Der IPO der Wacker-Halbleitersparte Siltronic war ein gemischter Erfolg. CFO Rainer Irle (rechts, mit CEO Christoph von Plotho) zog dennoch ein positives Fazit.

Deutsche Börse/Siltronic

11.06.15
Finanzierungen

Siltronic-IPO mit gemischtem Erfolg

Am unteren Ende der Preisspanne hat die Wacker-Halbleitersparte Siltronic den Sprung an die Börse geschafft. Das Emissionsvolumen ist damit niedriger als erhofft. Die ersten Handelsstunden dürften die Verantwortlichen dennoch versöhnlich gestimmt haben.

Große Erwartungen waren im Vorfeld des Siltronic-Börsengangs geweckt worden. Auf eine breite Preisspanne von 30 bis 38 Euro je Aktie hatte der Chemiekonzern Wacker Chemie das Angebot für den IPO seiner Halbleitersparte Siltronic festgelegt. Doch das Angebot kam bei den Investoren nicht gut an.

Zuletzt hatte die Nachrichtenagentur Dow Jones unter Berufung auf Konsortiumskreise berichtet, die Preisspanne zur Zeichnung der Siltronic-Aktie sei von ursprünglich 30 bis 38 Euro auf 30 bis 32 Euro abgesenkt worden, das Interesse sei gering. Wacker Chemie hatte sich dazu nicht geäußert.

Seit heute steht fest: Die von Citigroup, Credit Suisse und Oddo Seydler (Designated Sponsor) begleitete Emission war tatsächlich nur am unteren Ende der Spanne umsetzbar. Der Ausgabepreis der Siltronic-Aktien lag bei 30 Euro, der erste Börsenpreis betrug 31,50 Euro. Siltronic ist im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.

Versöhnliche erste Handelsstunden nach Siltronic-IPO

Die Mehrzuteilungsoption wurde bislang nicht ausgeübt. Wie die Deutsche Börse mitteilte, wurden im Rahmen des Börsengangs insgesamt rund 11 Millionen Aktien platziert. Davon wollte die frühere Mutter Wacker Chemie 6 Millionen Aktien bereit stellen, weitere 5 Millionen stammen aus einer Kapitalerhöhung. Das Gesamtvolumen der Emission lag damit bei insgesamt rund 330 Millionen Euro. Zusätzlich besteht noch eine Mehrzuteilungsoption von 1,65 Millionen Aktien, ebenfalls aus dem Bestand des Wacker-Konzerns, der den baldigen IPO seiner Tochter Siltronic erst vor wenigen Wochen angekündigt hatte.

Zumindest gelang der IPO dieses Mal. 2004 hatte Wacker schon einmal einen Anlauf für einen Siltronic-Börsengang gewagt, jedoch dann einen Rückzieher gemacht. Und auch wenn der niedrige Ausgabepreis enttäuschte, legte Siltronic in den ersten Handelsstunden leicht zu. Am späten Donnerstagvormittag notierte die Aktie schon bei 32,30 Euro und damit rund 3 Prozent über dem ersten Kurs sowie 8 Prozent über dem Ausgabepreis.

Siltronic-CFO Rainer Irle zog denn auch ein positives Fazit: „Wir sind sehr zufrieden mit unserem Börsengang. Die Reaktion der Investoren war positiv. Es wurde anerkannt, dass wir unser Unternehmen in den vergangenen Jahren sehr gut für die Zukunft aufgestellt haben.“

IPOs der vergangenen Wochen enttäuschten

Siltronic ist nicht das einzige Unternehmen, dessen Weg an die Börse zuletzt holprig verlief. Andere Börsengänge der vergangenen Wochen enttäuschten die Anleger. Die zu 20 Euro platzierte Aktie von Sixt Leasing notiert nach einem zwischenzeitlichen Anstieg auf mehr als 22 Euro aktuell leicht unter der 20-Euro-Marke. Noch schlechter verlief der IPO von windeln.de: Die Aktie war mit einem Erstkurs von 18 Euro in den Handel gegangen und notiert derzeit bei rund 11,70 Euro.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de