Der chinesische Hausgerätehersteller Midea hat sich 5 Prozent an Kuka gesichert.

Kuka

25.08.15
Finanzierungen

Chinesischer Konzern Midea steigt bei Kuka ein

Der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea wird zum drittgrößten Anteilseigner beim Roboterproduzenten Kuka. Was bezweckt der Investor aus Fernost?

Der chinesische Klimaanlagenhersteller Midea hat sich beim Roboterbauer Kuka eingekauft. Wie aus einer Pflichtmitteilung hervorgeht, hat sich Midea 5,43 Prozent der Anteile der Heidenheimer Kuka gesichert. Die erworbenen Anteile stammen wohl aus dem Portfolio des französischen Lebensversicherers Axa, der seinen Anteil reduziert hat.

Die 1968 gegründete Midea ist eigenen Angaben zufolge Chinas größter Hersteller von Heizgeräten, Raumbelüftern und Klimaanlagen. Der Konzern beschäftigt weltweit 126.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2014 weltweit einen Umsatz in Höhe von 23 Milliarden US-Dollar, was in etwa 19,7 Milliarden Euro entspricht.

Midea wird drittgrößter Aktionär bei Kuka

Mit der Transaktion steigen die Chinesen zum drittgrößten Aktionär bei dem MDax-Konzern Kuka auf. Größter Anteilseigner ist der Anlagenbauer Voith, der sich im Dezember 2014 ein großes Aktienpaket gesichert hatte und etwas mehr als ein Viertel der Wertpapiere hält. Der Kauf der Anteile wurde vom Kuka-Management seinerzeit positiv aufgenommen. Voith ist mit knapp 5,6 Milliarden Euro Umsatz mehr als dreimal so groß wie Kuka. Zweitgrößter Aktionär mit 10 Prozent ist Friedhelm Loh mit seiner Investmentfirma Swoctem.

Dass die Chinesen eine strategische Mehrheit anstreben, ist unwahrscheinlich. Voith schützt Kuka als Ankeraktionär gegen Übernahmen. Laut deutschem Aktiengesetz muss ein Investor 75 Prozent der Anteile an einem Unternehmen kontrollieren, um einen Beherrschungsvertrag zu schließen und die Firma so zu übernehmen. Das ist bei Kuka nicht möglich, solange Voith einen Anteil von mehr als einem Viertel hält.

Chinesen nehmen deutschen Mittelstand ins Visier

In letzter Zeit haben chinesische Investoren immer wieder durch spektakuläre Übernahmen in Deutschland auf sich aufmerksam gemacht. Zuletzt hatte der Finanzinvestor Fosun für Furore auf dem M&A-Markt gesorgt, indem er beim Mischkonzern KTG Agrar zweitgrößter Aktionär wurde und nur wenige Tage später die Traditionsbank Hauck & Aufhäuser im Juli erwarb. Vergangene Woche stieg zudem die chinesische Powerway-Gruppe bei dem Traditionsunternehmen Berkenhoff, einem Hersteller für Hightech-Präzisionsdrähte, ein.

jakob.eich[at]finance-magazin.de