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Finanzierungen: OMV, Meyer Werft, AMS-Osram

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OMV zapft den Bondmarkt an. Foto: Fotokon - stock.adobe.com
OMV zapft den Bondmarkt an. Foto: Fotokon - stock.adobe.com

OMV platziert zwei Anleihen über 1 Milliarde Euro

Das Wiener Öl- und Gasunternehmen OMV hat zwei festverzinsliche Schuldverschreibungen mit einem Gesamtnominalbetrag von 1 Milliarde Euro am Kapitalmarkt platziert. Die erste Tranche der Emission beläuft sich auf 500 Millionen Euro, hat eine Laufzeit von sieben Jahren und wird mit 3,25 Prozent verzinst. Tranche Nummer zwei, ebenfalls mit einem Volumen von 500 Millionen Euro, hat eine Laufzeit von zwölf Jahren und bietet einen jährlichen Zinssatz von 3,75 Prozent.

Die Emissionserlöse sollen für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden. Beide Anleihen wurden am regulierten Markt der Luxemburger Börse sowie der Wiener Börse zum Handel zugelassen. Begleitet wurde die Transaktion von einem Bankenkonsortium bestehend aus Barclays Europe, Erste Group Bank, Mizuho Securities Europe, Raiffeisen Bank International, Société Générale und Unicredit. White & Case fungierte als Rechtsberater des Bankenkonsortiums.

Bund und Land steigen bei Meyer Werft ein

Der Einstieg des Staats beim finanziell angeschlagenen Schiffsbauer Meyer Werft ist beschlossene Sache. Die Haushaltsausschüsse im Bundestag und im niedersächsischen Landtag haben den Weg frei gemacht für die milliardenschwere Rettung. Für 400 Millionen Euro wandern rund 80 Prozent der Anteile in den Besitz von Bund und Land. Die neuen Mehrheitseigner gewähren darüber hinaus jeweils eine Bürgschaft in Höhe von rund 1 Milliarde Euro, um Bankkredite der Meyer Werft abzusichern.

Der Schiffsbauer war aufgrund von vor der Corona-Pandemie geschlossenen Verträgen für neue Schiffe in die Krise gerutscht. Seitdem sind die Energie- und Rohstoffpreise stark gestiegen, dieser Umstand konnte in den Vertragswerken aber nicht angepasst werden. Bis Ende 2027 muss Meyer Werft übereinstimmenden Berichten zufolge fast 2,8 Milliarden Euro zur Finanzierung neuer Schiffe aufbringen.

AMS-Osram besorgt sich frisches Geld

Der Lichtkonzern AMS-Osram hat im Rahmen einer Privatplatzierung vorrangige Anleihen im Volumen von 200 Millionen Euro emittiert. Die Papiere tragen einen Zinskupon in Höhe von 10,5 Prozent laufen bis 2029. Mit dieser Transaktion will das kriselnde Unternehmen kurzfristige revolvierende Bankkredite sowie Betriebsmittellinien ablösen und seine Fremdkapitalstruktur weiter optimieren. Bereits im vergangenen Herbst hatte das Unternehmen nach Angaben von CFO Rainer Irle über 2 Milliarden Euro refinanziert, um die langfristigen Verbindlichkeiten zu sichern.

Springer Nature bestätigt IPO-Gerüchte

In der vergangenen Woche berichtete FINANCE noch über sich verdichtende Zeichen, jetzt ist es offiziell: Springer Nature plant einen Börsengang. Je nach Marktbedingungen soll dieser bis Ende des Jahres an der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgen. Laut Unternehmen steht die endgültige Angebotsstruktur dabei noch nicht fest. Nach jetzigem Stand soll sie jedoch aus einer Kapitalerhöhung in Höhe von 200 Millionen Euro sowie einer Platzierung von bestehenden Aktien aus dem Bestand des Private-Equity-Investors BC Partners bestehen.

