Großes Refinanzierungspaket für Encavis
Der Wind- und Solarparkbetreiber Encavis hat sich umfassend refinanziert. Das Paket umfasst ein US-Private-Placement im Volumen von 485 Millionen Euro, eine syndizierte Kreditfazilität in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro sowie weitere bilaterale Avalkreditlinien.
Das US-Private-Placement war für die Hamburger die erste Privatplatzierung im nordamerikanischen Raum. Damit habe man sowohl die Finanzierungsbasis bei institutionellen Anlegern als auch das Fälligkeitsprofil der Unternehmensverbindlichkeiten erweitert, heißt es in einer Mitteilung von Encavis. Die Transaktion wurde bereits Ende Februar 2026 gepreist. KKR Capital Markets, Crédit Agricole und CIBC Capital Markets fungierten als Berater und Arrangeure.
Die neue syndizierte Kreditfazilität umfasst ein endfälliges Darlehen sowie eine revolvierende Kreditfazilität, die Encavis Flexibilität gibt, um die eigene Projektpipeline sowie laufende Akquisitionen umzusetzen. Das Refinanzierungspaket wurde von einer internationalen Kreditgebergruppe getragen, der sowohl bestehende Hausbanken als auch neue Finanzierungspartner angehören.
Die Transaktion schaffe eine solide Grundlage für die Umsetzung der strategischen Prioritäten von Encavis, teilten die Hamburger mit. Dazu zählen laut Encavis insbesondere der Ausbau der Erzeugungskapazitäten aus erneuerbaren Energien, die Entwicklung von Batterie-Energiespeichersystemen sowie die Weiterentwicklung marktorientierter Optimierungsaktivitäten in den europäischen Kernmärkten.
Förderdarlehen für Railpool
Der Münchner Schienenfahrzeugvermieter Railpool hat ein KfW-Förderdarlehen über 100 Millionen Euro erhalten. Bereitgestellt wurde dieses durch die KfW-Ipex-Bank. Das frische Kapital soll für die Beschaffung neuer Lokomotiven genutzt werden, die überwiegend in Deutschland eingesetzt werden sollen.
Die Finanzierung hat eine Laufzeit von sieben Jahren und läuft über das KfW-Programm „Investitionskredit Nachhaltige Mobilität“. Sie wird als Capex-Fazilität in die bestehende Finanzierungsplattform von Railpool eingebunden. Die Kanzlei Watson Farley & Williams hat bei der Transaktion rechtlich beraten.
Neue Anleihe und ein Tap von Hochtief
Hochtief hat eine neue Anleihe im Volumen von 650 Millionen Euro am Kapitalmarkt platziert. Der neue Bond läuft bis 2034 und wird mit 4 Prozent verzinst. Das Orderbuch der Transaktion lag bei 3,6 Milliarden Euro. Damit war die Emission fünfeinhalbfach überzeichnet.
Zudem stockte Hochtief eine bestehende Anleihe aus dem Jahr 2019 in Höhe von 500 Millionen Euro um weitere 250 Millionen Euro auf. Die Anleihe läuft bis 2031 und wird mit 1,25 Prozent verzinst. Das Orderbuch der Aufstockung lag bei 1,3 Milliarden Euro.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Vier Gas Transport hat eine neue Anleihe mit einer Laufzeit von viereinhalb Jahren und einem Volumen von 500 Millionen Euro am Kapitalmarkt platziert. Der jährliche Kupon beträgt 3,5 Prozent. Nach Angaben von Vier Gas fand die Transaktion großen Anklang bei Investoren und war nahezu sechsfach überzeichnet. BNP Paribas, ING und Unicredit fungierten als Global Coordinators der Transaktion, Commerzbank, DZ Bank und RBC Capital Markets als Active Bookrunner. BayernLB und NatWest Markets agierten als Passive Bookrunner.
Der Chipindustrie-Ausrüster Aixtron hat Wandelschuldverschreibungen im Volumen von 450 Millionen Euro mit fünfjähriger Laufzeit platziert. Das teilte das Unternehmen am vergangenen Mittwoch mit. Die Wandelschuldverschreibungen werden in Aktien wandelbar sein, die einem Anteil von rund 7,9 Prozent am Grundkapital entsprechen. Das Bezugsrecht der Aktionäre der Gesellschaft wird ausgeschlossen. Der Emissionserlös aus der Transkation soll für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden, was Investitionen zur Unterstützung des organischen Wachstums sowie Akquisitionen und Aktienrückkäufe einschließen könne. Laufend verzinst werden die Anleihen nicht.
