Die europäischen Banken kämpfen um die Spitzenplätze in den League Tables: Unicredit und UBS erobern je eine Führungsposition.

UBS

25.10.18
Finanzierungen

Unicredit und UBS punkten in den League Tables

Die europäischen Banken überlassen in der DACH-Region den großen US-Wettbewerbern nicht kampflos das Feld: Nach drei von vier Quartalen belegen die UBS und die Unicredit Spitzenplätze in zwei League Tables. Auch die Deutsche Bank arbeitet sich vor.

Wer im deutschsprachigen Raum einen syndizierten Kredit begeben will, kommt offenbar zurzeit an der Unicredit kaum vorbei: Insgesamt 69 Transaktionen hat die Bank in den ersten neun Monaten dieses Jahres im Bereich Syndicated Loans getätigt, besagen Daten des Dienstleisters Dealogic, der die Statistiken zu M&A-Deals mit Zielunternehmen im deutschsprachigen Raum sowie zu Debt Capital Markets, Equity Capital Markets und Syndicated Loans exklusiv für FINANCE aufbereitet. 

Auch beim begleiteten Gesamtvolumen von rund 13,7 Milliarden US-Dollar kann keine andere Bank mithalten. Damit sichert sich die Unicredit die Führung in den SynLoan League Tables und überholt die BNP Paribas, die gegenüber dem Sommer auf den zweiten Rang abrutscht (12,6 Milliarden Dollar). 


Auf den dritten Rang hat sich die Commerzbank nach vorn gearbeitet: Mit 62 begleiteten Transaktionen war sie ähnlich präsent wie die Unicredit und sichert sich mit knapp 10 Milliarden Dollar begleitetem Volumen den Platz auf dem Treppchen vor JP Morgan und der Deutschen Bank. Die vollständigen Datenblätter gibt es für registrierte Mein-FINANCE-Nutzer kostenlos in der FINANCE-Datenbank zum Download.

UBS erobert Spitze in den ECM League Tables

Bei Eigenkapitaltransaktionen musste JP Morgan die Führung an die UBS abgeben: Das Schweizer Bankhaus begleitete Dealogic zufolge in den ersten drei Quartalen 17 Transaktionen im Gesamtvolumen von 4,6 Milliarden Dollar. Damit zieht die UBS an der US-Bank vorbei, die den zweiten Platz mit einem begleiteten Transaktionsvolumen von knapp 3,9 Milliarden Dollar nur hauchdünn vor der Deutschen Bank (3,8 Milliarden Dollar) und der vom sechsten auf den vierte Platz vorgerückten Credit Suisse (3,75 Milliarden Dollar) verteidigen kann.


Die drei Spitzenreiter UBS, JP Morgan und Deutsche Bank waren alle auch an der mit umgerechnet 4 Milliarden Dollar größten Eigenkapitaltransaktion der vergangenen Wochen beteiligt, dem im September gestarteten Börsengang von Knorr-Bremse, der in den Daten bereits erfasst ist. Die UBS zählt zu den Joint Bookrunners, Deutsche Bank und JP Morgan waren mit Morgan Stanley als Joint Global Coordinators mandatiert. 

Deutsche Bank profitiert vom Boom am Bondmarkt

Der Markt für Anleihen von Investmentgrade-Unternehmen ist in Deutschland mit einem Gesamtvolumen von 110 Milliarden Dollar nach neun Monaten auf Rekordkurs. Davon profitiert besonders die Deutsche Bank: Mit 35 begleiteten Transaktionen im Gesamtwert von 9,1 Milliarden Dollar hat sie sich gegenüber den Halbjahreszahlen vom siebten auf den zweiten Rang verbessert. Den ersten Platz verteidigt die US-Bank Goldman Sachs, ihr Vorsprung schmilzt allerdings ab (11,5 Milliarden Dollar). 

Barclays verteidigt in den DCM League Tables seinen dritten Platz, die BNP Paribas rutscht vom zweiten auf den vierten Rang. Ganz knapp dahinter finden sich JP Morgan und die Citi auf den Rängen fünf und sechs. Die Ausgangslage im Rennen um die vorderen Plätze ist offen: Die Abstände zwischen der viertplatzierten BNP Paribas (7,8 Milliarden Dollar) und der neuntplatzierten HSBC (7,0 Milliarden Dollar) sind gering. 

US-Banken verteidigen Spitze in M&A League Tables

Der M&A-Markt mit Zielunternehmen im deutschsprachigen Raum hat im Sommerquartal traditionell nur wenige große Transaktionen gesehen. Dennoch liegt das Gesamtvolumen auf einem guten Niveau. Allein in Deutschland sind in den ersten neun Monaten Zielunternehmen im Gesamtwert von 148,6 Milliarden Dollar verkauft worden, das ist der höchste Neunmonatswert seit 2007. 


In den League Tables baut Goldman Sachs den Vorsprung im Ranking der M&A-Berater aus: Ein begleitetes Transaktionsvolumen von 159 Milliarden Dollar bringt der US-Bank einen komfortablen Vorsprung vor der zweitplatzierten Citi (100 Milliarden Dollar). Die Fahne der europäischen M&A-Banken hält die Deutsche Bank hoch: Sie bleibt Dealogic zufolge zwar unter der 100-Milliarden-Dollar-Marke, rückt gegenüber dem Vorquartal mit 16 begleiteten Deals im Wert von knapp 90 Milliarden Dollar aber vom vierten auf den dritten Rang vor. 

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