapital soll der Erwerb des Aragón-Portfolios finanziert werden. Das Portfolio besteht aus drei Windparks und zwei Photovoltaikanlagen in Nordspanien mit einer Gesamtkapazität von 199 Megawatt. Die Finanzierung umfasst eine Term Facility über 117 Millionen Euro mit einer Laufzeit bis Juni 2044, eine Debt Service Reserve Facility über 5 Millionen Euro sowie eine LC Facility über 13 Millionen Euro.
Das Bankenkonsortium für die Finanzierung besteht aus Coöperatieve Rabobank, NordLB sowie Siemens Financial Services über die Siemens Bank. Ein internes Projektfinanzierungsteam von Encavis hat die Finanzierung strukturiert und arrangiert. Watson Farley & Williams übernahm die Beratung von Encavis sowohl für die Projektfinanzierung als auch für den Erwerb des Aragón-Portfolios. Clifford Chance hat das Bankenkonsortium bei der Finanzierung beraten.
Der Energietechnik-Zulieferer Asta Energy Solustions plant einen Börsengang im ersten Quartal 2026. Das auf Kupferprodukte spezialisierte Unternehmen aus Österreich strebt mit dem Gang aufs Parkett Bruttoemissionserlöse von rund 125 Millionen Euro aus neu ausgegebenen Aktien an. Damit wolle man international wachsen und die Kapazitäten erweitern, heißt es in einer Mitteilung von Asta. Ankerinvestoren, darunter auch Siemens Energy und Invesco, hätten sich vorab bereits zum Kauf von Aktien in Höhe von rund 55 Millionen Euro verpflichtet. Auf Siemens Energy entfielen nach Angaben von Asta dabei rund 25 Millionen Euro. Die Aktien des Unternehmens sollen im regulierten Markt an der Frankfurter Börse notiert werden.
Offenbar bereitet sich auch die Krypto-Handelsplattform Bitpanda auf einen Börsengang in Frankfurt in der ersten Jahreshälfte vor. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen berichtet, könnte das in Wien ansässige Unternehmen bei dem Börsengang eine Bewertung zwischen 4 und 5 Milliarden Euro anstreben. Eine endgültige Entscheidung gebe es jedoch noch nicht, auch der Zeitplan könne sich noch ändern, so die Personen. Ein Sprecher von Bitpanda erklärte gegenüber Bloomberg, ein Börsengang sei eine Option, das Unternehmen weiterzuentwickeln, wollte sich aber nicht weiter dazu äußern.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.