Der Hauptaktionär, die Holtzbrinck Publishing Group, plant hingegen keine Veräußerung der eigenen Anteile. Der Verlag erwartet, dass der angestrebte Streubesitz groß genug sein wird, um einen liquiden Markt für die Aktien von Springer Nature zu schaffen. Außerdem plant der Verlag eine jährliche Dividendenausschüttung in Höhe von rund 50 Prozent des bereinigten Jahresüberschusses. Für das am 31. Dezember 2024 endende Geschäftsjahr will Springer Nature eine Dividende in Höhe von 25 Millionen Euro zahlen.

Bayern ringt sich zu Staatsbürgschaft für Lilium durch

Nach monatelangem Hin und Her scheint das kriselnde Flugtaxi-Unternehmen Lilium nun doch in den Genuss der ersehnten Staatsbürgschaft zu kommen. Wie der bayerische Staatskanzleichef Florian Herrmann vergangenen Dienstag mitteilte, habe sich das Landeskabinett auf die Haftungsübernahme für einen Kredit in Höhe von 50 Millionen Euro geeinigt. Die Bürgschaft greife allerdings nur, wenn sich nun auch der Bund in selber Höhe an dem Deal beteilige, so Herrmann.

Die erste Resonanz aus Berlin fiel positiv aus. So begrüßte das zuständige Verkehrsministerium den Beschluss in Bayern und gab zu Protokoll, dass man diese Schlüsseltechnologie in deutscher Hand behalten und eine Abwanderung ins Ausland verhindern wolle.

Weitere Finanzierungsmeldungen

EnBW plant eine Kapitalerhöhung in Höhe von 3 Milliarden Euro, um das Investitionsprogramm zur Energiewende auszubauen. Das Investitionsvolumen soll bis 2030 von 40 auf etwa 50 Milliarden Euro steigen. Geplant sind Investitionen in Wind- und Solaranlagen, wasserstofffähige Gaskraftwerke, den Netzausbau sowie Elektromobilität und ein Wasserstoff-Kernnetz. Die Maßnahmen sollen laut Unternehmen vor allem die Infrastruktur in Baden-Württemberg stärken.

CHG-Meridian hat ein ESG-linked Schuldscheindarlehen über 100 Millionen Euro abgeschlossen. Der Schuldschein besteht aus verschiedenen Tranchen mit Laufzeiten von vier bis sieben Jahren. In einem Zeitraum von viereinhalb Wochen wurde er bei 17 Investoren platziert. Seit 2021 hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge insgesamt 800 Millionen Euro durch nachhaltige Finanzinstrumente gesammelt.

Pentixapharm, ein Tochterunternehmen des Strahlen- und Medizintechnikkonzerns Eckert & Ziegler, strebt an die Börse. Das auf die Entwicklung von Radiopharmazeutika spezialisierte Unternehmen will noch im vierten Quartal 2024 im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet sein. Finanzielle Details zum Börsengang verrieten die Unternehmen indes nicht.

Bayern Kapital, die Venture- und Growth-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern, beteiligt sich an dem Biotech-Unternehmen CPTX. Angeführt wird die Finanzierungsrunde im Gesamtvolumen von rund 29 Millionen US-Dollar (26,1 Milliarden Euro) von Blueyard Capital und Sprind. CPTX möchte diese Mittel nutzen, um die eigenen Produkte weiterzuentwickeln und das Team auszubauen.

Das Software-Start-up Staffbase hat sich eine revolvierende Kreditfazilität in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro gesichert. Die Fazilität wird im Rahmen des Finanzierungsprogramms „Venture Tech Growth“ von der KfW und JP Morgan bereitgestellt. Mit dem Geld möchte Staffbase die eigenen Wachstumspläne vorantreiben und den allgemeinen Unternehmens- und Betriebskapitalbedarf decken.

Frederic Haupt ist Redakteur bei FINANCE und betreut schwerpunktmäßig die Themen Private-Equity und M&A. Er hat Journalismus und Unternehmenskommunikation an der Media University (ehemals HMKW) studiert. Nach dem Studium hat er sein Volontariat bei F.A.Z. Business Media absolviert und dabei neben FINANCE für weitere Publikationen des Verlags gearbeitet, unter anderem für die Personalwirtschaft und das Wir-Magazin.