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Creditshelf kassiert Gewinnprognose

Creditshelf-CFO Daniel Bartsch muss die Prognose für 2022 erneut senken. Foto: Creditshelf
Creditshelf-CFO Daniel Bartsch muss die Prognose für 2022 erneut senken. Foto: Creditshelf

Stimmungsdämpfer für Creditshelf: Die Finanzierungsplattform muss ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2022 kurz vor dem Jahreswechsel noch einmal nach unten korrigieren, wie das Unternehmen nun bekanntgab. Demnach rechnet CFO Daniel Bartsch für 2022 statt der zunächst erwarteten 7 bis 8 Millionen Euro Umsatz nur noch mit 6 bis 7 Millionen Euro. Damit dürfte auch der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) – ursprünglich hatte Bartsch einen Gewinn von 1 Million Euro erwartet – ins Minus drehen. So droht Creditshelf nach eigenen Angaben ein Verlust von bis zu 1 Million Euro.

Als Grund für die Korrektur führt der CFO Umsatzverschiebungen an. „Aufgrund zeitlicher Verzögerungen bei der Umsetzung von nachgelagerten Bedingungen einer abgeschlossenen Refinanzierungsfazilität, insbesondere dem Abschluss einer Back-up-Servicing-Vereinbarung, kann diese bislang noch nicht wie geplant in Anspruch genommen werden“, heißt es von Creditshelf. Durch diesen Umstand verschiebe sich die Abwicklung eines Teils des ursprünglich noch für dieses Jahr vorgesehenen Neugeschäfts auf Basis bereits vermittelter Verträge wohl in das kommende Jahr.

Creditshelf hatte den Breakeven geschafft

Gedämpfte Stimmung also zum Jahresende, zumal die Frankfurter zunächst gut in das Jahr gestartet waren und im ersten Quartal den Breakeven geschafft hatten – was nicht zuletzt an einigen wenigen besonders margenträchtigen Deals lag. Auch wegen der Unsicherheiten in Folge des Ukraine-Kriegs hatte Creditshelf eine weiterhin starke Nachfrage nach Krediten erwartet. Die Plattform bedient in erster Linie bonitätsschwache Mittelständler, deren Zugang zu unbesicherten Bankkrediten begrenzt ist.

Noch im Mai hatten die beiden Creditshelf-Günder, CEO Tim Thabe und CFO Bartsch, zunächst an ihrer ursprünglichen Umsatzprognose für 2022 von 10 bis 12 Millionen Euro festgehalten, diese jedoch schon Anfang Juni anpassen müssen. Zwar kletterte die Ebit-Prognose nach einer Einigung über noch ausstehende Finanzierungsmittel mit dem Verwalter der insolventen Amsterdam Trade Bank auf bis zu 1 Million Euro.

Gleichzeitig verzögerte sich jedoch aufgrund des „herausfordernden Umfelds“ der Abschluss einer neuen Refinanzierungsfazilität, wie es im Halbjahresbericht des Unternehmens heißt. Somit musste Bartsch bereits zu diesem Zeitpunkt die Umsatzerwartung dämpfen. Anfang November hat der CFO schließlich eine zusätzliche besicherte Refinanzierungsfazilität über bis zu 100 Millionen Euro abschließen können, die Goldman Sachs zur Verfügung stellt.

Thomas Holzamer ist Redakteur bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Banken-Sektor, speziell das Firmenkundengeschäft. Er hat Politikwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Vor FINANCE arbeitete Thomas Holzamer mehr als 12 Jahre in den Redaktionen der Mediengruppe Offenbach-Post, zunächst als verantwortlicher Redakteur für Sonderpublikationen, später im Lokalen.