Finanzierungen: Sixt Leasing, Deutsche Wohnen, Siltronic

Sixt Leasing

01.06.15
Finanzierungen

Finanzierungen: Sixt Leasing, Deutsche Wohnen, Siltronic

Der IPO von Sixt Leasing ist mit der Ausübung der Greenshoe-Option abgeschlossen, die Deutsche Wohnen hat den Bezugspreis für ihre Barkapitalerhöhung festgelegt und Siltronic nennt Details zum Börsengang. Diese und weitere Neuigkeiten aus der Welt der Unternehmensfinanzierung erwarten Sie im wöchentlichen FINANCE-Ticker.

Sixt-Leasing-IPO: Greenshoe-Option ausgeübt

Im Rahmen des Börsengangs der Sixt Leasing wurde die Greenshoe-Option hinsichtlich rund 1,2 Millionen Aktien ausgeübt. Damit beträgt das finale Bruttoemissionsvolumen des IPO rund 239 Millionen Euro. Die Greenshoe-Option stand den Konsortialbanken Berenberg, Commerzbank und Baader Bank in Bezug auf insgesamt 1,6 Millionen Aktien offen.

Mit der Ausübung der Greenshoe-Option wurde der Stabilisierungszeitraum der Sixt-Leasing-Aktie vorzeitig beendet. Die Commerzbank hat als Stabilisierungsmanager insgesamt 400.000 Aktien zurückgekauft, um den Kurs zu stützen. Der Großaktionär Sixt hält nun 41,9 Prozent der Anteile, der Freefloat der Aktie liegt bei 58,1 Prozent.

Deutsche Wohnen legt Bezugspreis für Barkapitalerhöhung fest

Die Deutsche Wohnen hat den Bezugspreis für ihre geplante Barkapitalerhöhung auf 21,50 Euro je Aktie festgelegt. Das Bezugsverhältnis liegt bei 7:1. Sollten alle 42,2 Millionen neuen Aktien ausgegeben werden, läge der Bruttoemissionserlös bei rund 907 Millionen Euro. Dieser Betrag liegt etwa in der Mitte der ursprünglich genannten Zielspanne.

Mit der Kapitalerhöhung finanziert die Deutsche Wohnen den Ankauf eines Wohnungsportfolios im Wert von rund 500 Millionen Euro und will außerdem höherverzinsliche Bankverbindlichkeiten ablösen. Mit weiteren Refinanzierungsmaßnahmen mit einem Volumen von 1,2 Milliarden Euro will das Unternehmen seinen pro forma Verschuldungsgrad auf unter 45 Prozent und den durchschnittlichen Zinssatz auf unter 2 Prozent senken.

Preisspanne für Siltronic-IPO festgelegt

Der Chemiekonzern Wacker Chemie hat die Preisspanne für den geplanten Börsengang seiner Halbleitersparte Siltronic festgelegt. Das Angebot liegt zwischen 30 und 38 Euro je Aktie und umfasst bis zu 12,65 Millionen Aktien.

Bis zu 5 Millionen der neuen Aktien stammen aus einer Kapitalerhöhung der Siltronic, weitere 6 Millionen Aktien aus dem Bestand des Wacker-Konzerns. Bis zu 1,65 Millionen Aktien aus dem Wacker-Bestand könnten im Rahmen einer Mehrzuteilung zusätzlich verkauft werden.

Kehrtwende bei Douglas

Noch am Freitag hatte die Parfümeriekette Douglas die Gerüchte um einen Börsengang bestätigt. Ein Börsengang war in diesem Jahr geplant. Es sollte wohl sogar schon vor der Sommerpause soweit sein. Der IPO sollte aus Anteilen des derzeitigen Eigentümers Advent bestehen sowie aus neu auszugebenen Aktien aus einer Kapitalerhöhung, die sich auf ein Volumen von rund 70 Millionen Euro belaufen hätte. Die Eigentümerfamilie Kreke wollte weiterhin an dem Unternehmen beteiligt bleiben.

An diesem Montag wurde nun bekanntgegeben, dass der PE-Investor Advent und die mit einer Minderheit beteiligte Familie Kreke den Verkauf der Parfümeriekette an das PE-Haus CVC Capital Partners und die Familie Kreke vereinbart haben.

KTG Agrar stärkt das Eingenkapital

KTG Agrar hat unter Nutzung des genehmigten Kapitals das Grundkapital erhöht. Dazu wurden 506.400 neue Aktien ausgegeben. Das entspricht etwa 8 Prozent des bisherigen Grundkapitals. Das Bezugsrecht war ausgeschlossen. Die neuen Aktien wurden zu 14,33 Euro je Aktie im Rahmen einer Privatplatzierung ausgegeben. KTG Agrar fließt durch die Transaktion ein Bruttoerlös von etwa 7,25 Millionen Euro zu. Der Vorstandsvorsitzende Siegfried Hofreiter teilte mit, dass KTG Agrar die Eigenkapitalquote (nach HGB) von 18 auf über 20 Prozent erhöhen wolle.

