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Evotec will auch an die Nasdaq

Das Biotechnologieunternehmen Evotec strebt auch in den USA an die Börse. Dazu plant es, an der US-amerikanischen Technologiebörse Nasdaq 22 Millionen American Depositary Shares. Foto: Image Source/DigitalVision

America is calling: Evotec aus Hamburg hat Details für das geplante Zweitlisting an der US-amerikanischen Technologiebörse Nasdaq vorgelegt: Mit der Ausgabe sogenannter American Depositary Shares (ADS) will das Biotechnologieunternehmen auch in Übersee Investoren gewinnen. Ein ADS ist ein in US-Dollar ausgestellter Anteil am Eigenkapital eines Nicht-US-Unternehmens. Er hat die gleichen Rechte wie die Aktie, etwa mit Blick auf Dividendenanspruch oder Stimmrecht.

Insgesamt plant Evotec, 22 Millionen ADS an der Nasdaq zu emittieren. Der Preis pro ADS orientiert sich am Schlusskurs der Evotec-Aktie an der Frankfurter Wertpapierbörse am Tag der Preissetzung. Evotec geht von einer Platzierung der ADS in der ersten Woche im November aus. Da der ADS in US-Dollar notiert, wird der Preis auch dem an dem Tag geltenden Wechselkurs unterliegen.

Die Ausgabe der ADS an der Nasdaq soll in einem 2:1-Verhältnis erfolgen: Zwei ADS entsprechen einer Evotec-Namenaktie an der Börse in Frankfurt. Gemessen am Aktienkurs vom Mittwochvormittag, der um die 43,40 Euro schwankte, könnte Evotec durch die Finanzierung einen Geldzufluss von umgerechnet mehr als 475 Millionen Euro verbuchen. Evotec überlegt zudem, die Platzierung bei hoher Nachfrage um weitere 3,3 Millionen ADS aufzustocken. Damit könnten gemessen am aktuellen Aktienkurs noch einmal umgerechnet rund 72 Millionen Euro hinzukommen. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen.

Aktienkurs von Evotec des vergangenen Monats

Die Ankündigung der Details zu den US-Plänen hat die Evotec-Aktie zunächst auf Talfahrt geschickt: Nach Werten zwischen 44,50 und 50 Euro in den Vortagen hat das Papier am Mittwoch mitunter bis auf 43 Euro nachgegeben.

Evotec veröffentlicht Quartalszahlen

Evotec will mit dem eingesammelten Kapital seine Herstellungskapazitäten erweitern und einen Standort im französischen Toulouse aufbauen. Darüber hinaus soll das Geld in Forschung und Entwicklung sowie zur Konsolidierung der Unternehmensfinanzierung investiert werden.

Anlässlich der geplanten Kapitalmarktfinanzierung hat Evotec auch aktuelle Quartalszahlen veröffentlicht: Nach vorläufigen und ungeprüften Zahlen erwartet Evotec für die ersten drei Quartale 2021 einen Umsatz von 425 bis 435 Millionen Euro. In der Vorjahresperiode hatte das Biotechnologieunternehmen Erlöse in Höhe von gut 360 Millionen Euro erwirtschaftet. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) geht gegenüber dem Vorjahreszeitraum von knapp 77 Millionen Euro auf 68 bis 72 Millionen Euro zurück – Grund dafür sind Evotec zufolge Investitionen in neue Produktionskapazitäten.

Evotec will US-Investoren anlocken

Mit dem Listing in den USA öffnet sich Evotec für US-Investoren – den Analysten von Warburg Research zufolge ein naheliegender Schritt: Der US-Markt für Biotech wachse, Investoren würden zudem vergleichsweise hohe Multiples für Biotech-Aktien zahlen, heißt es in einem aktuellen Report.

CFO-Profil

Enno Spillner, Evotec AG

Enno Spillner

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Evotec AG

Evotec hat vor einem Jahr bereits internationale Investoren an Bord geholt. Im Oktober 2020 erhielt das Biotechnologieunternehmen über eine Kapitalerhöhung insgesamt mehr als 250 Millionen Euro. Alleine 200 Millionen Euro flossen damals aus Abu Dhabi nach Hamburg. Die Mubadala Investment Company, der Staatsfonds des Emirats, sicherte sich für den Preis damals 9,2 Millionen Aktien an Evotec. Der größte Aktionär Novo Holdings, eine Finanzinvestor aus Skandinavien, hält 11 Prozent.

Evotec-CFO Enno Spillner will bereits seit längerem die Präsenz in den Vereinigten Staaten stärken. Die Analysten der Investmentbank Warburg sehen dafür gute Chancen: Evotec sei mit seinen Angeboten und den Pipeline-Projekten technologisch gut aufgestellt.

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Die Bank of America und Morgan Stanley sind gemeinsam führende Bookrunner für das ADS-Angebot von Biotech. Citigroup, Jefferies, Cowen und RBC Capital Markets agieren als gemeinsame Bookrunner.

jan.schuermann[at]finance-magazin.de

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Jan Schuermann ist Redakteur bei FINANCE und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Gehalt in der Corporate-Finance-Welt. Er hat in Köln Geschichte, Deutsch und North American Studies studiert. Während eines Auslandsaufenthalt an der UC Berkeley hat er zeitweise für den Daily Californian gearbeitet. Bevor Jan Schuermann zum Fachverlag F.A.Z Business Media gestoßen ist, war er für die Nachrichtenagentur Thomson Reuters im polnischen Danzig tätig.