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Syndizierter Kredit in Deutschland weniger gefragt

Syndizierter Kredit ist weniger gefragt. Die Fremdkapitalbeschaffung über den Kapitalmarkt dagegen boomt.
Thinkstock / Getty Images

Die Nachfrage nach syndizierten Krediten geht in Deutschland weiter zurück. Das zeigen Daten des Datendienstleisters Dealogic, der die Statistiken zu Debt Capital Markets, Equity Capital Markets, Syndicated Loans und M&A-Deals mit Zielunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz exklusiv für FINANCE aufbereitet hat. Die Daten, die nach Registrierung kostenlos zum Download zur Verfügung stehen, zeigen bei syndizierten Krediten einen Einbruch von 15 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr 2012. Das Volumen war mit 50,3 Milliarden US-Dollar zwischen Januar und Juni dieses Jahres so niedrig wie zuletzt im ersten Halbjahr 2008. Die Finanzierungslandschaft in der Schweiz dominerte der 17,3 Milliarden Dollar schwere syndizierte Kredit für Glencore Xstrata. Unter den Bookrunnern im Bereich Syndicated Loans hat die UniCredit – gemessen am Volumen – der Commerzbank den Spitzenplatz abgelaufen. Die Commerzbank wiederum konnte die meisten Transaktionen für sich verbuchen.

Eine Erholung gab es im Bereich Equity Capital Markets: Mit 44 Transaktionen mit einem Wert von insgesamt 14,6 Milliarden Dollar lag das Volumen um rund die Hälfte über dem Vorjahreszeitraum (9,6 Milliarden Dollar). Unverändert an der Spitze der ECM-Bookrunner für die DACH-Region liegt die Deutsche Bank, die neun Deals im Wert von 6,5 Milliarden Dollar begleitet hatte. Deutlich nach vorn kam Morgan Stanley: Im Bereich ECM verbesserte sich die Bank im deutschsprachigen Raum von Position 11 auf 2.

Im Gegensatz zu den Krediten boomt die Fremdkapitalbeschaffung über den Kapitalmarkt. Im Bereich Debt Capital Markets legte das platzierte Volumen in Deutschland gegenüber dem schwächeren zweiten Quartal 2012 um 18 Prozent zu. Auf Halbjahressicht liegt das von Unternehmen emittierte Volumen mit 48 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr ziemlich genau auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Weniger M&A-Deals, mehr Volumen

Im Bereich M&A-Deals mit deutschen Zielunternehmen sank im ersten Halbjahr 2013 zwar die Anzahl der Transaktionen von 687 auf 611. Das Volumen stieg dagegen um 10 Prozent auf 43,5 Milliarden Dollar an. Dazu hat auch der starke Juni beigetragen, in dem unter anderem Vodafone seine Übernahmepläne für Kabel Deutschland publik gemacht hat. Das Volumen dieses M&A-Deals  bewertet Dealogic mit 13,9 Milliarden Dollar. An zweiter Stelle rangiert die Übernahme des Fachverlags Springer Science durch den PE-Investor BC Partners. Führend im deutschen M&A-Geschäft ist in diesem Jahr bislang  Goldman Sachs: Die US-Bank betreute 14 M&A-Deals im Gesamtwert von 37,7 Milliarden Dollar und verbesserte sich von Rang 6 auf 1. Die Deutsche Bank war zwar sogar an 17 Transaktionen beteiligt, vom Dealvolumen her reichte es jedoch nur für Platz 5.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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