Mehr über die Entwicklungen bei dem Minibond-Emittenten finden Sie auf unserer Themenseite KTG Agrar.

Asian Bamboo stellt Insolvenzantrag

Der börsennotierte Bambus-Investor Asian Bamboo ist insolvent. Es ist nicht der erste Insolvenzfall eines in Frankfurt notierten Unternehmens, das in China aktiv ist: Erst vor Kurzem offenbarte sich die Pleite der Grohe-Tochter Joyou.

Nachdem das Amtsgericht Hamburg einen vorläufigen Insolvenzverwalter für Asian Bamboo eingesetzt hatte, stellte der Vorstand einen Insolvenzantrag. Allerdings versucht das Unternehmen weiterhin, eine „Lösung im Interesse aller Stakeholder“ zu finden. Der Vorstand betonte, dass es nicht das Ziel sei, das Unternehmen zu liquidieren, sondern dass mehrere Optionen berücksichtigt werden sollen.

Tom Tailor refinanziert 500 Millionen Euro

Das Bekleidungsunternehmen Tom Tailor Group hat einen bestehenden Konsortialkredit vorzeitig refinanziert, um nach eigenen Angaben das günstige Zinsniveau langfristig zu nutzen. Die neue Finanzierung hat ein Volumen von 500 Millionen und eine Laufzeit von fünf Jahren. Tom Tailor hat weiterhin die variable Tranche des 2013 begebenen Schuldscheindarlehens in Höhe von 45 Millionen Euro zurückgezahlt.

Das Unternehmen teilte mit, dass außerdem neue internationale Banken zum Bankenkonsortium aus 12 Banken hinzugekommen sind, die vor allem die Finanzierung der Geschäftstätigkeit in Asien bereitstellen sollen. Das Bankenkonsortium unter Führung der Commerzbank umfasste außerdem BNP Paribas, DZ Bank und LBBW als Mandated Lead Arranger und Bookrunner. Beraten wurde Tom Tailor bei der Refinanzierung durch Herter & Co. Das Bankenkonsortium wurde von einem Clifford-Chance-Team um Alexandra Hagelüken beraten.

Weitere Finanzierungen

Es gibt weiterhin IPO-Gerüchte um den Dämmstoffproduzenten Armacell. Nach einem Bericht der F.A.Z. plant der PE-Investor Charterhouse nach wie vor seinen Exit aus dem Investment, allerdings nicht mehr in diesem Kalenderjahr. Charterhouse ist erst seit zwei Jahren bei Armacell investiert. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von rund 9 Prozent erwirtschaftet.

Europcar hat eine Anleihe über 475 Millionen Euro begeben. Das Papier hat eine Laufzeit bis Juni 2022 und wird mit 5,75 Prozent verzinst. Als Bookrunner fungierten HSBC, Crédit Agricole, Goldman Sachs, Royal Bank of Scotland, Lloyds Bank, Deutsche Bank, Société Générale und BNP Paribas.

Volkswagen und die Volkswagen Group of America haben eine Anleihe mit einem Volumen von 2,8 Milliarden US-Dollar begeben. Die Bonds sind durch eine Garantie von Volkswagen besichert und wurden hauptsächlich bei institutionellen Investoren platziert. Eine Tranche über 1 Milliarde US-Dollar mit einer Laufzeit bis 2018 wird mit 1,65 Prozent verzinst, eine weitere Tranche über 750 Millionen US-Dollar mit Fälligkeit 2020 hat einen Zins von 2,4 Prozent jährlich. Eine dritte Tranche mit dem gleichen Volumen ist 2018 fällig und variabel verzinst, ebenso wie die vierte Tranche über 300 Millionen US-Dollar mit Fälligkeit 2016. Beraten wurde Volkswagen bei der Emission durch ein internationales Team der Kanzlei Clifford Chance.

Volkswagen Financial Services hat eine Verbriefungstransaktion abgeschlossen. Es wurden durch Leasingforderungen besicherte Anleihen der Volkswagen Leasing mit einem Nominalvolumen von rund 1,03 Milliarden Euro begeben. Davon sind Anleihen mit einem Volumen von 1 Milliarde Euro mit einem Kupon von 0,2 Prozent über dem 1-Monats-Euribor verzinst. Die übrigen Anleihen haben einen Zinskupon von 0,6 Prozent über dem 1-Monats-Euribor. Als Berater agierte ein Team von Hogan Lovells unter Federführung von Sven Brandt.

Die zum Zweck der Restrukturierung geänderten Bedingungen der 2013 begebenen siebenjährigen Anleihe der Deutschen Forfait sind gemäß dem Beschluss der Gläubigerverfassung in Kraft getreten. Unter anderem wurde der Nominalzinssatz auf 2 Prozent angepasst – die entsprechende Zinszahlung für das vergangene Jahr erfolgte am 27. Mai.