Cartonplast, ein Systembetreiber für wiederverwendbare Kunststoff-Zwischenlagen, hat ein Refinanzierungspaket in Höhe von 230 Millionen Euro abgeschlossen. An der Transaktion des Frankfurter Unternehmens, das Teil des Portfolios der Deutschen Beteiligungs AG ist, waren sowohl Infrastruktur-Banken als auch institutionelle Investoren beteiligt. Durch die langfristige Refinanzierung verbessert Cartonplast nach eigenen Angaben nicht nur sein Fälligkeitsprofil, sondern reduziert seine laufenden Fremdfinanzierungskosten in signifikantem Umfang. Zudem erhöhe sich die finanzielle Flexibilität, wodurch zusätzlicher Spielraum für die Umsetzung strategischer und operativer Initiativen geschaffen werde, wie die DBAG mitteilte.
Electrovac, ein Hersteller von hermetischen Glas-Metall-Gehäusen zum Schutz sicherheits- und systemkritischer Elektronik, hat die Preisspanne für seinen geplanten Börsengang auf 7,80 bis 10,20 Euro je Aktie festgelegt. Der endgültige Angebotspreis wird voraussichtlich am 27. April bekannt gegeben. Das Angebot umfasst rund 3,8 Millionen neue Aktien aus einer Barkapitalerhöhung, bis zu 300.000 bestehende Papiere aus dem Bestand der Electrovac Holding und bis zu 621.000 bestehende Aktien aus dem Bestand der Holding im Zusammenhang mit einer möglichen Mehrzuteilung.
Insgesamt sollen im Rahmen des Angebots rund 4,76 Millionen Aktien der Gesellschaft platziert werden, dies entspricht einem Angebotsvolumen zwischen 37 Millionen und 49 Millionen Euro. In der Mitte der Preisspanne würden die Nettoemissionserlöse aus den neu ausgegebenen Aktien rund 30 Millionen Euro betragen. Mit dem Kapital soll insbesondere der Ausbau der internationalen Produktionskapazitäten von Electrovac beschleunigt werden.
Der Stahl- und Technologiekonzern Voestalpine hat seine Wandelschuldverschreibungen im Volumen von 250 Millionen Euro aus dem Jahr 2023 um weitere 35 Millionen Euro aufgestockt. Die Anleihen werden im Jahr 2028 fällig. Die neuen Wandelschuldverschreibungen können anfänglich in rund 864.000 Aktien von Voestalpine gewandelt werden.
Synera, eine autonome KI-Agenten-Plattform mit Sitz in Deutschland, hat eine Series-B-Finanzierungsrunde über 40 Millionen US-Dollar (rund 35 Millionen Euro) abgeschlossen. Diese wurde von Revaia angeführt. Zudem beteiligten sich Capgemini über ISAI Cap Venture, UVC Partners, BMW iVentures, Venture Stars und Spark Capital. Die neuen Mittel sollen für die Beschleunigung der internationalen Expansion von Synera in den USA, APAC und Europa, für zusätzliche Investitionen in die Weiterentwicklung der Plattform sowie zur Stärkung der Marktposition in industriellen Engineering-Anwendungen eingesetzt werden. Flick Gocke Schaumburg hat Revaia bei dem Investment in Synera beraten.
Das KI-Robotik-Unternehmen Circus hat seine erste Asset-basierte Anleihe platziert. Das Volumen liegt laut Circus im siebenstelligen Bereich. Umgesetzt wurde die Platzierung über die digitale Kapitalmarktplattform Finexity. Die Anleihe ist durch autonome KI-Roboter für Mahlzeitenproduktion von Circus besichert. Parallel zu der Transaktion haben Circus und Finexity eine strategische Vereinbarung zur Strukturierung und Platzierung weiterer Kapitalmarktfinanzierungen mit einem Gesamtvolumen von bis zu 50 Millionen Euro unterzeichnet. Damit werde ein skalierbarer Finanzierungsrahmen geschaffen, um den globalen Rollout der Robotik-Infrastruktursysteme von Circus sowohl für Verteidigungs- als auch für zivile Kunden zu unterstützen, heißt es in einer Mitteilung von Circus.
Rating-Meldungen
Scope hat das „BBB-“-Rating von SAF Holland bestätigt. Der Ausblick ist stabil.
S&P hat das „BBB“-Rating von Sandoz bestätigt. Der Ausblick wurde von stabil auf positiv angehoben.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.
