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Finanzierungen: Eurogrid, Ottobock, SHS

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Eurogrid hat zum ersten Mal einen EU Green Bond platziert. Foto: kosoff – stock.adobe.com
Eurogrid hat zum ersten Mal einen EU Green Bond platziert. Foto: kosoff – stock.adobe.com

Eurogrid platziert ersten EU Green Bond

Eurogrid, die Muttergesellschaft des Berliner Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz, hat nach eigenen Angaben als erstes Unternehmen in Deutschland eine grüne Anleihe nach dem EU Green Bond Standard begeben. Dieser Ende 2024 von der EU eingeführte Standard gilt als besonders ehrgeizige Grundlage für grüne Anleihen in Bezug auf Anlagestruktur, Berichterstattung und externe Verifizierung.

Insgesamt platzierte Eurogrid 1,1 Milliarden Euro, aufgeteilt in zwei Tranchen in Höhen von 500 Millionen Euro und 600 Millionen Euro. Die kleinere der beiden Tranchen hat eine Laufzeit von vier Jahren und wird mit 2,886 Prozent verzinst. Die zweite Tranche läuft 15 Jahre und hat einen Zinssatz von 4,165 Prozent.

Das Orderbuch der Debüt-Emission war nach Angaben von Eurogrid vierfach überzeichnet. Die Erlöse sollen nun zur Finanzierung von Projekten an Land und auf See verwendet werden, die die Integration und den Transport von Elektrizität aus erneuerbaren Energien gemäß dem Green Financing Framework von Eurogrid ermöglichen. Die Berliner hatten das Framework Mitte September 2025 aufgesetzt und als erstes deutsches Unternehmen auch den EU Green Bond Standard darin integriert.

Begleitet wurde die Transaktion von ING, BNP Paribas, Natwest und Commerzbank als aktive Bookrunner sowie Deutsche Bank und Société Générale als passive Bookrunner. Mizuho und Rabobank standen Eurogrid als Sustainability Advisors zur Seite.

Ottobock legt erfolgreichen Start an der Börse hin

Der Prothesenhersteller Ottobock hat es im dritten Anlauf am vergangenen Donnerstag endlich an die Börse geschafft – und das durchaus erfolgreich. Es ist der größte Börsengang in Deutschland seit dem IPO von Douglas 2024.

Der Ausgabepreis der Aktien belief sich auf 66 Euro je Stück und befand sich damit am oberen Ende der zuvor verkündeten Preisspanne zwischen 62 und 66 Euro. Der erste Kurs der Ottobock-Papiere lag am vergangenen Donnerstag dann mit 72 Euro gleich 9 Prozent über dem Ausgabepreis. Zum Angebotspreis erwartete der Prothesenhersteller eine Marktkapitalisierung von rund 4,2 Milliarden Euro, auf Basis des ersten Kurses lag diese bei rund 4,6 Milliarden Euro.

Am ersten Handelstag stieg der Preis für eine Ottobock-Aktie zwischenzeitlich auf 73 Euro. Der Schlusskurs am Abend lag schließlich bei noch 69 Euro. Nach dem Gang an die Börse befinden sich nun rund 19 Prozent des Unternehmens im Streubesitz.

1,7 Milliarden Euro für die klimaneutrale Stahlproduktion

Die SHS – Stahl-Holding-Saar Gruppe (SHS) hat die Finanzierung ihres Dekarbonisierungsprojekts Power4Steel abgeschlossen. Der Gesamtfinanzierungsumfang beläuft sich nach Angaben des Konzerns auf rund 1,7 Milliarden Euro. Damit sei die Finanzierung über die gesamte Laufzeit des Investitionsprojekts gesichert, heißt es in einer Pressemitteilung von SHS.

Das Finanzierungspaket umfasst unter anderem Exportkreditfazilitäten, die durch die Exportkreditagenturen OeKB aus Österreich und SACE aus Italien abgesichert werden. Ergänzt wird die Finanzierung durch Eigenmittel sowie direkte Fördermittel der Bundesregierung und des Saarlandes aus dem Programm zur Transformation der saarländischen Stahlindustrie, welches insgesamt 2,6 Milliarden Euro umfasst.

Die ING fungierte bei der Transformationsfinanzierung als Documentation Agent und Bookrunner. Zudem war die Unicredit als ECA Agent und Bookrunner an der Finanzierung beteiligt. Weitere Mitglieder des Bankenkonsortiums sind BNP Paribas, Crédit Agricole, Deutsche Bank, DZ Bank und Natixis. Lazard begleitete SHS als Finanzierungsberater, Hogan Lovells war als Rechtsberater des Stahlkonzerns tätig. Freshfields beriet die Banken.

