Das schwäbische Softwareunternehmen Teamviewer strebt noch in diesem Jahr an die Börse.

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28.08.19
Finanzierungen

Permira will Teamviewer an die Börse bringen

Die schwäbische Softwarefirma Teamviewer strebt an die Börse. Für den Finanzinvestor Permira, der einen Teil-Exit plant, dürfte sich der IPO auf jeden Fall lohnen.

Teamviewer wagt den Gang auf das Parkett: Das Softwarteunternehmen aus Göppingen will noch in diesem Jahr an die Börse gehen. Die Schwaben streben eine Notierung im Frankfurter Prime Standard an, die „vorbehaltlich des Kapitalmarktumfelds“ bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein soll. Schon in der vergangenen Woche wurde über einen Börsengang von Teamviewer spekuliert, als CEO Oliver Steil dem Finanzportal „Finanzen.net“ zufolge einen IPO als „sehr attraktiv“ bezeichnete.

Teamviewer: IPO ist „nächster logischer Schritt“

Nun werden die IPO-Pläne konkreter: Ein Börsengang sei „der nächste logische Schritt, um das volle Potenzial zukünftig als börsennotierte Gesellschaft auszuschöpfen und sich weiter auf die Wachstumsstrategie zu fokussieren“, lässt sich CEO Steil zitieren. Diese Strategie umfasst dem Unternehmen zufolge den „Ausbau zahlreicher Anwendungsmöglichkeiten, der Kundensegmente einschließlich der Lösungen für Großunternehmen sowie der globalen Reichweite“. Das 2005 gegründete Unternehmen bietet Software für die Vernetzung und Fernwartung von Computern an.

Für die Umsetzung des Börsengangs sind die Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners mandatiert worden. Die Bank of America Merril Lynch sowie Barclays agieren daneben als Joint Bookrunners. RBC Capital Markets fungiert bei dem geplanten Börsengang als Co-Lead Manager. Die Berater von Lilja & Co. unterstützen die Teamviewer-Gesellschafter bei ihrem Vorhaben.

Ist Teamviewer 5 Milliarden Euro wert?

Ein Börsengang von Teamviewer bedeutet zugleich einen Teil-Exit des hinter dem Unternehmen stehenden Private-Equity-Investors Permira: Das öffentliche Angebot soll voraussichtlich nur aus Aktien von Permira bestehen, heißt es in der Mitteilung. Teamviewer selbst will offenbar keine neuen Aktien ausgeben.

Auch nach dem IPO will die Private-Equity-Gesellschaft „als Großaktionär weiter stark engagiert bleiben“, kündigte Permiras DACH-Chef Jörg Rockenhäuser an, ohne darauf einzugehen, wie hoch die Beteiligung wäre. Permira könnte 30 bis 40 Prozent der Anteile verkaufen, schreibt die Nachrichtenagentur Dpa. 

Experten gehen von einer Unternehmensbewertung zwischen 4 und 5 Milliarden Euro aus, heißt es weiter. Daraus errechnet sich ein Emissionsvolumen von bis zu 2 Milliarden Euro. Die Briten waren 2014 bei dem Unternehmen eingestiegen und legten damals 870 Millionen Euro auf den Tisch.

Teamviewer erachtet sein Geschäft als „hochprofitabel“

Sollte der Börsengang zu diesen Konditionen gelingen, wäre es ein erfolgreicher Teilausstieg für den Finanzinvestor. Teamviewer selbst erachtet sein eigenes Geschäftsmodell als „hochprofitabel“: Im ersten Halbjahr sind die Umsätze („Billings“) um 37 Prozent auf 142 Millionen Euro gestiegen. Die operative Marge liegt bei 52 Prozent.

Für das laufende Jahr rechnen die Schwaben mit Umsätzen zwischen 310 bis 320 Millionen Euro, was ein Wachstum von knapp 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr wäre. Zudem erwartet Teamviewer ein operatives Ergebnis (Ebitda) zwischen 177 und 183 Millionen Euro. 2018 lag dieser Wert bei 121 Millionen Euro.

olivia.harder[at]finance-magazin.de