Continental AG

26.04.19
Finanzierungen

Continental legt Teil-Börsengang auf Eis

Der Autozulieferer Continental verschiebt den für die zweite Jahreshälfte 2019 angekündigten Teilbörsengang seiner Antriebssparte auf das nächste Jahr. Zuvor machte schon VW einen Rückzieher.

Der deutsche IPO-Markt liegt am Boden. Nachdem bereits Volkswagen den Börsengang seiner LkW-Sparte verschoben hat, macht nun auch der Autozulieferer Continental einen Rückzieher: Wie der Dax-Konzern heute bekannt gab, soll der eigentlich für die zweite Jahreshälfte vorgesehene Teilbörsengang seiner Antriebssparte auf frühestens 2020 verschoben werden.

Wann genau der Teilbörsengang der „Vitesco“ genannten Sparte erfolgen soll, sei abhängig von der Marktlage. Bereits im Januar hatte Finanzchef Wolfgang Schäfer die Erwartungen gedämpft und betont, dass Continental seine Antriebssparte nicht um jeden Preis an die Börse bringen möchte.

Gründe für die Verschiebung nannte Continental nicht. Ähnlich bedeckt hielt sich Mitte März auch Volkswagen, der den von langer Hand vorbereiteten Börsengang der LkW-Sparte Traton mit Verweis auf das gegenwärtige Marktumfeld bis auf weiteres verschoben hatte. Mit den Rückziehern von VW und Conti verliert der deutsche IPO-Markt in diesem Jahr damit schon zwei seiner größten Transaktionen.

Conti-Zahlen sind besser als befürchtet

Neben dem allgemein schlechten Börsenumfeld macht Continental auch die schwächelnde Automobilindustrie zu schaffen, wie die heute veröffentlichen Quartalszahlen des Dax-Konzerns zeigen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach im ersten Quartal 2019 gegenüber dem Vorjahr um 17,1 Prozent auf 884,2 Millionen Euro ein.

Der Umsatz stagnierte bei rund 11 Milliarden Euro. Conti bestätigte jedoch seine zum Jahresbeginn gestellte Jahresprognose, die bei einem Umsatz von 45 bis 47 Milliarden Euro eine Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern zwischen 8 und 9 Prozent vorsieht.

Analyst Christian Glowa von Hauck & Aufhäuser zufolge habe Continental im ersten Quartal damit besser abgeschnitten als befürchtet. Es sei wichtig, dass der Dax-Konzern die Jahresziele bestätigt habe. Im Sommer vergangenen Jahres hatte Continental noch seine Aktionäre geschockt, als der Konzern binnen weniger Wochen zwei Gewinnwarnungen hintereinander aussprach. Die Aktie stieg denn auch im Laufe des heutigen Vormittags um über 2 Prozent auf rund 152 Euro. 

Continental hatte sich vergangenes Jahr eine neue Holding-Struktur verpasst. Unter deren Dach will der Konzern ab 2020 die Geschäftsbereiche Rubber, Automotive und Powertrain bündeln. Die Antriebssparte wurde mit Blick auf den geplanten IPO bereits Anfang 2019 rechtlich verselbständigt und in Vitesca umbenannt.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de