Die Aktionäre des Beteiligungsunternehmens Mutares haben nahezu einstimmig eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln beschlossen - also durch die Ausgabe von Gratisaktien nach Neueinteilung des Grundkapitals. Diese Maßnahme soll die Liquidität und die Attraktivität der Mutares-Aktie erhöhen. Ausgegeben werden die Aktien im Verhältnis 1:5, sodass sich die Anzahl der ausgegebenen Aktien von bisher 2,3 Millionen Stück auf rund 14 Millionen versechsfacht.

Die auf die energetische Sanierung von Wohnimmobilien spezialisierte Deutsche Geothermische Immobilien hat eine Kapitalerhöhung mit einem Erlös von 1,26 Millionen Euro platziert. Ausgegeben wurden 14.000 neue Aktien zu einem Preis von je 90 Euro. Mit dem Erlös soll die Vorbereitung von Immobilienkäufen finanziert werden.

Die HSH Nordbank stellt dem von Tristan Capital Partners beratenen Immobilienfonds European Property Investors Special Opportunities 3 L.P. und der Freo Gruppe, einem Private-Equity-Unternehmen, im Rahmen eines Joint Ventures 91 Millionen Euro für den Erwerb des Kölner Barthonia-Forum zur Verfügung. Beraten wurde die HSH bei der Finanzierung durch Taylor Wessing unter Federführung von Jens Wiesner.

Katjes International zahlt eine im Juli 2011 begebene und im März 2012 aufgestockte Anleihe mit einem Kupon von 7,125 Prozent vorzeitig zurück. Ursprünglich wäre die Anleihe 2016 fällig gewesen. Refinanziert wird die vorzeitige Rückzahlung über eine Neuemission. Der Gesamtnennbetrag liegt bei 45 Millionen Euro und wird zu einem Kurs von 101 Prozent zurückgezahlt.

Green City Energy begibt zum 10-jährigen Bestehen des Unternehmens eine Anleihe mit einem Volumen von 10 Millionen Euro. Davon haben Inhaberschuldverschreibungen mit einem Volumen von 6 Millionen Euro eine Laufzeit von sechs Jahren bei einem Zins von 4 Prozent, die übrigen 4 Millionen Euro werden bei einer Laufzeit von 11 Jahren mit 5 Prozent verzinst.

Die Unicredit Bank hat wie geplant rund 7,1 Millionen Aktien des Finanzdienstleisters Wüstenrot & Württembergische über eine Privatplatzierung mit einem beschleunigten Bookbuildingverfahren bei institutionellen Investoren platziert. Details der Transaktion wurden nicht bekanntgegeben. Sole Global Coordinator war die Bank Berenberg, die durch die Kanzlei Hogan Lovells unter Federführung von Michael Schlitt und Christian Ries beraten wurde.

Das Medizinunternehmen Biofrontera hat eine Barkapitalerhöhung mit einem Emissionserlös von 3,1 Millionen Euro platziert. Ausgegeben wurden knapp 1,4 Millionen neue Aktien. Mit dem Erlös bezahlt das Unternehmen eine Gebühr in Höhe von 2,3 Millionen US-Dollar für die Zulassung eines Medikaments im amerikanischen Markt, die voraussichtlich zurückerstattet wird. Der verbleibende Erlös fließt in den allgemeinen Geschäftsbetrieb.

Das Biotechnologieunternehmen Epigenomics hat seine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht vollständig platziert. Daraus wurde ein Bruttoemissionserlös in Höhe von knapp 5 Millionen Euro erzielt. Ausgegeben wurden fast 1 Million neue Aktien zu einem Preis von je 5,12 Euro, die sämtlich von bestehenden Aktionären bezogen wurden.

Courseticket
, ein österreichischer Onlinemarktplatz für Aus- und Weiterbildung, hat von mehreren Business Angels Kapital in Höhe von 500.000 Euro eingesammelt, um nach Deutschland zu expandieren. Zu den Investoren zählen Peter Lehner von Ontec Software Solutions sowie Business Angel und TV-Moderator Christian Clerici. Begleitet wurde die Finanzierungsrunde von Venionaire Capital.

Ratingmeldungen

Standard & Poor’s hat das Rating des Energiekonzerns E.on von A- auf BBB+ herabgestuft. Der Ausblick ist stabil und die Bewertung steht nicht mehr unter Beobachtung. Grund für die Ratingmaßnahme ist die geplante Aufspaltung des Energiekonzerns, die sich laut der Ratingagentur vermutlich negativ auf die Kreditkennziffern auswirken werde.

Die Ratingagentur Scope Ratings hat dem Architekturunternehmen Euroboden ein Rating der Stufe B erteilt. Die Bewertung spiegelt nach Angaben von Scope die hohe Liquidität des Projektentwicklungsportfolios sowie die Wachstumsaussichten in den Kernmärkten Berlin und München wider.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.