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Scalable Capital wird zum Einhorn

Der Neo-Broker Scalable Capital hat frisches Geld bekommen.
Scalable Capital

Scalable sammelt frisches Geld ein. Das Münchner Start-up erhält von seinen Investoren in einer Serie-E-Finanzierungsrunde insgesamt 150 Millionen Euro – rund 180 Millionen Dollar. Dadurch wird Scalable Capital zum Unicorn – die Bewertung liegt nun bei 1,1 Milliarden Euro.

Etwa die Hälfte des Geldes kommt von einem Tech-Unternehmen, dem chinesischen Konzern Tencent. Der Konzern ist vor allem für das chinesische Whatsapp-Pendant Wechat bekannt und hat bereits in Fintechs wie die Nubank aus Brasilien und N26 aus Berlin investiert. Bei Scalable stieg Tencent neu ein. „Tencent ergänzt unsere bisherige, internationale Investorenbasis optimal. Die jüngste Finanzierungsrunde ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg, die führende Retail-Investmentplattform in Europa zu werden“, kommentiert Erik Podzuweit, Co-CEO von Scalable.

Scalable-CFO ist Ex-ING-Firmenkundenchef

Die aktuelle Finanzierungsrunde ist ein Erfolg für den digitalen Vermögensverwalter und auch für CFO Martin Krebs. Er ist seit September 2020 Finanzchef bei Scalable. Insgesamt war der Ex-Banker 16 Jahre lang für die ING tätig, unter anderem als Firmenkundenchef für Deutschland. Er verließ die Bank 2019.

Scalable ist in Deutschland unterem anderem auch durch eine Kooperation mit der ING bekannt geworden, die Krebs damals mit seinem Team initiierte. Der Finanzchef bildet nun unter anderem zusammen mit den beiden Mit-Gründern Florian Prucker und Erik Podzuweit die Geschäftsführung von Scabable Capital.

Börsengang bei Scalable Capital?

Durch das Geld aus der aktuellen Finanzierungsrunde steigt das bislang eingesammelte Gesamtkapital von Scalable auf rund 260 Millionen Euro. Auch bestehende Investoren wie Blackrock beteiligten sich an der aktuellen Finanzierungsrunde. Blackrock hält ein Drittel von Scalable, ein Drittel gehört den Gründern und Mitarbeitern. Das letzte Drittel entfällt auf Wagniskapitalgeber wie Tencent. 

Auch einen Börsengang könne man sich langfristig vorstellen, sagte Co-CEO Erik Podzuweit gegenüber der FAZ, allerdings nicht in den nächsten ein oder zwei Jahren. Einer Finanzierung durch Spacs steht Scabable kritisch gegenüber: „Sicher gibt es auch gute Spacs, aber viele wollen nur von der aktuellen Börseneuphorie profitieren und werben mit irgendwelchen Promis, die gar keine Ahnung vom Fach haben“, erklärte Podzuweit gegenüber der FAZ. Es hätten schon einige dieser neuen Börsenvehikel Interesse an Scalable bekundet.

Mit dem frischem Geld will Scalable Capital das europäische Geschäft in Frankreich, Italien und Spanien ausbauen. Aber auch die Konkurrenz von Scalable ist gut aufgestellt – Fintechs boomen. Die digitalen Vermögensverwalter Trade Republic und das Insuretech Wefox sind mit 4,3 Milliarden Euro beziehungsweise 2,4 Milliarden Euro bewertet. Der Berliner Online-Broker Trade Republic sammelte kürzlich 740 Millionen Euro von Investoren ein.

Scalable setzt auf Privatkunden und B2B

Scalable Capital wurde 2014 von Erik Podzuweit, Florian Prucker, Adam French und Stefan Mittnik gegründet. Seitdem wuchs das Unternehmen rasant. Und auch die Zahl der Mitarbeiter soll weiter steigen – von derzeit 240 auf 400 bis Ende des Jahres. Scalable startete als Robo-Advisor und setzt nun mehr und mehr mit einem breiteren Angebot auf das Broker-Geschäft.

Darüber hinaus bietet das Unternehmen auch Services für das B2B-Geschäft. Für Letzteres hat Scalable Partnerschaften unter anderem mit Barclays, Siemens Private Finance und der Targobank geschlossen. 

eva.brendel[at]finance-magazin.de

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