EnBW platziert zwei grüne Hybridbonds
EnBW hat zwei grüne Hybridanleihen mit einem Gesamtvolumen von 1 Milliarde Euro emittiert. Die Anleihen waren nach Angaben des Konzerns stark nachgefragt und in der Spitze bis zu zehnfach überzeichnet. Die Emissionserlöse sollen in klimafreundliche Projekte entlang der Energiewertschöpfungskette fließen, darunter Solar- und Windparks sowie Schnellladestationen.
Mit der Transkation erhöhten die Karlsruher ihr Hybridvolumen von 2,5 auf 3,5 Milliarden Euro. Dieser strategische Schritt stärke die Bilanz nachhaltig und erweitere die finanzielle Flexibilität bei der Umsetzung des größten Investitionsprogramms in der Geschichte von EnBW, heißt es in einer Pressemitteilung zur Transaktion. Von 2024 bis 2030 plant EnBW, bis zu 50 Milliarden Euro in die klimafreundliche Transformation des Energiesystems zu investieren.
Die neuen grünen Anleihen haben jeweils ein Volumen von 500 Millionen Euro. Die erste Tranche wird zunächst mit 3,625 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit von 30 Jahren. Erstmalig zurückzahlen kann EnBW die Tranche im Jahr 2031. Der zweite Hybridbond bietet zunächst eine Verzinsung von 4,5 Prozent und kann 2035 erstmalig zurückgezahlt werden. Die Laufzeit beträgt ebenfalls 30 Jahre.
Mit der Emission der Hybridanleihen kann EnBW nach eigenen Angaben bereits zu Beginn des Jahres einen großen Teil des Finanzierungsbedarfs für 2026 abdecken. Der Konzern rechnet in diesem Jahr mit einem Bedarf von 2,5 bis 3 Milliarden Euro.
Cheplapharm kann Anleihen vorzeitig ablösen
Cheplapharm hat eine neue Anleihe im Volumen von 950 Millionen Euro platziert. Das Papier wird mit 6,75 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit bis 2032. Nach Angaben des Arzneimittelherstellers war die Anleihe mehrfach überzeichnet. Daher konnte Cheplapharm das ursprünglich geplante Emissionsvolumen von 750 Millionen Euro um weitere 200 Millionen Euro erhöhen.
Mit den Emissionserlösen will Cheplapharm ausstehende Verbindlichkeiten tilgen. Konkret geht es dabei um die Ablösung zweier ausstehender Anleihetranchen in Höhe von insgesamt etwa 750 Millionen Euro, die 2028 fällig werden sowie die Tilgung eines ursprünglich bis 2029 laufenden Darlehens.
Aroundtown ist zurück am australischen Kapitalmarkt
Der Immobilienkonzern Aroundtown hat zwei neue Anleihen im Gesamtwert von 600 Millionen australischen Dollar (rund 355 Millionen Euro) platziert. Für Aroundtown ist es erste die Emission am australischen Kapitalmarkt seit 2018. Die Emission umfasst eine fünfjährige Anleihe über 300 Millionen australischen Dollar und eine zehnjährige Anleihe über 300 Millionen australische Dollar. Beide Anleihen stießen nach Angaben des Unternehmens auf großes Interesse. So habe die Nachfrage insgesamt bei über 1,9 Milliarden australischen Dollar gelegen.
Um das Währungsrisiko zu minimieren, hat das Unternehmen einen Cross-Currency-Swap in Euro über die gesamte Laufzeit der Anleihen abgeschlossen. Die fünfjährige Anleihe bietet einen effektiven Euro-Coupon von 1,268 Prozent plus 6-Monats-Euribor, gedeckelt bei 3,5 Prozent. Die zehnjährige Anleihe hat einen festen Coupon von 3,9 Prozent für die ersten fünf Jahre, und wird danach mit 1,658 Prozent plus 6-Monats-Euribor verzinst.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Vonovia war erneut an den internationalen Kapitalmärkten aktiv. Fabian Lander, Bereichsleiter Corporate Finance und Treasury bei Vonovia, teilte über „Linkedin“ mitt, dass das Unternehmen unter anderem drei Anleihetranchen im Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden schwedischen Kronen (rund 141 Millionen Euro) platzierte. Die Anleihen haben Laufzeiten von drei und fünf Jahren und wurden als Social und Green Bonds begeben. Zudem schloss Vonovia eine Privatplatzierung über 10 Milliarden Yen (rund 54 Millionen Euro) mit dem japanischen Investor Aflac ab. Die Laufzeit der Papiere beträgt zehn Jahre. Alle Emissionen erfolgten unter dem EMTN-Programm von Vonovia.
Der Schweizer Stromkonzern Axpo hat seine syndizierte Kreditlinie zum zweiten Mal um ein Jahr bis Februar 2029 verlängert. Die ursprünglich vor zwei Jahren mit einem Konsortium von mehr als 30 Banken vereinbarte Kreditlinie wurde auf Wunsch von Axpo im November 2025 von 7 Milliarden Euro auf 5 Milliarden Euro reduziert.
Die wesentlichen Elemente der Linie bleiben durch die erneute Verlängerung weitgehend unverändert. Laut Axpo kann sie flexibel sowohl für Bankgarantien und Kredite als auch für die Finanzierung des laufenden Geschäfts und von Wachstumsinitiativen genutzt werden. Die Kreditlinie enthält zudem eine Nachhaltigkeitskomponente. Die Verzinsung ist abhängig davon, inwieweit das Unternehmen Ziele beim Ausbau der erneuerbaren Energien, beim Anteil von Frauen in Management-Positionen und bei der Anzahl Auszubildender erreicht.
Die ING und Helaba finanzieren mit 600 Millionen Euro den Bau des nachhaltigen Rechenzentrums Green Rocks in Mainz. Das Projekt wird vom norwegischen Rechenzentrumsbetreiber Green Mountain und dem Energieversorger KMW (Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG) im Rahmen eines Joint Ventures realisiert. Der geplante Campus umfasst drei Gebäude mit einer Gesamtleistung von 54 Megawatt. Die Finanzierung erfolgt als Green Loan, die bereitgestellten Mittel werden also zweckgebunden für nachhaltige Projekte, wie den Bau und Betrieb des energieeffizienten Rechenzentrums, verwendet. Das erste Gebäude soll Ende 2026 in Betrieb gehen.
Der Kölner Cannabis-Händler Enua erhält nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) eine Kreditlinie in Höhe von 25 Millionen Euro von der Deutschen Bank. Enua beliefert Apotheken mit Cannabis aus überwachtem Anbau und hat seinen Umsatz laut FAS im vergangenen Jahr auf rund 50 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Albert Schwarzmeier, Mitgesellschafter von Enua, bezeichnet die Finanzierung gegenüber der FAS als die bislang größte Fremdkapitaltransaktion in der europäischen Cannabis-Branche. Das Unternehmen will künftig nicht nur in Deutschland wachsen, sondern mit seinem Geschäft auch nach Polen und Großbritannien expandieren.
Rating-Meldungen
Moody’s hat das Rating von Pfleiderer von „Caa1“ auf „Caa3“ herabgestuft. Der Ausblick ist stabil.
Moody’s hat das „Ba1“-Rating von Voith bestätigt. Der Ausblick wurde von negativ auf stabil geändert.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.