Im Rahmen von Power4Steel sollen an den SHS-Standorten Dillingen und Völklingen neue Direktreduktionsanlagen und zwei Elektrolichtbogenöfen errichtet werden. Diese sollen die bisherigen Hochöfen und Konverter ersetzen. Durch die wasserstoffbasierte Stahlherstellung soll eine Reduktion der CO₂-Emissionen um 55 Prozent bis 2030 ermöglicht werden. Bis 2045 will SHS eine vollständig klimaneutrale Stahlproduktion aufbauen.

n8n wird mit prominenten Investoren zum Einhorn

Das Berliner KI-Start-up n8n hat in einer Series-C-Finanzierungsrunde 180 Millionen US-Dollar (rund 156 Millionen Euro) eingesammelt. Damit konnte der Automatisierungsspezialist sein gesamtes Finanzierungsvolumen auf 240 Millionen US-Dollar erhöhen und seine Unternehmensbewertung auf stolze 2,5 Milliarden US-Dollar steigern. Das teilte N8N am vergangenen Donnerstag mit.

Damit steigt das Start-up, das Software zur Automatisierung von Geschäftsprozessen mittels KI-Agenten entwickelt, nicht nur in die Riege der Einhörner auf, sondern ist nun mehr als achtmal so viel wert wie noch im März 2025 bei der letzten Finanzierungsrunde.

Angeführt wurde die Runde von Accel. Aber auch prominente Namen wie NVentures, der Venture-Capital-Arm von Nividia, und die Deutsche Telekom beteiligten sich an der Finanzierung. Zudem waren die Risikokapitalfirmen Meritech, Redpoint, Evantic Capital und Visionaries Club als Investoren dabei. Die Altinvestoren Felicis Ventures, Sequoia Capital, Highland Europe und HV Capital beteiligten sich ebenfalls erneut.

Weitere Finanzierungsmeldungen

Der Online-Automarktplatz Mobile.de könnte nächstes Jahr den Schritt auf das Börsenparkett in Frankfurt wagen, wie die „Financial Times“ berichtet. Im Raum steht eine Bewertung von 10 Milliarden Euro. Die Private-Equity-Gesellschaften Permira und Blackstone sollen demnach Goldman Sachs und JP Morgan kontaktiert haben, um einen Börsengang der Onlineplattform auszuloten.

Die Dortmunder Handelsgemeinschaft für Mittelständler, Nordwest Handel, hat einen neuen Konsortialkredit über 132 Millionen Euro abgeschlossen. Das Darlehen hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wurde unter Führung der Commerzbank und der DZ Bank mit insgesamt sechs Finanzinstituten vereinbart.

Der Abschluss des neuen Kredits erfolgte nach Angaben des Unternehmens rund ein Jahr vor der ursprünglichen Fälligkeit der bisherigen Finanzierung. Zudem konnte das bisherige Volumen des Konsortialkredits von 52,5 Millionen Euro bei der Neuauflage deutlich erhöht werden. Das frische Kapital ermögliche nun gezielte Investitionen, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens zum neuen Darlehen am vergangenen Mittwoch. Insbesondere in den Neubau eines Logistikzentrums in Alsfeld.

Am vergangenen Donnerstag gab Nordwest Handel bekannt, seine Prognose für Geschäftsvolumen und Ebit für das laufende Geschäftsjahr senken zu müssen. Grund hierfür, sei ein bisher schwächer als erwartet verlaufenes zweites Halbjahr 2025. Zudem kündigte das Unternehmen einen Stellenabbau an.

Die DEAG Deutsche Entertainment Aktiengesellschaft (DEAG) hat einen neuen Nordic Bond in Höhe von 75 Millionen Euro platziert. Die Laufzeit der Anleihe beträgt vier Jahre bei einem jährlichen Zinssatz von 7,75 Prozent. Das Unternehmen plant, die Emissionserlöse zur Refinanzierung einer 2026 fällig werdenden Unternehmensanleihe zu nutzen. Zudem sollen mit den Erlösen Minderheitenanteile an Beteiligungen der DEAG reduziert werden.

Paul Tech platziert nun doch keinen neuen Nordic Bond. Mitte September hatte das Unternehmen angekündigt, einen Green Bond mit Laufzeit bis 2029 emittieren zu wollen, um einen am 1. Dezember fällig werdenden Bond abzulösen. Statt der Refinanzierung bietet das Mannheimer Digitalisierungsunternehmen für Gebäudetechnik den Gläubigern seiner Anleihe aus dem Jahr 2020 in Höhe von 35 Millionen Euro nun eine Verlängerung der Laufzeit um ein Jahr an.

Rating-Meldungen

Moody’s hat Stepstone von „B1“ auf „B2“ herabgestuft. Der Ausblick ist stabil.

Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.