Finanzierungen: KfW, Autodoc, Enercon

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Die KfW setzt ihre Green-Bond-Serie mit einer 5-Milliarden-Euro-Emission fort. Foto: KfW
Die KfW setzt ihre Green-Bond-Serie mit einer 5-Milliarden-Euro-Emission fort. Foto: KfW

KfW trifft mit Green Bond auf hohe Nachfrage

Die KfW hat mit einer grünen Benchmark-Anleihe über 5 Milliarden Euro die Marke von 100 Milliarden Euro Gesamtvolumen bei Green Bonds überschritten. Die staatliche Förderbank begab die Anleihe mit einer Laufzeit von drei Jahren bis September 2029. Der Kupon liegt bei 3 Prozent.

Die Transaktion stieß laut der Bank auf starkes Interesse internationaler Investoren. Mehr als 170 Anleger beteiligten sich, darunter Green-Bond-Investoren, Zentralbanken und weitere öffentliche Institutionen. Das Orderbuch erreichte mehr als 26 Milliarden Euro und war damit mehr als fünffach überzeichnet.

Mit der neuen Emission kommt die KfW 2026 bereits auf ein Green-Bond-Volumen von mehr als 18 Milliarden Euro. Die gesamte Mittelaufnahme am Kapitalmarkt liegt seit Jahresbeginn bei umgerechnet knapp 74 Milliarden Euro. Begleitet wurde die Transaktion von Barclays, Deutsche Bank, NatWest und Société Générale.

Autodoc finanziert Apollo-Rückkauf mit 530 Millionen Euro

Autodoc hat den Rückkauf der Minderheitsbeteiligung von Apollo abgeschlossen und dafür einen Term Loan B über 530 Millionen Euro platziert. Das teilte der Berliner Onlinehändler für Kfz-Ersatzteile mit. Die drei Gründer Alexej Erdle, Max Wegner und Vitalij Kungel halten damit wieder indirekt 100 Prozent der Anteile an Autodoc.

Apollo war 2024 bei Autodoc eingestiegen. Damals wurde das Unternehmen mit 2,3 Milliarden Euro bewertet. Der Finanzinvestor sollte das Unternehmen unter anderem beim Ausbau des Zugangs zu institutionellen Kapitalmärkten und bei der Vorbereitung auf einen möglichen Börsengang unterstützen.

Mit dem Term Loan B hat Autodoc nun erstmals den institutionellen Kapitalmarkt genutzt. Die Finanzierung bildet die Grundlage für die neue Kapitalstruktur nach dem Ausstieg von Apollo. Zugleich sieht sich das Unternehmen nach eigenen Angaben für weitere Kapitalmarktoptionen vorbereitet, darunter einen möglichen IPO.

Enercon stellt Finanzierung nach der Krise neu auf

Enercon hat mit seinen Finanzierungspartnern eine neue syndizierte Garantielinie über 1 Milliarde Euro vereinbart, wie der Windkraftanlagenbauer mitteilte. Der neue Konsortialkreditvertrag läuft zunächst über drei Jahre und kann zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden.

Mit der neuen Finanzierung will Enercon nach eigenen Angaben seine Geschäftsaktivitäten in den kommenden Jahren absichern und die weitere strategische Entwicklung unterstützen. Zugleich hat das Unternehmen die letzten Raten eines Kredits des Wirtschaftsstabilisierungsfonds vorzeitig zurückgezahlt. Den WSF-Kredit über 500 Millionen Euro hatte Enercon 2022 für Stabilisierungsmaßnahmen infolge der Corona-Pandemie erhalten.

Die Rückzahlung markiert laut Enercon auch den formellen Abschluss der Restrukturierung. Vorausgegangen war eine schwierige Phase nach dem Einbruch des Onshore-Windmarktes im Jahr 2019. Den anschließenden Turnaround-Prozess hatte nach Unternehmensangaben die Aloys Wobben Stiftung angestoßen und begleitet, die Alleingesellschafterin von Enercon.

Koordiniert wurde die Finanzierung von Commerzbank und Deutsche Bank. Auch die KfW ist im Rahmen des Förderangebots „Absicherungsinstrument für Transformationsindustrien“ beteiligt. Nach Angaben der Commerzbank wurde die Finanzierung als Green Loan strukturiert.

Weitere Finanzierungsmeldungen

Sika hat erstmals eine Hybridanleihe über 1 Milliarde Euro am Kapitalmarkt platziert. Das teilte der Schweizer Bauchemiekonzern mit. Das Volumen verteilt sich auf zwei Tranchen in Höhe von jeweils 500 Millionen Euro. Die Tranchen sind mit Kupons von 4,375 und 4,875 Prozent ausgestattet und können von Sika erstmals im Februar 2032 beziehungsweise im Februar 2035 zurückgezahlt werden. Den Nettoerlös will Sika für allgemeine Unternehmenszwecke einsetzen, darunter ergänzende Übernahmen und die Refinanzierung bestehender Finanzverbindlichkeiten.

Hiag hat eine grüne Anleihe über 100 Millionen Schweizer Franken platziert, das sind umgerechnet rund 107 Millionen Euro. Die Schweizer Immobiliengesellschaft mit Sitz in Basel will den Erlös zur Finanzierung nachhaltiger Gebäude und Projekte einsetzen. Die Anleihe läuft über sechs Jahre und ist mit einem Kupon von 1,3 Prozent ausgestattet. Die Abwicklung ist für den 15. September geplant. Begleitet wurde die Emission von der Zürcher Kantonalbank, der Raiffeisen Schweiz und J. Safra Sarasin.

Das Stuttgarter KI-Scale-up Flip hat sich 25 Millionen US-Dollar (rund 21 Millionen) frisches Kapital gesichert. Nach Angaben des Unternehmens beteiligten sich bestehende Investoren wie HV Capital und Notion Capital erneut, neu hinzu kam die L-Bank. Flip entwickelt eine Mitarbeiterplattform für Beschäftigte ohne klassischen Schreibtischarbeitsplatz, etwa in Filialen, Fabriken oder Logistikzentren. Mit dem Kapital will Flip unter anderem sichere digitale Identitäten für Beschäftigte ohne Firmen-E-Mail weiterentwickeln. Außerdem soll die KI-Plattform Flip Fusion wachsen.

Bio-Gate hat über zwei Kapitalmaßnahmen rund 1,16 Millionen Euro eingeworben. Das Nürnberger Medizintechnik-Unternehmen platzierte insgesamt 415.000 neue Aktien zu je 2,80 Euro. Dadurch steigt das Grundkapital auf rund 2,45 Millionen Euro. Die Mittel sollen kurzfristige Investitionen finanzieren, die Eigenkapitalbasis stärken und zusätzlichen finanziellen Spielraum schaffen.

Rating-Meldungen

Die KfW wird von Moody’s, S&P und Scope jeweils mit der Bestnote bewertet. Die Ratings liegen bei „Aaa“ von Moody’s sowie „AAA“ von S&P und Scope. Der Ausblick ist jeweils stabil.

S&P hat den Ausblick für Sika von negativ auf stabil angehoben. Das Emittenten-Rating bleibt bei „A-“.

Moody’s hat die geplante Hybridanleihe von Tennet Germany mit „Baa2“ bewertet. Der Ausblick ist stabil.

Katharina Kleint ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen. Sie hat Politikwissenschaften und Germanistik an der Frankfurter Goethe-Universität studiert. Parallel arbeitete sie als freie Journalistin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau sowie die Mediengruppe Offenbach-Post. Nach dem Studium absolvierte sie ihr Volontariat bei F.A.Z. Business Media.